Veranstalter frei von Schuld

Die Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun, die Verletzten zu versorgen. Michael-Günther Bölsche
Die Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun, die Verletzten zu versorgen. Michael-Günther Bölsche

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10. Mai 2013, 05:47 Uhr

Dabel | Auch gestern blieb der Blitzeinschlag bei einer Herrentagsparty in Dabel das Thema in unserer Region. Der Schock sitzt tief - nicht nur bei den Festbesuchern und ihren Angehörigen. Wie SVZ berichtete, war kurz vor 13 Uhr am Donnerstag ein Blitz auf der Festwiese am Holzendorfer See in eine Birke eingeschlagen und sprang von dort über die nasse Wiese. 39 Besucher der Party wurden verletzt, acht von ihnen schwer. Mit dem Helikopter wurden die Verletzten in Kliniken nach Schwerin, Güstrow, Rostock und Neuruppin geflogen bzw. im Rettungsfahrzeug nach Bützow und Parchim gebracht. Dr. Jörg Allrich, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Region Westmecklenburg, erklärte gestern auf SVZ-Nachfrage: "Im Schweriner Klinikum wurde eine schwer verletzte Frau eingeliefert sowie 33 Patienten, die leichte Verletzungen davontrugen. 22 von ihnen wurden stationär aufgenommen. Ein Großteil konnte am Freitag die Klinik wieder verlassen". Gegen den ausdrücklichen Rat der Ärzte hätten aber elf Personen die Klinik noch am Donnerstag verlassen. "Unter den Verletzten waren auch sechs Kinder, auch hier wurden drei von ihren Eltern noch am Unfalltag wieder mit nach Hause genommen", erklärte der Mediziner.

Gleichzeitig betonte er, dass es entgegen anders lautenden Meldungen "keine Brandverletzungen gibt, sondern es sich um Herzrhythmus- und Herz-Kreislaufstörungen handelt". Da man nicht wisse, wie viel Strom durch die Patienten und damit durch den Herzmuskel geflossen sei, müsse man vorsichtig sein. "Die Gefahr sollte nicht unterschätzt werden, mitunter können spätere Schäden folgen", mahnte der Mediziner.

Was das Überspringen des Blitzes auf die Festwiese betrifft, so hat die Polizei keinerlei Erkenntnisse, dass irgendwelche Vorschriften missachtet wurden oder gar - wie vor Ort von Personen angedeutet - Blitzschutz fehlen würde. Es sei ein tragisches Naturereignis, da gebe es nichts gegen irgendwen zu ermitteln, war von der Polizei zu erfahren. Diese hat ihre Untersuchungen aber noch nicht abgeschlossen. Ein Elektro-Verteilerkasten, der relativ dicht an der Birke, dem Einschlagsort des Blitzes steht, war erst kürzlich von einer Fachwerkstatt installiert worden und soll, so das vorläufige Urteil der Polizei, in Ordnung sein.

Insgesamt, so wurde auch gestern nochmals betont, waren die Rettungseinsätze sehr professionell abgelaufen. Und auch das Gros der Besucher verhielt sich der Lage entsprechend. "Es war durchaus nicht leicht, alle als leicht verletzt Eingestuften im Schweriner Klinikum unterzubringen, aber es hat geklappt und wir brauchten sie nicht auf mehrere Häuser aufzuteilen", so Edwin Mörer von der Integrierten Leitstelle Westmecklenburg in Schwerin. Nach seinen Worten gab es eine gute Abstimmung mit dem Leitenden Notarzt vor Ort, dem Org-Leiter und den Feuerwehren. "Wir werden dieses Ereignis, das zum Glück nicht alle Tage vorkommt, auch intern noch auswerten. Wir sagen vorab allen Beteiligten Dank für die schnelle und besonnene Hilfe", liegt Mörer am Herzen.

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