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Kleekamp : Vom Landkreis bestellter Statiker fand null Statik vor

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Folge: Linke Hälfte des einstigen Gutshauses von Kleekamp wurde amtlicherseits abgerissen.

von
erstellt am 29.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Da musste erst ein vom Landkreis Nordwestmecklenburg bestellter Statiker kommen, um dem (Haus-)Spuk von Kleekamp, Gemeinde Ventschow, ein Ende zu bereiten. Nach jahrelangem Hin und Her um das heruntergekommene, aus dem 18. Jahrhundert stammende Kleekamper Gutshaus wurde der linke Flügel zusammengeschoben. Erledigt hat das, so Ventschows Bürgermeister Dieter Voß, die örtliche Firma TOS.


Auch 2014 noch Traum vom Altersheim-Umbau


Nach der Wende hatte Adolf Klass, der 2002 aus Malente in Ostholstein nach Kleekamp kam, das Objekt erworben und wollte daraus ein Altersheim machen. Von der Idee ließ er auch im Mai vergangenen Jahres nicht ab. „Ich suche einen Partner, der das finanziert“, verkündete er seinerzeit gegenüber SVZ.

Dabei machte das einstige erste Haus im Ort schon damals den Eindruck, als ob der Dachstuhl der linken Haushälfte jeden Moment vollends in sich zusammenfiele. Zudem führt hier eine Straße vorbei.

Bürgermeister Voß sah deswegen Gefahr in Verzug und es kam zu einem Vororttermin mit Riccardo John vom Bauordnungsamt des Nordwestkreises. In der Folge erhielt Adolf Klass Mitte Mai 2014 eine Aufforderung vom Landkreis zur Bausicherung der Giebelseite“, wie Silke Plieth, Bauamtschefin im Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, seinerzeit auf SVZ-Nachfrage bestätigte. Versehen mit einer Sanktionsandrohung, sollte nichts geschehen. Ein erstes, ziemlich abenteuerlich aussehendes Baugerüst wurde denn auch durch Klass auf der Straßenseite angebracht. „Das geht noch bis oben hin, dann kommt eine Plane vor“, so der Hausruinen-Besitzer im vergangenen Mai.

Die Schuld am Gebäudezustand gab Klass übrigens dem Landkreis wegen der aus seiner Sicht „widerrechtlichen Stilllegung im Jahr 2006“. Der Nordwestkreis hatte beim Dachstuhl-Neubau einen Statiknachweis verlangt, der freilich nicht erfolgte. Es kam zum Baustopp, durch den Regen durchnässten mit der Zeit immer mehr die Lehmwände, der Dachstuhl fiel in sich zusammen. Die Sicherung der Baustelle ist rechtlich auch bei kreislicher Stilllegungsverfügung stets Sache des Eigentümers.

Schwung ins Ganze kam freilich erst, als der Landkreis einen Statiker beauftragte. Und dieser kam laut Bürgermeister Voß „nach eingehender Prüfung kurz vor Weihnachten zum Schluss, da gibt’s keinerlei Statik mehr.“ Damit war die Sache klar: Hier ist Gefahr in Verzug.

Wie es nun weitergeht mit dem Kleekamper Schandfleck – eigentlich hätte auch gleich das komplette Gebäude zusammen geschoben werden können –, ist einzig und allein Sache von Eigentümer Adolf Klass. Nach dem Teilabriss plus hinweisendem Absperrband geht zumindest keinerlei Gefahr von der Ruine mehr aus. Kein unbefugtes Betreten des Rest-Gutshauses vorausgesetzt…

 

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