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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. August 2017 | 23:32 Uhr

Ventschow : Verzweifelter Hilferuf nach Brand

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das Ehepaar Karger aus Ventschow steht nach dem Feuer in einem Wirtschaftsgebäude ohne Wasser und Strom da. Sie hoffen auf Hilfe aus der Gemeinde.

„Ich brauche Hilfe.  Wir haben kein Wasser und keinen Strom.“ Auch am Dienstag, Stunden nach dem Brand eines Wirtschaftsgebäudes, stehen der Seniorin die Tränen in den Augen.

Sie steht verzweifelt und hilflos vor den Resten des Gebäudes unmittelbar neben dem Haus in der Ventschower Waldhaussiedlung, in dem sie und ihr Mann wohnen. Ihre Hände sind mit Ruß bedeckt. „Die ganze Nacht über habe ich schon aufgeräumt, kaum geschlafen, aber es wird einfach nicht weniger“, sagt sie. Einen Container habe sie schon bestellt. Der werde Mittwoch geliefert, aber alleine werde sie   die Aufräumarbeiten nicht schaffen, zeigt sie sich verzweifelt und hoffend  auf viele helfende Hände aus der Gemeinde.

Am späten Montagnachmittag war das Feuer in einem  Nebengelass ausgebrochen. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Jesendorf, Ventschow und Hohen Viecheln waren bis zum späten Abend im Einsatz. „Die Flammen schlugen bereits aus dem Dach als wir kamen“, sagt Wolfgang Sielaff, stellvertretender Ventschower Wehrführer.

Die Feuerwehr gerufen hatte die Bewohnerin. „Ich habe über dem Dach Rauch aufsteigen sehen und bin  sofort nach draußen. Als ich dann die Tür aufgemacht habe, war es zu spät. Mir kam schon Rauch entgegen. Ich habe  sofort die Feuerwehr verständigt“, sagt die Seniorin.

Brandgeruch liegt auch gestern noch in der Luft. Auf dem Boden kaputte Dachpfannen und Holzbalken, Schutt und Asche. Das Wirtschaftsgebäude ist bis auf die Grundmauern zerstört. Es wurde von der Familie als Hobbywerkstatt und  Schuppen für Gartengeräte genutzt, im Keller befindet sich die Wasserpumpe, wie die Ventschowerin gegenüber SVZ erzählt.  Da durch den Brand die Stromleitungen zerstört wurden, fehlt der jetzt auch für den  Betrieb der  Wasserpumpe – es gibt kein Wasser und keinen Strom.

Die Einsatzkräfte brachten den Brand innerhalb von rund einer Stunde unter Kontrolle. Das Haus liegt an einem Landweg  mitten  im Wald. „Wir hatten ausreichend Wasser zum Löschen auf dem Fahrzeug“, sagt Sielaff.

Trotz sofortigen Einsatz – die Ventschower Kameraden waren als erste vor Ort – konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus nicht vermieden werden. Die Dachrinne an der Hauswand wurde durch die Hitze leicht beschädigt, so  Sielaff. Das Haus bleibe aber  bewohnbar. Menschen wurden zum Glück nicht verletzt. Der Sachschaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Es liegt der Verdacht eines technischen Defektes nahe, erklärte Nancy Schönenberg, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wismar, auf Nachfrage  unserer Zeitung mit.

Von SVZ mit dem Brand und dem Hilferuf der Familie konfrontiert, versprach Ventschows Bürgermeister Dieter Voss gestern, sich kümmern zu wollen.

 

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erstellt am 26.Jul.2016 | 17:00 Uhr

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