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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 14:12 Uhr

Sternberg : Vielen Sternbergern stinkt es

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Seit der Einführung von neuen Müllschleusen in der Karl-Marx-Straße ärgern sich Mieter über Müllberge neben den Abfallcontainern.

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 16:50 Uhr

Übervolle Bio-Tonnen, Müllsäcke auf dem Boden, nicht abgeholte gelbe Säcke und teilweise umherfliegender Müll – so sieht es derzeit in der Karl-Marx-Straße in Sternberg aus.

Schuld daran sei, laut Aussagen von Anwohnern, das Aufstellen von neuen Restmüllcontainern im November. Diese Müllschleusen sind mit codierten Chips generiert, die nur an der jeweiligen Schleuse funktionieren. So könne gespeichert werden, wer wie viel Restmüll entsorgt, was sich auf die Entsorgungskosten für jeden Mieter auswirke. Doch scheinbar landet Restmüll statt im Container vermehrt in den daneben aufgestellten Bio-Tonnen oder auf dem Erdreich.

Eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, kritisiert in einem Schreiben an SVZ das Verhalten der Vermieter: „Offensichtlich wird die supermoderne Restmüllentsorgungsanlage von den Bürgern nicht gewollt. Warum hat man die Mieter im Vorfeld der ,Modernisierungsmaßnahmen’ nicht nach ihrer Meinung gefragt? Hat man sich mit Kommunen in Verbindung gesetzt, welche diese Art der Mülltrennung betrieben und wieder eingestellt haben? Die gibt es nämlich!“ Sie wäre dafür, dass das Ordnungsamt mehr Präsenz zeige und Verwarnungsgeld von Leuten einfordere, die ihre Mülltüten unsachgemäß abstellten.

„Es gibt nur zwei Bio-Tonnen, die alle vierzehn Tage abgeholt werden. Da die Leute ihren Müll jetzt konsequenter trennen, reicht das nicht aus“, hat eine andere Anwohnerin beobachtet. Jetzt würden schon gelbe Säcke nicht abgeholt werden, weil da Sachen drin wären, die da nicht hineingehörten. Anfangs hat sie die Container für eine gute Idee gehalten, wurde jetzt aber eines Besseren belehrt: „Vom Grundsatz her ist das ja in Ordnung, denn so würden die Müllkosten gerechter verteilt werden. Aber gerade die älteren Leute kommen nicht mit dem Öffnen der Container zurecht. Außerdem zeigt die Tonne oft an, dass sie voll ist, wenn sie erst dreiviertel voll ist.“ Jetzt wünsche sie sich das alte System zurück: „Früher hatten wir Schlüssel für unseren Müllcontainer, das hat gut geklappt.“

Die Probleme sind auch den Vermietern bekannt. Regina Nienkarn von der Sternberger Wohnungsbaugesellschaft (Stewo) und Sven Parwulski von der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft Sternberg-Dabel-Brüel (AWG ) wollen die Restmüllcontainer aber nicht vorzeitig abbauen, das gesamte Jahr 2014 gelte als Erprobungsphase. „Wir haben das nicht eingeführt, um die Mieter zu ärgern. Die Mieter fühlen sich schikaniert, aber eigentlich wollten wir ihnen etwas Gutes tun mit der gerechteren Aufteilung der Müllkosten“, sagt Parwulski. Nienkarn: „Wir versuchen das zu optimieren und ein bisschen mehr Ordnung reinzubekommen. Nach dem Jahr wird der Erfolg erst sichtbar, wenn die Kosten gesunken sind.“ Die Müllschleusen seien keine Neuentwicklung: „Das Prinzip gibt es schon lange, aber es wurde vorher eher in größeren Städten angewendet.“ Auch die Anzahl der Bio-Tonnen wäre ausreichend, wenn wirklich nur Bioabfälle entsorgt würden, sind sich beide einig. „Wenn der ganz normale Hausmüll über die Bio-Tonnen entsorgt wird, dann sind die natürlich nach drei Tagen voll. Im Winter werden sie alle vierzehn Tage abgeholt, da sieht der Standort natürlich dementsprechend aus“, gibt Parwulski den Mietern recht. Das Prinzip sei allen erklärt worden.

„Die Leute glauben oft, dass es klemmt, andere denken, dass die Tonne voll ist. Wir können den Zustand jedoch über das Internet einsehen“, beschreibt Parwulski. Man müsse den Chip richtig heranhalten, damit sich die Klappe öffne. Sobald man ihn nur minimal falsch hält, bleibe sie zu. „So schwer ist das aber nicht“, sagt Nienkarn, „und ich weiß, dass selbst ältere Leute das schaffen“. Das Problem liege vermutlich generell am Entsorgungsverhalten. Unsauber sei auch nur ein einziger Platz, nämlich der an der Hauptstraße meint sie. „Leider wird der zusätzlich für illegale Entsorgungen genutzt von Menschen, die nicht in der Karl-Marx-Straße wohnen“. Beide Vermieter hätten von ähnlichen Startschwierigkeiten an anderen Standorten gehört.

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