Warin : Viele Fragen zu Straßen und Wegen

Risse in der Asphaltdecke traten schon nach kurzer Zeit auf.
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Risse in der Asphaltdecke traten schon nach kurzer Zeit auf.

Beschlüsse, Anträge, Kampfabstimmung in Wariner Stadtvertretung. Risse in neuer Straße und Gefahr für Fußgänger am Glammsee

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30. September 2017, 05:00 Uhr

Die neue Straße zwichen Klein und Groß Labenz, auf die alle so lange warten mussten, ist gerade ein Jahr alt und hat schon Risse, ärgert sich Frank Krüger. Und der
Absatz zur Bankette sei gefährlich tief für Rad- und Mopedfahrer, die beim Ausweichen von Bus oder großen Landmaschinen von der Fahrbahn müssten. Der Wariner arbeitet, wie er sagt, seit 25 Jahren im Straßen- und Tiefbau, und er ist sachkundiger Bürger im Bauausschuss. Auf der Sitzung der Stadtvertretung am Donnerstagabend machte er in
der Einwohnerfragestunde seinem Unmut Luft, dass Empfehlungen, die der Ausschuss zu diesen und anderen Problemen gebe, offenbar nicht an der richtigen Stelle ankommen. „Wozu sitzen wir denn überhaupt zusammen und machen uns Gedanken?!“


Für Bankette keine Gewährleistung


Gestern Vormittag sehen wir uns mit Frank Krüger an, was er meint, gleich hinter der 90-Grad-Kurve in Richtung Groß Labenz. Der Fachmann zeigt Risse, die „mit Bitumenlösung überpinselt“ wurden, auf die Feinsplitt kam, damit sich die Fuge schließt und kein Wasser eindringen kann, doch daneben sind welche offen. Die Bankette ist hier sechs Zentimeter tief, aber nur zwei bis drei sind zulässig, sagt er.

Risse seien auch ihm kurz nach Fertigstellung der Straße aufgefallen, bestätigt Bürgermeister Michael Ankermann auf SVZ-Anfrage. Hier gebe es „keine Zweifel“, dass die bauausführende Firma die Mängel beseitigen müsse. Was den hohen Absatz an der Bankette betrifft, verweist er auf das Bauamt Neukloster-
Warin. „Wir haben das geprüft, an der tiefsten Stelle waren es sieben Zentimeter, sonst aber weniger“, so Bauamtsleiterin Anke Mansour. „Wir sehen das nicht als Gefahr. Es muss sich natürlich jeder, der dort fährt, an die Straßenverhältnisse
anpassen.“ Und weiter: Das sei ein ländlicher Weg, für den normalerweise eine Breite von 3,50 Meter gelte. Dieser sei mit 4,20 Meter schon breiter – so wie vorher. „Schäden an der Bankette haben wir nicht festgestellt, werden das aber weiter beobachten.“ Die Verkehrssicherungspflicht liege bei der Stadt, für die Bankette bestehe keine Gewährleistung.

Frank Krüger moniert auch den Gehweg mit Treppen von Waldheim zum Glammsee. „Der hätte mit dem Gefälle
unten gar nicht abgenommen werden dürfen.“ Sechs Prozent dürften es maximal sein, doch es sei mehr als das Doppelte. Seit zwei Jahren trage er das an die Verwaltung heran, doch es tue sich nichts. Die
gepflasterte Fläche sei ein Wendehammer und kein Gehweg, sei ihm vom Bauamt
beschieden worden. Das verstehe er nicht, der treppenartige Weg treffe genau auf die Fläche mit dem starken Gefälle und lasse sich von Fußgängern nicht umgehen. „Wir werden uns damit befassen müssen“, räumt der Bürgermeister ein und hofft auf eine Lösung, „die finanziell nicht wahnsinnig ins Kontor schlägt“.

In der Stadtvertretung gab es viele Fragen zu Straßen und Wegen. Die Widmung des
Weges Groß Labenz-Eickelberg als öffentlicher Waldweg wurde einstimmig beschlossen. Die gleichzeitig mit aufgerufene Beschlussvorlage, den Weg von Groß Labenz nach Sternberg für nichtöffentlich zu erklären, wurde dagegen auf Antrag von Andreas Spriewald von der Fraktion Die Linke in einer Kampfabstimmung mit 6:5 in den Bauausschuss verwiesen. Eine teils emotionale Debatte war vorausgegangen. Spriewald, der noch am Dienstag in der SVZ den Kompromiss, der sich nun in der Beschlussvorlage wiederfand, ausdrücklich gelobt hatte,
erklärte seinen Sinneswandel damit, dass zu dem Punkt mit dem Amt Sternberger Seenlandschaft gesprochen werden müsse.

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