Brüel : Viele Friedfische und ein Ausreißer

Mit einem frischen Regenwurm auf dem Haken wirft Wilhelm Kubat seine Angel wieder aus. An diesem Vormittag hat er allerdings „nicht einen vernünftigen Biss“. Wiedersehen und Geselligkeit mit langjährigen Sportfreunden entschädigen danach.  Fotos: Rüdiger Rump
1 von 3
Mit einem frischen Regenwurm auf dem Haken wirft Wilhelm Kubat seine Angel wieder aus. An diesem Vormittag hat er allerdings „nicht einen vernünftigen Biss“. Wiedersehen und Geselligkeit mit langjährigen Sportfreunden entschädigen danach. Fotos: Rüdiger Rump

Beim Gemeinschaftsangeln des Regionalverbandes Sternberg belegte Witzin den ersten Platz vor Sternberger See und Dabel. Der einzige Hecht wurde nicht gewertet.

von
20. September 2015, 20:49 Uhr

Es ging diesmal nicht um prächtige Hechte oder Karpfen, sondern um ganz gewöhnliche Friedfische. Der Regionalverband der Angler aus dem einstigen Kreis Sternberg führte am Sonnabend zum vierten Mal sein Gemeinschaftsangeln durch. Von der Warnow, wo es sonst stattfand, zogen die Petrijünger an den Roten See um. „Bei der breiten Schilfkante ging es an der Warnow einfach nicht. Dort ist nicht gemäht worden, vermutlich wegen des niedrigen Wasserstandes“, erklärt Fred
Käther, Gewässerwart vom Regionalverband.

Diesem gehören zwischen Kukuk und Warin 13 Vereine mit rund 1270 Mitgliedern an, acht waren mit jeweils einem Dreier-Team vertreten. Ab acht Uhr wurde drei Stunden lang geangelt, jeder mit zwei Ruten. Das sei gemeinsam so beschlossen worden, nachdem zunächst an nur eine
gedacht war; erlaubt wären indes drei. Die abgesteckten 24 Plätze verteilten sich von der Badeanstalt aus in beide Richtungen halb um den See.


Hegefischen und danach Geselligkeit


Außer Zander seien im Roten See alle gängigen Fischarten vertreten: Hecht, Schlei, Brassen und natürlich Karpfen. Von Letzterem werde
jedes Jahr Nachwuchs eingesetzt. „Der Karpfen ist für Angler sehr attraktiv, weil er ein kampfstarker Fisch ist“, sagt Käther. Er vermehre sich allerdings überhaupt nicht selbst wie andere Fischarten. Doch von Hecht, Schlei und Barsch komme ebenso jährlich neuer Besatz in den See. Was notwendig ist, bestimme der Gewässerwart des Vereins, bei dem am Roten See René Döbel. Die gleichnamige Fischart eigne sich hier allerdings weniger, meint Käther schmunzelnd. Für den Besatz sei der Verein zuständig, der das Gewässer betreut. Der Landesanglerverband führe jedoch regelmäßig ein Probefischen durch und gebe daraufhin Empfehlungen. Er komme auch für den Besatz auf.

Beim Gemeinschaftsangeln des Regionalverbandes steht das Hegefischen im Vordergrund. Und für den Brüeler Wilhelm Kubat, der gleich in zwei Vereinen – Roter See und Petri Heil in Warin – Mitglied ist, zählen mindestens genauso „das Wiedersehen und gemütliche Beisammensein mit alten Sportfreunden“. Anglern werde zu Unrecht nachgesagt, dass sie Einzelgänger seien, Geselligkeit werde ganz groß geschrieben. Die im Anschluss entschädige auch vollauf, so Kubat, dass er den ganzen Vormittag „nicht einen vernünftigen Biss“ hatte. Beim Wettkampfangeln fehle ihm eben das Glück, doch ansonsten habe er 2014 zwölf schöne Karpfen und dieses Jahr bereits acht Hechte aus dem Wasser gezogen. Seit 1958, sagt der gebürtige Brüeler, sei er im Anglerverband. „Da war ich zehn. Die ersten Versuche habe ich schon vorher im Kreuzsee gemacht. Meine Großeltern hatten die Wirtschaft in Thurow, da bin ich oft gewesen und zum Angeln gegangen, nachher auch im Keezer See.“ Dem Hobby sei er bis heute treu geblieben.

Zwei Plätze weiter holte Hans-Jürgen Hortig einen 56 Zentimeter langen Hecht an Land. Der müsse großen Hunger gehabt haben, dass er auf Tauwurm gebissen habe. Na ja, ziemlich schlank sehe er auch aus. „Ich habe das gar nicht mitbekommen, meine zweite Angel fertig gemacht, und dann war das Flott weg“, erzählt der Brüeler. Für seine Größe habe sich der Fisch „ganz schön gewehrt“.

Gleich daneben für Bernd Burkhart aus Witzin war es dagegen ein Kinderspiel. In seinem Eimer liegt eine ganze Menge an Ukelei. Ein kleiner Plötz sei auch dazwischen. „Alle haben auf Made gebissen, auf Mais überhaupt keiner“, fügt der Witziner an. Er nimmt es gelassen, schließlich war Friedfischangeln angesagt. Und sein Fang trägt zum ersten Platz seines Teams bei. Der Angelverein Witzin siegt mit 2960 Punkten vor „Sternberger See“ (1870) und Dabel (1640).

„Der Rote See war eine schnelle Lösung“, resümiert Fred Käther. Wo es nächstes Jahr hingehe, stehe noch nicht fest, „vielleicht an den Tönnisbach. Aber das sehen wir uns vorher erst an“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen