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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 03:17 Uhr

Sternberg : Vom Landwirt bis zum Händler

vom

In den letzen Jahren folgte einem Lebensmittel-Skandal der Nächste. Verbraucher sind verunsichert. Sind Lebensmittel noch sicher? Das Thema beschäftigt auch den Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet

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erstellt am 24.Feb.2012 | 07:35 Uhr

Wamckow | EHEC, Gammelfleisch oder BSE. In den letzen Jahren folgte einem Lebensmittel-Skandal derNächste. Verbraucher sind verunsichert. Zu Recht fragen sie sich: Sind Lebensmittel noch sicher?

Das Thema beschäftigt auch den Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet (LSE). Gemeinsam mit dem Beratungsbüro LMS lud der Verband Landwirtschaftsbetriebe aus der Region ein, um mit ihnen über das sogenannte "QS - Das Prüfsystem für Lebensmittel" zu sprechen. Es war das zweite Treffen in einem Pilotprojekt zur Naturschutzberatung von Landwirten. Treffpunkt war dieses Mal die Mecklenburgische Güterverwaltungs- und Dienstleistungsgesellschaft in Wamckow. Der Betrieb arbeitet seit 2002 nach QS.

Das "QS-System" ist ein unternehmensübergreifendes Verfahren, das die Qualität von Lebensmitteln sicherstellen soll. Ziel ist es, ein Produkt en tlang der gesamten Herstellungs- und Vermarktungskette verfolgen zu können. Vom Landwirt bis zum Verkäufer an der Ladentheke. Dafür verpflichten sich Firmen freiwillig, strenge Richtlinien einzuhalten und diese zu dokumentieren. Dabei erfolgt die Prüfung nach drei Stufen. Auf der ersten Stufe steht die

Eigenkontrolle. Mittels Checklisten überwachen die Betriebe ihre tägliche Arbeit. Wie Stefan Eickhoff von der Mecklenburgischen Güterverwaltungs GmbH berichtet, hält das Unternehmen beispielsweise schriftlich fest, was dem Unternehmen ab- und zugeht. Erreicht ein Lkw mit Weizen das Getreidelager, so werden unter anderem die Anlieferungszeit, das Fahrzeug-Kennzeichen, die Herkunft des Weizens und dessen Gewicht n otiert. Zudem wird eine Probe entnommen und getestet. Auf der zweiten Stufe wird die Eigenkontrolle des U nternehmens durch eine neutrale Zertifizierungsstelle geprüft. Diese besichtigt regelmäßig die Standorte des Betriebes, kontrolliert die Protokolle und testet die Produkte in Laboren. Auf der dritten und letzten Stufe wird die Arbeit der Zertifizierungsstelle unter die Lupe genommen. Erst wenn ein Unternehmen alle Stufen ohne Beanstandung durchläuft, erhält es das QS-Prüf zeichen.

Auch Lebensmittel sind mit dem Prüfzeichen gekennzeichnet. Es findet sich auf Verpackungen von Fleisch und Fleischwaren, Obst, Gemüse und Kartoffeln. Voraussetzung ist, dass alle Firmen QS-zertifiziert sind, die an derHerstellung und Vermarktung der Produkte beteiligt sind.

Verstößt ein Betrieb gegen die Qualitätskriterien, schaltet sich ein unabhängiger Sanktionsbeirat ein. Dieser kann eine Geldstrafe verhängen, das Unternehmen abmahnen oder sogar aus dem QS-System ausschließen. Letzteres hätte drastische Folgen: Lebensmittel wie Fleisch oder Gemüse kommen ohne Prüfzeichen kaum noch in den Handel.

Es gibt aber noch weitere Gründe, warum Landwirte am QS-System teilnehmen. Das Prüfsystem stellt Arbeitsanweisungen zur Verfügung. Diese enthalten alle aktuellen gesetzlichen Anforderungen, welche die Betriebe erfüllen müssen. "Das gibt uns Sicherheit", sagt Eickhoff. Denn sollte ein Produkt mal unter Verdacht stehen, beispielsweise gesundheitsgefährdend zu sein, hilft die Dokumentation, die Vorwürfe zu widerlegen. "Außerdem überprüft man auf diese Weise regelmäßig seinen eigenen Betrieb", fügt Eickhoff hinzu. Schwachstellen im Betriebsablauf können so schneller entdeckt und beseitigt werden. Dazu komme, dass zertifizierte Lebensmittel besser vermarktbar sind. Der Grund: Verbraucher sind beim Einkaufen sensibler geworden. Sie achten zunehmend darauf, das die Lebensmittel geprüft sind.

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