Historisches Gebäude in Sternberg : Verjüngungskur für 100-jähriges Pfarrhaus

<fettakgl>Das Pfarrhaus</fettakgl> mit seiner interessanten Fassade wurde  von 1903 bis 1904 gebaut.
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Das Pfarrhaus mit seiner interessanten Fassade wurde von 1903 bis 1904 gebaut.

An einem mehr als 100-jährigen Sternberger Baudenkmal wird gearbeitet. Die Evangelische Kirche setzt das Pfarrhaus instand und modernisiert es.

svz.de von
23. Januar 2013, 10:18 Uhr

Sternberg | Die Verjüngungskur hat begonnen für ein mehr als 100-jähriges Sternberger Denkmal. Die Evangelische Kirche setzt das Pfarrhaus in der Mühlenstraße instand und modernisiert es. Das Gebäude habe nicht nur von seinem Standort im Umfeld von Kirche, Markt und Mühlentor eine besondere Bedeutung, erklären Lisa und Wolfgang Mewes vom beauftragten Sternberger Ingenieur- und Architekturbüro. Dieses Pfarrhaus zeuge im Zusammenhang mit der Kirche vom geistig-kulturellen Angebot in der Stadt.

An dem dreigeschossigen Backsteinbau mit Elementen der Neugotik, der in den Jahren 1903 bis 1904 nach den Bauplänen von Karl-Friedrich Schlie errichtet worden war, gibt es gut ein Jahrhundert später vom Dach bis zum Keller immense Schäden. Das ist schon von außen sichtbar.

Etliche Ziegel sind verwittert und müssen ausgetauscht werden, erfuhr SVZ bei einem Besuch auf der Baustelle von Lisa Mewes. Zu sehen sind aber beispielsweise auch Risse im Mauerwerk, die auf Grund eingedrungener Feuchtigkeit entstanden sind.

Das Dach, das vor Jahrzehnten neu gedeckt wurde, ist undicht. Die Regenentwässerung ist außerdem zu klein dimensioniert. Ein neues Dach wird gebaut. Etliche Fenster im Haus, die in den vergangenen Jahren noch nicht ausgetauscht wurden, werden jetzt erneuert. Das Mauerwerk im Kellergeschoss wird frei gelegt, um Sperren gegen die Feuchtigkeit einzubauen. Bei der Wiederherstellung der Gebäudehülle mit Dach, Fassade und Kelleraußenmauerwerk helfen Städtebaufördermittel. Alle Arbeiten sind mit dem Denkmalschutz abgestimmt, erfuhr SVZ. Dabei geht es auch um einige Veränderungen an der Fassade. Da wird beispielsweise ein im Mauerwerk angedeutetes Fenster geöffnet für einen Gemeinderaum mit sakraler Atmosphäre, ein anderes kleines Fenster zugemauert. Auf der Eingangsseite gibt es künftig zwei Türen: die alte historische und eine neue moderne. Die alte führt über die Eingangshalle in den Bereich der Gemeinde, die zweite künftig direkt zur Treppe hoch in die Pfarrwohnung. Es gibt aber auch innen weiter einen Durchgang. Schon seit seiner Einweihung vor 100 Jahren hatte das Pfarrhaus zwei Funktionen - zum einen Pfarrwohnung, zum anderen Räume für die öffentliche Nutzung. Doch anders als bisher werden der private Bereich des Pfarrers und der öffentliche Raum jetzt klar getrennt. Nach Fertigstellung stehen zudem zwei Sanitärräume, einer davon behindertengerecht, bereit, die auch von den Besuchern der Kirche genutzt werden können.

Damit das Gebäude energieeffizient ist, werden die Mauern von innen mit Kalziumsilikat-Platten gedämmt. Das Material hat den Vorteil, dass es Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann, sagen die Planer. Die Heizungsanlage wird modernisiert, die gesamte Haustechnik erneuert. Der Gas-Haus anschluss ist bereits neu. Damit an das Gemäuer mehr Luft kommt, wurde der Garten ausgelichtet. Ein Bauunternehmen aus Mustin, das für den Rohbau zuständig ist, hat mit den Entkernungsarbeiten im Inneren begonnen. Vergeben sind auch bereits Aufträge für Elektro-, Heizungs- und Sanitärbereich sowie Tischlerarbeiten an Firmen der Region. Vorgesehen ist, die Arbeiten am Pfarrhaus bis zum Jahresende abzuschließen.

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