Vermittlung von Hunden in Keez immer schwieriger : Verein macht sich für Fundhunde stark

<fettakgl>Kerstin Westhoff (l.) ist die Vorsitzende</fettakgl> von Mecklenburger FundHund e. V., kümmert sich um Fundhunde im Amtsbereich und leitet eine Hundeschule. Neben ihr Harald Behm mit Opal, Dr. Wilfried Koester mit Frenzi, Ines Bublitz mit Elmo, Dr. Andrea Koepke  mit Alice und Erwin Krumm mit Timmy, die gerade eine Stunde in der Hundeschule besucht haben. <foto>Foto: Roswitha Spöhr</foto>
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Kerstin Westhoff (l.) ist die Vorsitzende von Mecklenburger FundHund e. V., kümmert sich um Fundhunde im Amtsbereich und leitet eine Hundeschule. Neben ihr Harald Behm mit Opal, Dr. Wilfried Koester mit Frenzi, Ines Bublitz mit Elmo, Dr. Andrea Koepke mit Alice und Erwin Krumm mit Timmy, die gerade eine Stunde in der Hundeschule besucht haben. Foto: Roswitha Spöhr

Kerstin Westhoff ist Vorsitzende von Mecklenburger FundHund e. V.. Sie kümmert sich um Fundhunde im Amtsbereich. Inzwischen dauert es immer länger, bis ein Hund vermittelt werden kann, so die Keezerin.

svz.de von
07. Juni 2012, 11:05 Uhr

Keez | "Balu" geht leidenschaftlich gern schwimmen. Sein lackschwarzes Fell glänzt nach jedem Bad in der Sonne. Wer den ca. sieben Jahre jungen Labrador heute sieht, glaubt kaum, in welchem Zustand der Rüde vor einigen Wochen in die Fundhunde-Station der Hundesschule von Kerstin Westhoff gekommen ist. "Leider war Balu in keinem guten Allgemeinzustand. Völlig verfettet, mit stumpfen Fell. Parasiten plagten ihn und er hustete. Der Hund wurde veterinärmedizinisch versorgt und hat sich so nach und nach erholt. Inzwischen hat Balu mehrere Kilos abgenommen und wieder Lebensfreude", sagt Kerstin Westhoff. Sie hofft, dass es nun schnell mit einem neuen Zuhause für den Vierbeiner klappt. Denn inzwischen dauert es immer länger, bis ein Hund vermittelt werden kann, bilanziert die Keezerin, die 2007 die ersten Fundhunde aufgenommen hat. 20 sind es im Jahresdurchschnitt.

"Früher bin ich die Hunde schnell wieder los geworden. Heute bekomme ich aber zum Teil sehr schwierige, vernachlässigte oder kranke Tiere. Einer war sogar mal eineinhalb Jahre bei mir", sagt sie. Das größte Problem: Die Betreuung der Fundhunde ist per Vertrag über das Amt Sternberger Seenlandschaft geregt. Bezahlt wird für maximal 60 Tage. Hat es Kerstin Westhoff bis dahin nicht geschafft, den Vierbeiner zu vermitteln, muss sie selbst die Kosten übernehmen. Wie jetzt bei "Balu". Trotzdem schickt die engagierte Hundeliebhaberin auch mal interessierte Leute weg, "weil Hund und Mensch passen müssen".

"Das Amt ist sehr tierfreundlich, so wird beispielsweise die medizinische Erstversorgung übernommen. Das ist nicht selbstverständlich. Aber es gibt Hunde, die nach einem Unfall in die Klinik müssen oder die eine Spezialbehandlung brauchen. Diese Kosten kann ich dem Amt nicht aufbürden", sagt sie. Ihrem Anspruch treu zu bleiben, darin sei sie von vielen Leuten in Gesprächen bestärkt worden und in deren Ankündigung, sie unterstützen zu wollen. Finanziell über Spenden, aber beispielsweise auch bei der Hundebetreuung. Als dann noch eine Anfrage kam, ob nicht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei ihr möglich sei, wurde die Idee, einen Verein zu gründen, immer wahrscheinlicher. Die Gründungsmitglieder von Mecklenburger FundHund e. V. kommen aus ganz Deutschland, die Hompage www.mecklenburgerFundhund.jimdo.com ist im Aufbau. Gründungsmitglied ist auch Dr. Andrea Koepke, die als Kassenwart agiert. "Ich bin seit meiner Kindheit mit Hunden verbunden, seit 1995 habe ich selbst Hunde, derzeit zwei", sagt sie. Sich vor Ort zu engagieren, sei ihr wichtig. "Hier sehe ich die Arbeit und auch was mit dem Geld passiert", begründet sie. Erste Vorsitzende ist Kerstin Westhoff. "Unser Ziel ist es, den meistens völlig verwahrlosten und oft kranken Hunden optimale Betreuung zu kommen zu lassen, medizinischer und verhaltenstherapeutischer Art und dann auch ein endgültiges Zuhause bei lieben Hundefreunden zu finden. Mit dem Verein im Rücken können wir auch eine Vor- und Nachkontrolle bei den neuen Besitzern machen". Andrea Koepke erzählt aber auch von möglichen Futterpatenschaften für schwer zu vermittelnde Fundhunde oder das Ausführen eines Vierbeiners. Apropos FSJ: Pauline Lustig, die bereits ein Schülerpraktikum bei Kerstin Westhoff absolviert hat, ist sehr daran interessiert, freut sich die Keezerin. Mehr Infos zum Verein und zu den Fundhunden unter 0172/6097794.

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