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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 21:41 Uhr

Warin : Versperrt – aber neue Hoffnung

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Wariner Bauausschuss ist im Gespräch mit Interessenten für das ehemalige Krankenhausgelände, das abgesperrt ist und verkommt.

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 16:52 Uhr

Die Senioren im Club der Volkssolidarität fragten Bürgermeister Michael Ankermann danach. Und wer durch den Zaun mit dem Schild
„Betreten verboten“ das ehemalige Krankenhaus sieht, das einst weit über Warin hinaus einen guten Ruf hatte, schüttelt verärgert oder einfach nur traurig den Kopf. Träumereien mehrerer privater Erwerber des Grundstücks sind bekanntlich geplatzt. 2011 ging das ehemalige Krankenhausgelände vom Insolvenzverwalter an die Stadt über. Dies und das ebenfalls von der Stadt erworbene benachbarte Amtsgericht liegen den Warinern „schwer auf der Seele“, wie es Ankermann jüngst ausdrückte.


Nach neuer Bebauung weiter zugänglich


Eine städtische Entwicklungsgesellschaft, die nach dem Vorbild von Sternberg schon 2013 gegründet werden sollte, ist bislang nicht in Sicht. Die sollte als erstes ein Konzept für die Nutzung von Krankenhausgelände und Amtsgericht erarbeiten. Ein beabsichtigter Ideenwettbewerb im gleichen Jahr verpuffte anscheinend.

Doch jetzt zeigt sich offenbar ein neuer Hoffnungsschimmer. Der Bürgermeister informierte im Club der Volkssolidarität wie in der Stadtvertretung, dass es zwei Interessenten für das Gelände gäbe. Einer habe sich bereits mit seinem „Bau- und Lebensprojekt in sehr bunter Form“ im Bauausschuss präsentiert. Beim zweiten Vorhaben gehe es um die Errichtung von Ferienhäusern. Der Interessent betreibe bereits welche in der Region. Er habe den Bauausschuss außerhalb der Saison zu einer Besichtigung dorthin eingeladen, kündigt der Bürgermeister an. „Etwas zum Anfassen zu haben, ist immer besser, als nur bunte Bilder zu sehen“, so Ankermann. Der Wunsch der Stadt, dass das Gelände nach neuer Bebauung bis zum See für Spaziergänger zugänglich bleibe, sei akzeptiert worden. Der Interessent habe sich auch zum Amtsgericht aufgeschlossen gezeigt und wolle es in seine Überlegungen einbeziehen. Diese Situation sei für ihn neu, erste Ideen so aus dem Stand gäbe es aber durchaus, erklärt Ankermann.

Ein Hamburger Investor habe über einen Berater in MV „allgemein“ Interesse an Wassergrundstücken für Ferienunterkünfte bekundet. Diese Anfrage beziehe sich nicht direkt auf das Krankenhausgelände in Warin, es könne jedoch in Betracht kommen. Mit diesem dritten Interessenten befinde sich die Stadt allerdings erst in der Phase der Terminfindung, so Ankermann. „Mehr ist da noch nicht.“

Auch für Roswitha Schulz und Christel Dieckmann, die im Diakonie-Pflegeheim Am Glammsee arbeiten, wäre es eine Freude, wenn in die Absichten auf dem Gelände, das immer mehr verkommt, endlich Bewegung komme. Sie kennen das Haus noch aus besseren Zeiten. „Und das Pflegeheim existiert jetzt 22 Jahre. Anfangs sind wir mit Bewohnern oft von dort bis zum See spazieren gegangen“, erzählt Dieckmann. Jetzt standen die beiden Betreuungskräfte wieder einmal vor dem Zaun, der das Grundstück absichert. Diesmal wollten sie gern Hopfenblätter zur Dekoration pflücken. „Hier gehts leider nicht weiter. Wir müssen uns woanders umsehen“, meint Roswitha Schulz.

Liselotte Zimansky, eine „alte Warinerin“, wie sie sagt, wohnt jetzt wieder in der Stadt, genau neben dem Krankenhaus, in dem sie „schon ein paar Mal“ gelegen hatte. „Das war doch in der ganzen Umgebung bekannt, und so schön gelegen“, sagt die Rentnerin, die in dieser Woche 82 Jahre alt wurde, anerkennend. Für sie sei es „ein Trauerspiel“, jeden Tag mit ansehen zu müssen, „wie alles verkommt“, dass manche sogar ihren Unrat auf dem Gelände entsorgen.

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