Feuer im Forsthaus Weberin : Vermutlich Defekt an Gefriertruhe

Zunächst räumen der externe Brandermittler Peter Saeland und Rainer Sonnenberg von der Kriminalpolizei Crivitz den Schutt beiseite.
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Zunächst räumen der externe Brandermittler Peter Saeland und Rainer Sonnenberg von der Kriminalpolizei Crivitz den Schutt beiseite.

Das erste Zwischenergebnis der Brandermittler im ehemaligen Forsthaus bei Weberin liegt vor. Die Eigentümer möchten gern an diesem Ort bleiben.

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28. April 2015, 21:00 Uhr

Aus der Brandruine steigen auch am Tag darauf, nachdem das ehemalige Forsthaus im Wald zwischen Wendorf und Weberin ein Opfer der Flammen wurde, dünne Rauchsäulen auf. In der Luft liegt penetranter Qualmgeruch. Noch schlimmer wird der im Innern des zerstörten Gebäudes, wo Rainer Sonnenberg von der Kriminalpolizei in Crivitz und der hinzu gezogene externe Brandermittler Peter Saeland die Ermittlungen aufgenommen haben.

Nach ersten Erkenntnissen schloss die Polizei am Montag eine technische Ursache für den Brand nicht aus. Es würden alle Richtungen in Betracht gezogen, sagt Saeland gestern Vormittag gegenüber SVZ. „Wir sind erst am Beginn der Untersuchungen.“ Die Brandermittler müssen jede Menge Schutt beiseite räumen, bevor sie den möglichen Ausgangspunkt des Feuers ausfindig machen können.

Zwei Stunden Zeit bis zum Schock
Am Nachmittag teilt die Polizeiinspektion Ludwigslust dann mit, dass offenbar ein technischer Defekt an einer Gefriertruhe das Feuer ausgelöst hat, so ein erstes Zwischenergebnis der Brandgutachter. Die Ermittlungen sind aber nicht abgeschlossen.

Zwei Spaziergänger hatten am Montag gegen 11 Uhr bemerkt, dass aus dem abseits der Landesstraße 09 gelegenen Anwesen, das auf einer großen Lichtung idyllisch von Wald umgeben ist, Rauchschwaden aufsteigen und über Notruf Polizei und Feuerwehr verständigt. Als die freiwilligen Feuerwehren (FFw) aus Wendorf sowie kurz darauf aus Gustävel, Brüel und Sternberg eintrafen, hatte das Feuer den gesamten Dachstuhl erfasst, so dass die Flammen gen Himmel schlugen. Es wurde noch die FFw Crivitz mit ihrer Drehleiter zusätzlich alarmiert, um den voll ausgebreiteten Brand von zwei Seiten bekämpfen zu können. Nach etwa einer Stunde war der unter Kontrolle.

Das ehemalige Forsthaus teilen sich Berliner und Hamburger Familien als Wochenend- und Urlaubsdomizil. Später soll es einmal ihr Alterswohnsitz werden. Sie haben es vor anderthalb Jahren von einem Holländer gekauft. Das Haus sei schon zu dem Zeitpunkt in einem guten Zustand gewesen, und als neue Eigentümer hätten sie weiter investiert,
erklärt Klaus-Jürgen Buß aus Berlin gestern vor Ort im SVZ-Gespräch. Er sei sofort, als ihn die Nachricht von dem Brand erreichte, losgefahren und auf das Schlimmste gefasst gewesen. „Ich hatte im Auto zwei Stunden Zeit, um mich auf den Schock vorzubereiten“, so der Berliner. Er habe erwartet, das Gebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt vorzufinden. An dem sei es aber nicht. „Das ist ein Verdienst der fünf Feuerwehren, die mit 42 Leuten im Einsatz waren, wie mir am Ende gesagt wurde. Ich habe sie noch alle angetroffen und empfinde tiefe Dankbarkeit. Es wurde an alles gedacht, der Strom abgestellt, damit nicht noch mehr passiert. Wie professionell die fünf Wehren hier draußen in der Natur agiert haben, verdient größte Anerkennung“, sagt der Miteigentümer des Hauses.

Natur, Haus und geradlinige Menschen

Dass durch den Brand wahrscheinlich ein Totalschaden entstanden sei, habe sich leider nicht verhindern lassen, sagt der Berliner, dem anzusehen ist, wie nahe ihm die Zerstörung des Hauses geht. Noch sei es zu früh, über die nächsten Schritte zu sprechen. „Doch wir lieben diesen Ort und möchten gern hier bleiben.“ Dafür gebe es drei Gründe: die herrliche Natur, das Haus und – „auch wenn es sich vielleicht kitschig anhört“, so Buß – „die geradlinigen Menschen, die wir kennen gelernt haben“. An dem Vorhaben mit dem Alterswohnsitz werde festgehalten.

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