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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 04:37 Uhr

Klein Labenz : Viel Gespräche im offenen Atelier

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Künstlerin Brunhilde Handorf lud nach Klein Labenz ein. Über ein Bild, das ein Kriegslied von 1778 verarbeitet und traurige Aktualität hat, gab es viele Gespräche.

von
erstellt am 12.Jul.2015 | 20:46 Uhr

Die Räumlichkeiten seien wie für sie geschaffen, „so schön sonnig“, sagt Brunhilde Handorf. „Ich fühle mich richtig wohl und arbeite ohne aufzublicken. Manchmal ruft schon mein Mann an und fragt, wann ich denn nach Hause komme.“ Vor etwa zweieinhalb Jahren ist die Malerin in einen Seitenflügel des ehemaligen Gemeindehauses in Klein Labenz eingezogen. Hier lud sie am Freitagabend zum offenen Atelier ein.

Sie habe sich auf Publikum gefreut. Und dass „Leute aus dem Ort eingucken“. „Sonst friemelt man herum, versinkt in seinen Kleinigkeiten, ohne den großen Wurf im Blick zu behalten“. Handorf möchte im direkten Umfeld wahr- und angenommen werden, in Erscheinung treten und sich einbringen, „das ist ganz, ganz wichtig“. Als Kita-Gruppen wieder zeitweilig im Gebäude untergebracht waren, hatte sie gemeinsam mit ihrer Freundin Christa Berbig, die Kinderbücher schreibt, Lesung und Atelierbesuch organisiert. „Das war schön und würde ich gern wieder machen. Die Knirpse wissen das noch, wenn ich ihnen auf der Straße begegne.“ Sie habe erklärt, so Handorf, was kalte und warme Farben bedeuten, was Fröhlichkeit ausdrücke. Die Kinder sollten sehen, „dass jemand Freude am Malen hat“, wie die meisten von ihnen auch.

Die Atelier- seien Arbeitsräume, doch eigens zum Freitagabend habe sie eine Reihe von Bildern aufgehängt „um zu sehen, wie sie an der Wand wirken“. Ehemann Rolf Niederstrasser baute dazu die Rahmen aus Holz, zu jedem Werk passend.

Intensive Gespräche gab es besonders zu dem Bild, in dem die Künstlerin mit dunklen Farben das Kriegslied von Matthias Claudius verarbeitet hat. Es stelle Bedrohung dar, sagt Handorf. Das Gedicht entstand 1778, habe aber traurige Aktualität: „‘s ist Krieg! ‘s ist Krieg! O Gottes Engel wehre, Und rede Du darein! ‘s ist leider Krieg – und ich begehre Nicht schuld daran zu sein!“ So lautet die erste Strophe.

In hellen Farben samt Rahmen ist das Bild von der auflaufenden Flut an der Nordsee gehalten. Gerd Werber aus Klein Labenz ist davon ganz begeistert. „Schade, es passt nicht bei uns rein, wir haben dunkle Möbel.“ Er habe eine Reihe schöner Bilder entdeckt. „Man muss ein Stück zurückgehen, Fantasie entwickeln.“ Das richtige Licht spiele natürlich auch eine Rolle.

Mehrere Bilder seien nach ihrer jüngsten Reise durch Ostfriesland entstanden. Das Wetter sei „trist und trübe“ gewesen, doch die Landschaft fasziniere sie. Ab 19. August ist im Wariner Naturparkzentrum ihre Ausstellung „Gezeiten“ zu sehen, kündigt Handorf an. Bis dahin müsse sie aber noch Neues malen, ermuntert der Ehemann. Und für nächstes Jahr stehe erstmals „Kunst: Offen!“ in der Planung.

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