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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 08:32 Uhr

Sternberg : Volle Kanne im Wasserwerk

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Sternberger Stadtwerke geben an Hitzetagen rund 50 Prozent mehr Trinkwasser ab. Proben bestätigen die hohe Güte, der Preis ist seit 1993 stabil.

von
erstellt am 06.Jul.2015 | 20:38 Uhr

Der Spitzenwert aus diesen Sommertagen stammt vom 3. Juli: Die Stadtwerke Sternberg pumpten am Freitag 1675 Kubikmeter Trinkwasser in das Leitungsnetz. Volle Kanne, wie landläufig gesagt wird, ebenfalls am Sonnabend und Sonntag; mit 1574 bzw. 1477 Kubikmetern lag das Hitze-Wochenende auch deutlich über dem Durchschnitt, wobei sich der Gewitterguss von Sonnabend tags darauf bereits bemerkbar machte. Und gestern zeigte die Kurve buchstäblich wie ein Knick abwärts. „Sobald es geregnet hat, geht die Abnahme rapide herunter“, stellt Wassermeister Jörn Wendland jedes Mal fest. Der Tagesschnitt liegt bei 1135 Kubikmetern. Selbst am 1. Juli, als es schon tagelang trocken war und die Temperaturen nach oben gingen,
wurde der erst geringfügig überboten (1180).


Grundwasser aus rund 90 Metern Tiefe


Das Unternehmen versorgt die Stadt und die Ortsteile Groß Raden, Sternberger Burg, Pastin, Neu Pastin, Zülow, Gägelow und Groß Görnow, Kobrow I und II sowie Dabel und Holzendorf im Versorgungsgebiet von Eurawasser Nord. Dazu fördert es mit drei Brunnen Grundwasser aus ca. 90 Metern Tiefe. Dem wird Sauerstoff zugesetzt, der das Rohwasser flockig macht. So lassen sich Eisen und Mangan besser herausbekommen, erklärt Wendland. Anderenfalls würde ein Teil davon die Filter passieren.

Über das Jahr verteilt werden acht Proben gezogen, um die Wassergüte zu bestimmen. Hinzu komme eine große Kontrolle, die weit mehr Parameter umfasse. Deren Ergebnis veröffentlichen die Stadtwerke im Amtsblatt. Nach der neuesten Auswertung für 2015, die demnächst erscheine, schneide das Sternberger Trinkwasser bestens ab, freut sich Kerstin Pohl, technische Leiterin der Stadtwerke. „Calcium und Magnesium sind etwa wie im Mineralwasser, das es in Flaschen zu kaufen gibt, enthalten. Das ist der Vorteil von hartem Wasser.“ Dessen Wert liege zwischen 13 und 14 Grad deutscher Härte, neuerdings in Millimol pro Liter anzugeben, womit Verbraucher aber wenig anzufangen wüssten. Manche Bürger erkundigten sich bei ihm nach der Wasserhärte, sagt Wendland. Meist hätten sie sich zuvor einen Geschirrspüler gekauft.

Die Wasserhärte unterscheide sich von Region zu Region, manchmal schon zwischen zwei Nachbarorten. Das hänge davon ab, wo es entnommen werde, so Pohl. In Brüel sei das Trinkwasser noch härter als in Sternberg, vor allem im Gebirge dagegen meist spürbar weicher. In Deutschland sei „von bis“ alles vertreten.

Neben dem, was direkt ins Netz gehe, würden auch das Wasser im Hochbehälter, der 1500 Kubikmeter fasst, sowie einmal im Jahr die Brunnen geprüft. Zudem erfolgten an verschiedenen Ort jährlich
22 Netzproben. „Wenn dabei mal Keime festgestellt wurden, lag das nie am Wasser, sondern immer an der Entnahmestelle“, betont der Wassermeister der Stadtwerke.

Beim Nitratwert, anderenorts öfter in der Diskussion, liegt das Sternberger Trinkwasser bei der aktuellen Auswertung mit 3,15 Milligramm pro Liter weit unter dem Grenzwert (50 mg/l), ebenso bei Eisen, Mangan, Uran und anderen unerwünschten Inhaltsstoffen.

Der Preis für die Abnehmer habe sich seit 1993 nicht verändert, sagt Pohl. Er betrage ein Euro pro Kubikmeter plus sieben Prozent Mehrwertsteuer. Die Preisstabilität gelte mit 2,53 Euro pro Kubikmeter ebenso für Abwasser.

Der Verbrauch der Haushalte halte sich seit Jahren annähernd konstant. 2014 wurden laut dem von der Stadtvertretung bestätigten Jahresabschluss 414 281 Kubikmeter Trinkwasser abgegeben. Der durchschnittliche Verbrauch pro Einwohner und Tag betrug 112 Liter, 2013 waren es gerade mal zwei Liter weniger. Diese Werte liegen deutlich unter denen aus DDR-Zeiten, als die Jahresmenge zuweilen bis an 600 000 Kubikmetern heran gekommen und der Tagesdurchschnitt so hoch gewesen sei wie jetzt nur an heißen Sommertagen, rechnet Pohl vor. Heute würden die Leute mehr mit Wasser haushalten, vor allem, weil es wesentlich teuer als damals sei, fügt Wendland hinzu.

Ihren Eigenverbrauch, der zum Beispiel bei Netzspülungen anfällt, konnten die Stadtwerke 2014 um zehn Prozent gegenüber dem Jahr zuvor senken und die Wasserverluste sogar um ein Viertel.

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