Reaktion auf SVZ-Beitrag : „Viele Kunden übers Ohr gehauen“

Kostenvoranschlag eines Falls aus Zarrentin.
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Kostenvoranschlag eines Falls aus Zarrentin.

Schweriner Unternehmer kann ein Lied singen von Abzockern und Schwarzen Schafen bei Rohrreinigern.

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17. Februar 2018, 05:00 Uhr

Wenn der Abfluss verstopft ist und ein Fachmann ran muss, ist manchmal guter Rat teuer. Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Denn auf dem Rohreiniger-Markt tummeln sich nicht wenige Schwarze Schafe, die die Kunden abzocken. SVZ berichtete in der Ausgabe vom 9. Februar von einem Fall, bei dem eine Frau aus Westmecklenburg an eine Rohrreinigungsfirma mit Sitz in Hessen für zweieinhalb Stunden Arbeit über 1000 Euro zahlte.

Daraufhin meldete sich Burkhard P. Glumm von der Firma Rohrexperten.de aus Schwerin: „Ja, da können wir auch ein Lied von singen, viele Kunden wurden von denen übers Ohr gehauen“. Er berichtete exemplarisch von einem Fall aus Zarrentin, wo die laut SVZ-Informationen gleiche Firma aus dem Hessischen für Spülarbeiten, Kamerabefahrung und Arbeitszeit ein Angebot von fast 2150 Euro unterbreitete. Alles in allem sollte der „Spaß“ 3213 Euro kosten. Eine Anzahlung von 400 Euro war sofort zu leisten, was der Kunde tat.

Dann wurde dieser aber misstrauisch. Das Ende des schmutzigen Geschäfts: Die 400 Euro waren futsch. Die Schweriner Firma führte die Arbeiten dann aus. „Bei uns bezahlte der Kunde 600 Euro“, so Glumm.

Die hessische Rohrreinigungsfirma findet man bundesweit unter mindestens zehn Namen. Glumm weiß, dass es sei „immer der selbe Geschäftsführer“, sei. Die Leute, die in dessen Auftrag auf Kundenfang unterwegs sind, kämen mit neutralen Firmenwagen, arbeiteten „eine Stunde mit dem Ergebnis, dass das Problem häufig nicht gelöst ist, hat Burkhard P. Glumm die Erfahrung gemacht. Die betreffende Firma wirbt in Anzeigen u.a. mit „keine Fahrkosten“ Glumm: „Die werden anderweitig draufgeschlagen. So kommen dann Stundenlöhne von 1000 Euro raus.“

Es gebe „noch zwei, drei unseriöse Firmen, die alle miteinander verstrickt sind“. Ob das freilich alle Schwarzen Schafe in der Branche sein dürften, ist zu bezweifeln. Denn zugleich erklärte der Schweriner Unternehmer, dass viele gekaufte Anzeigen bei einem Internet-Riesen von Schwarzen Schafen sein sollen. Und wer viel Werbung beim diesem schaltet, der werde auf den entsprechenden Suchseiten vorrangig platziert. „Wir kaufen da aber auch Anzeigen hinzu, damit uns der Kunde findet“, bestätigt Burkhard Glumm. Aber vielleicht solle man zur besseren Unterscheidung künftig „Original aus Schwerin“ hinzufügen, überlegt er. Anfang der Woche sei die über MV hinaus tätige Schweriner Firma etwa in Sternberg, Zaschendorf und Brüel tätig gewesen. In der Seenlandregion arbeite man eng „mit Klempner Tom Burow“ aus Groß Raden zusammen.

Bei Problemen mit dem Abfluss rät der Mecklenburger: „Auf der Webseite der Rohrreinigungsfirma muss ein Impressum sein, wo man die Herkunft genau nachvollziehen kann. Immer nur einheimische Firmen anrufen und im Zweifelsfall Freunde oder Familie um Rat bitten.“

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