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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 04:58 Uhr

Vetter: Wir produzieren saubere Abluft

vom

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erstellt am 21.Mär.2012 | 06:24 Uhr

Warin | Biogasanlagen verschmutzen die Luft!? Diese Aussage hat Wolf-Dietmar Vetter, Chef der Wariner Pflanzenbau e.G., in der Zeitung gelesen. Eine These, der Vetter angesichts von Messungen an der Anlage seines Betriebes in Mankmoos widerspricht. "Wir produzieren saubere Abluft", sagt der Landwirt.

In einem geschlossenen System von großen Tanks entsteht in der Anlage beim Vergären von Mais unter Zusatz von Gülle Methangas. Im Blockheizkraftwerk in Mankmoos wird in einem Motor Gas verbrannt. So wie in jeder privaten Heizungsanlage erfolgen Messungen durch den TÜV.

"Wir betreiben mehr technischen Aufwand, um gute Werte zu erhalten", vergleicht Vetter mit Brennern beispielsweise in privaten Heizanlagen." Der Motor sei sehr teuer und empfindlich gegen Schwefel im Gas. Kohleaktivfilter sorgen deshalb dafür, dass das Gas schwefelfrei ist. Beim Ausstoß von Schwefeloxiden liege die Anlage in Mankmoos deshalb ständig bei Null, obwohl 0,35 Gramm pro Kubikmeter Abluft erlaubt wären.

Weit unter den erlaubten Werten liege die Mankmooser Anlage auch bei den Stickoxiden, so Vetter. Der erlaubte Grenzwert betrage 0,5 Gramm je Kubikmeter, die Mankmooser erreiche 0,2 Gramm.

Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird zum Heizen genutzt: für Wohnungen, Büros, Werkstätten und Hähnchenställe. Durch den Wintereinbruch mussten die Arbeiten zur Installation des Wärmenetzes verschoben werden. Jetzt sind die Station und die Verteilung fertig. Unter Regie von Steffen Hopfe wird derzeit die Steuerung optimiert. Allein die Hähnchen in einem benachbarten Betrieb benötigen Temperaturen von bis zu 35 Grad.

Vetter gibt zu bedenken: Wenn alle durch die Biogasanlage mit Wärme belieferten Gebäude anders beheizt würden müssten, dann würde eine Menge Öl verbrannt. Und auch die anstelle der Wärme aus dem Blockheizkraftwerk verwendeten Systeme würden Abluft produzieren. Er ist überzeugt, die modernen Biogasanlagen würde dagegen weniger Belastung bringen als diverse andere Anlagen.

Die Mankmooser Anlage laufe sehr zuverlässig, sagt Vetter. Ob ihre Heizleistung auch bei 20 Grad Minus ausreicht, konnte noch nicht getestet werden, da sie im vergangenen Winter noch nicht voll funktionsfähig war. Aber wahrscheinlich muss bei extremen Temperaturen in den Ställen, Büros und Wohnungen zusätzlich geheizt werden. Zumal ein Teil der erzeugten Wärme auch benötigt wird, um in der Biogas anlage selbst die Temperaturen so aufrecht zu erhalten, dass der Gärprozess weiter läuft.

Während in einem sehr kalten Winter die Wärmeenergie rar wird, ist sie im Sommer im Überschuss vorhanden. Dieser wird dann in Mankmoos zum Teil zum Trocknen von Holz genutzt.

Vier Biogasanlagen gibt es in der Gegend um Warin - darunter drei im Ortsteil Mankmoos, errichtet von drei verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben. Eine weitere baut ein Landwirt in der Nachbargemeinde Jesendorf, im Ortsteil Neperstorf.

Die Wariner Pflanzenbau e.G. will keine weitere Anlage errichten, erklärte Vetter. Der Betrieb baue auf zwölf Prozent seiner Flächen Mais an, mit dem auch die Anlage bestückt wird. "Wir wollen eine nachhaltige Landwirtschaft betreiben mit Fruchtfolge", so Vetter, "Deshalb gibt es kein Bestreben, den Maisanbau zu überziehen." Hauptproduktion des Betriebes seien Getreide und Raps. Es gebe aber auch Flächen - Sandböden -, die eignen sich gut für Mais. Zudem bringe der Anbau den Vorteil, dass Zwischenfrüchte in den Boden kommen. Mit der Biogasanlage habe sich der Betrieb ein weiteres Standbein geschaffen.

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