zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

12. Dezember 2017 | 05:42 Uhr

Sternberg : Viele Kostbarkeiten aus Laienhand

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Verein „Grenzen-los“ am Sternberger Serrahnsbach hatte zu einem kleinen Adventsmarkt eingeladen.

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2017 | 12:00 Uhr

Er war einer der ersten kleinen Adventsmärkte, der in diesem Jahr seine Pforten für die Besucher öffnete: der vom Verein „Grenzen-los“ am Serrahnsbach in Sternberg. Am Donnerstag präsentierten die dort in Wohngruppen Lebenden bzw. die Tagesgäste, die an den vielen weihnachtlichen Souvenirs mitgewirkt haben, ihre kunstgewerblichen Kostbarkeiten. Und es war erstaunlich, welche hübschen Sachen entstanden sind: zum Beispiel eine aus Holz geschnitzte Krippe, Elche in verschiedenen Farben und Formen, weihnachtliche Figuren, Engel und vieles andere. An mehreren Fenstern waren aus Holz geschnitzte Häuserfronten aufgestellt, hinter denen kleine Lichter leuchteten und den auf der Straße Vorübergehenden den Weg ins Hausinnere wiesen. Aber auch Keramikgegenstände weckten das Interesse der Besucher. Alles verteilt in mehreren Räumen, die weihnachtlich geschmückt waren. Zudem waren eine Caféstube und eine Suppenküche eingerichtet worden. Und auch ein Flohmarkt bot so manches Schnäppchen an. Schon zur Eröffnung stürmten die Besucher den Markt.

Wie von Kerstin Bunte-Böhm, die mit ihrem Mann Dr. Martin Böhm den Verein im Jahre 2005 gegründet hatte, zu hören war, fördert Letzterer psychisch und oder abhängigkeitskranke Menschen mit sozialtherapeutischen Angeboten im Landkreis Ludwigslust-Parchim. „In Sternberg betreuen wir sowohl stationär als auch ambulant“, so die Mitbegründerin. „Wir geben Unterstützung bei der Bewältigung der Krankheit mit dem Ziel, dass die Betroffenen mit ihr leben können.“ Gearbeitet werde nach einem Therapieprogramm. Dazu gehören Ergo- und Musiktherapie, kognitives und soziales Kompetenz-Training, Sportangebote und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. In Sternberg gibt es 24 stationäre Wohngruppen.

Zu denen, die es geschafft haben, ein eigenständiges Leben zu führen, gehört Heiko Schumann, 45 und seit neun Jahren trockener Alkoholiker, wie er freimütig erzählt. „Ich habe vier Jahre in einer Wohngruppe gelebt. Seit zwei Jahren habe ich eine eigene Wohnung.“ Und er nutze die Ergotherapie, da er nach einem Motorradunfall auch körperliche Probleme habe. Trotz Einschränkungen ist er bemüht, die ergotherapeutischen Ziele umzusetzen. Was ihm auch gelinge. „Darauf bin ich stolz.“

Auch Olaf Baier hat es geschafft, sich ein eigenständiges Leben aufzubauen. Der 54-jährige gelernte Industriekaufmann ist seit viereinhalb Jahren in Sternberg wegen einer bipolaren Störung.. Zurzeit nimmt er an einem Therapieprogramm mit intensiver Betreuung, konzentriertem Training, Gesprächsrunden und allen angebotenen Hilfestellungen teil. Nach drei schweren depressiven Jahren gehe es jetzt wieder aufwärts. Nervenarzt Dr. Ramon Meißner betreue ihn medikamentös. „Mir hat die Gemeinschaft sehr geholfen – und auch das beschauliche Leben unter den Einheimischen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen