Mankmoos : Unmengen Müll aus Wald und Flur

Mit vereinten Kräften werden die Anhänger entladen – der Container füllt sich zusehends.  Fotos: Rüdiger Rump
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Mit vereinten Kräften werden die Anhänger entladen – der Container füllt sich zusehends. Fotos: Rüdiger Rump

Bei der Sammelaktion der Jäger aus den Pächtergemeinschaften Warin und Labenz war zur Mittagszeit der 24 Kubikmeter große Container voll.

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03. April 2017, 05:00 Uhr

Hier hört für sie jedes Verständnis auf: Jäger aus den Pächtergemeinschaften Warin und Labenz fuhren am Sonnabend mit ihren Pkw-Anhängern wieder Unmengen von Unrat aus Wald und Flur zusammen. Der 24 Kubikmeter große, über die Jagdgenossenschaft bereit gestellte Container auf dem Betriebshof der Wariner Pflanzenbau eG in Mankmoos war zur Mittagszeit voll. Hinzu kamen zahlreiche Farbeimer, ein Gewirr aus langen, schwarzen Gummistreifen sowie Wellasbest, der als Sondermüll entsorgt werden muss, alles extra gelegt.

„Was für ein Müll das alles ist“, meint Uwe Möller, Obmann der Pächtergemeinschaft Warin, kopfschüttelnd. Dabei gebe es genug Möglichkeiten zur legalen Entsorgung, die in den Müllgebühren schon enthalten sei. „Als wir vor gut zehn Jahren damit angefangen haben, war es noch mehr. Da hatten wir den größtmöglichen Container, und der reichte nicht.“ Daran, dass mehr Menschen einsichtiger geworden seien, glaube er allerdings nicht so richtig. Wenn die Jäger in ihr Revier fahren, hätten sie schon immer Müllsäcke mit, um kleinere Dinge einzusammeln. Mit dieser Aktion im Frühjahr solle einmal richtig Klarschiff im Wald, an Feldrändern und Wegen gemacht werden. Und daran würden sich
alle aus der Pächtergemeinschaft beteiligen, freut sich der Obmann. Wer am Sonnabend nicht könne, erledige das abends, der Container stehe einige Tage vorher bereit.

Holger Laut wohnt in Sternberg, gehört aber der Pächtergemeinschaft Warin an. Er hat Sohn Jan Ole (13), der schon tüchtig mit anpackt, und Tochter Alina Marie (8) dabei. Der kleine Pkw-Anhänger ist voll bepackt mit alten Fernsehern, Autoreifen, Waschbecken und anderem Unrat. Dies ist schon die dritte Fuhre, und einmal geht es noch los.

Bei dieser Aktion seien sie von Anfang an dabei, erzählt sein Vater Hans Laut aus Warin, der den Sohn einst für die Jagd begeistert hat. „Als er das erste Mal mitkam, habe ich ihn den Rückschlag spüren lassen, wenn man abdrückt. Das hat weh getan, war aber wichtig, um Respekt vor einer Waffe zu bekommen“, so Laut senior.

Manfred Blank hat, wie er sagt, „endlich Ruhe“, dass der Haufen Wellasbest nun aus seinem Revier heraus ist. „Der lag schon dort, als ich das Jagdgebiet vor vier Jahren übernommen habe, hatte aber
immer gehofft, dass der Verursacher gefunden wird und das Zeug selbst wegräumen lassen muss.“ Das habe leider nicht geklappt. Jetzt werde die Firma, die den Container abhole, die Asbeststücke gesondert einpacken und fachgerecht entsorgen.

Es sei erschreckend, was jedes Jahr an Unrat zusammenkomme, findet Karl-Heinz Fink aus der Pächtergemeinschaft Groß Labenz. „Das ist nicht zu begreifen. Besonders dort, wo Wege in den Wald gehen, wird an den Ecken alles Mögliche entsorgt. In Klein Labenz, wo ich wohne, aber auch am Wald beim Badestrand, obwohl es Müllbehälter gibt“, so Fink. Er hat sogar Hilfe aus der Verwandtschaft. Susann und Georg Rutkowski sind keine Jäger, aber eigens aus Schwerin-Wickendorf zu dem Einsatz gekommen. „Für uns ist der Weg das Ziel, nämlich früh im Wald zu sein. Und wir mögen es auch, wenn alles sauber ist. Dazu legen wir gern Hand mit an“, sagt Susann Rutkowski.

Zum Abschluss sitzen alle schön in der Sonne zusammen, lassen sich Steak, Bratwurst und Bier – wer nicht fahren muss – schmecken.

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