Sternberg : Verstärkung bei den Danzkinnings

Aufstellung zum Jägerneuner, um anfangs die Schritte zu üben. Trainiert wird montags nach dem Schulunterricht.  Fotos: Rüdiger Rump
1 von 2
Aufstellung zum Jägerneuner, um anfangs die Schritte zu üben. Trainiert wird montags nach dem Schulunterricht. Fotos: Rüdiger Rump

Mit der Kindertanzgruppe des Sternberger Heimatvereins trainieren jetzt auch Regionalschüler. Am Sonnabend haben sie ihren Auftritt beim Landesrapsblütenfest.

von
03. Mai 2017, 21:00 Uhr

Beim Landesrapsblütenfest haben sie ihren großen Tag: Die „Sternberger Danzkinnings“ treten gemeinsam mit den „Witziner Danzlüd“, der Volkstanzgruppe der Dörpschaft, am Sonnabend gegen 15.30 Uhr auf. Im kulturellen Programm von 12 bis 17 Uhr sind neben Stargästen mehrere Vereine und Institutionen aus der Region dabei.

Seit sechs Jahren betreuen Heidi und Rudi Barz tanzfreudige Kinder aus der Sternberger Grundschule. Angefangen haben sie als Arbeitsgemeinschaft. Das Ehepaar war zuvor von Witzin nach Sternberg
gezogen, hält den Danzlüd, dem beide mittlerweile rund 20 Jahre angehören, aber weiter die Treue. Gemeinsame Auftritte der großen und kleinen Tänzer liegen daher nahe, etwa in Warnemünde.

Heidi Barz habe ihren Mann zu den ersten Übungsabenden drängen müssen, erzählt sie schmunzelnd. Rückblick: Zur Vorbereitung der 775-Jahr-Feier von Witzin sei das Geld knapp gewesen, aber dennoch sollte ein ansprechendes Programm geboten werden. So sei 1996 die Dörpschaft Witzin und mit ihr die Volkstanzgruppe gegründet worden. Schon lange ist Rudi Barz voller Begeisterung bei der Sache und nun mit 74 Jahren der Älteste der Danzlüd. „So lange mich die Füße tragen, bleibe ich dabei“, sagt er lachend.

Es habe auch eine Kindergruppe gegeben, doch die sei mit den Jahren immer kleiner geworden und habe schließlich aufgehört zu bestehen. Nach ihrem Umzug seien sie an den Sternberger Heimatverein herangetreten, um wieder mit Volkstanz für Kinder zu beginnen, erklärt Heidi Barz, der dieses Metier im Blut steckt. Schon als Lehrerin habe sie große Freude daran gehabt. Und im Heimatverein habe es mal eine Kindertanzgruppe unter Leitung von Klaus Mulsow gegeben, die „Stirnbarger Tanzkinnings“. Als sie aufgelöst wurde, habe er die Kleider an die Schule übergeben, wo sie gut verwahrt wurden und dann für den Neubeginn zur Verfügung standen. Die Grundschule unterstütze das Vorhaben von Anfang an, allen voran Lehrerin Christina Busch, aber auch Schulleiterin Heike Schwedt.

Nur den vorherigen Namen sollte die neue Tanzgruppe „aus Respekt vor Klaus Mulsow, der sie mit viel Hingabe geleitet hat“, nicht wieder
bekommen, erklärt Rudi Barz. So seien es einfach die Tanzkinder von Heimatverein und Grundschule gewesen, bevor am Mecklenburgabend 2016 auf dem Museumshof der neue Name verkündet wurde: Sternberger Danzkinnings.

Acht Kinder seien von der ersten bis vierten Klasse dabei gewesen, andere gekommen und gegangen. Kinder sollten sich ausprobieren, aber auch nicht bei kleinsten Dingen aufgeben, so Barz’ Devise. Tanzen mache Spaß, verlange jedoch ebenso Bereitschaft sich anzustrengen, vereine geistige und sportliche Anforderungen.

Beim Abschied aus der Grundschule und damit aus der Tanzgruppe „haben wir die acht Kinder gefragt, was ihnen gefallen hat, vor allem aber, was nicht“, sagt Heidi Barz. „Und da hieß es als Erstes, sie hätten sich in der Kleidung nicht wohl gefühlt.“ Die habe tatsächlich auch nicht mehr zu dem viel moderner gewordenen Repertoire der Tanzgruppe gepasst, pflichten Barz’ bei.

Beim Förderpreis des Landkreises Ludwigslust-Parchim für Kunst- und Kulturarbeit mit Kindern und Jugendlichen, den Jörg Klingohr vom Golchener Hof initiiert hat, wurden die Tanzkinder der Alexander-Behm-Schule 2015 mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Von den 250 Euro Preisgeld konnten die ersten vier neuen farbenfrohen Tanzkleider angeschafft werden. Der Heimatverein finanzierte die gleiche Anzahl, und Doris Hoffmann, die die Verbindung zwischen diesem und den Danzkinnings hält, gewann Sponsoren für weitere.

Schade sei nur, dass die Kinder nach der vierten Klasse die Tanzgruppe verlassen, bedauern die beiden Ehrenamtler. „Wie gerufen“, so Heidi Barz, sei daher die Idee für ein Offenes Orchester mit Gesang und Tanz im Amt Sternberger Seenlandschaft gekommen, finanziert über das Projekt „Neulandgewinner“ bei der Robert Bosch Stiftung. Heidi und Rudi Barz wollen nun auch mit Kindern aus den fünften bis siebenten Klassen der KGS eine Volkstanzgruppe aufbauen. Der Anfang ist gemacht, darunter mit Klara Windelberg, Miriam Koch und Franziska Hochbaum drei Mädchen, die schon in der Grundschule dabei waren. Sie seien eine willkommene Verstärkung für die Sternberger Danzkinnigs, bevor es ausreichend Interessenten für einen eigenen Tanzkreis gebe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen