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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 18:03 Uhr

Sternberg : Umgehungsstraße nun doch?

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sternberg ist im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 überraschend in der Kategorie „vordringlicher Bedarf“ eingestuft.

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Selbst Bürgermeister Jochen Quandt war überrascht: In dem von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgelegten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 steht in der Kategorie „vordringlicher Bedarf“ auch eine Ortsumgehung von Sternberg. Er habe davon aus der SVZ und durch eine E-Mail der Bundestagsabgeordneten Karin Strenz erfahren, so Quandt auf Nachfrage. Eine Presseinformation des Bundestagsabgeordneten Frank Junge an unsere Redaktion enthält sogar diese Fakten: Länge 3,8 Kilometer, Kosten 9,6 Millionen Euro.

Bereits der Flächennutzungsplan der Stadt, der seit dem 28. Februar 1994 rechtskräftig ist, enthält eine Umgehungsstraße. So soll die B 104 von Brüel aus vor der Tankstelle rechts abgehen, unterhalb des Wahrsbergs verlaufen, am Gewerbegebiet Rachower Moor die B 192 kreuzen und nahe dem Heidberg wieder der jetzigen Strecke folgen. Die Chancen, dass gebaut wird, waren äußerst gering, wie die Einstufung unter „weiterer Bedarf“ im damaligen Bundesverkehrswegeplan, der bis 2015 galt, leicht erahnen ließ.


Trasse schon aus den 1930er-Jahren


Die Trasse sei „uralt“ und immer wieder auf den Tisch gekommen, wenn es um dieses Thema ging. Sie stamme seines Wissens schon aus den 1930er-Jahren, so der Bürgermeister. In den letzten Jahren sei allerdings „nicht mit Nachdruck“ daran gearbeitet worden und die Umgehungsstraße auch „nie in dieser Kategorie wie jetzt eingeordnet“ gewesen. „Wir haben uns auch gewundert“, sagt Rolf Brümmer von der Bauleitplanung im Amt Sternberger Seenlandschaft.

Die Auffassungen zu einer Ortsumgehung seien Jochen Quandt zufolge geteilt. Für die Anwohner am Mecklenburgring wäre sie eine enorme Entlastung von Lärm und Staub. „Das wissen wir und ist verständlich.“ Petra und Reinhard Bruchmann, die dort eine Pension betreiben, üben seit Jahren massiv Kritik. Sie hatten sogar den vorherigen Schweriner Verkehrsminister Volker Schlotmann eingeladen, sich selbst vom Lärm zu überzeugen. Er könnte kostenlos übernachten, mit Frühstück, am besten von Sonntag bis Montag, dann sei es in der Frühe am lautesten. So wie Bruchmanns, die nach ihrer Aussage allein wegen des Lärms mehrere Stammgäste verloren, sind zahlreiche Anlieger genervt, befürchten zudem gesundheitliche Risiken durch die Abgase. In einer Stunde seien schon mal 693 Fahrzeuge gezählt worden.

Andererseits gehe „ein Stück Wahrnehmung“ verloren, wenn die Stadt weiträumig umfahren werde, gibt Quandt zu bedenken. Manchem aus der Ferne, der noch nie von Sternberg gehört hat, fallen bei der Durchfahrt Stadtkirche oder Wall auf und veranlassen ihn, anzuhalten und die Stadt zu besuchen.


Weiter bemüht um Tempo 30 nachts für Lkw


Wenn sich abzeichnet, dass in den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans Bewegung kommt, müsse intensiv darüber gesprochen werden, „ehrlich und offen“, so Quandt. Eine ebenso als vordringlich eingestufte Ortsumgehung von Lützow im Landkreis Nordwestmecklenburg lehnt die Gemeinde dort ab.

In Sternberg gehen unterdessen die Bemühungen weiter, dass auf dem Mecklenburgring die Geschwindigkeit für Lkw von abends bis früh auf 30 km/h beschränkt wird, um die Lärmbelästigung zu verringern. Es gebe weiterhin Gespräche mit dem Landkreis, so Quandt. Bislang leider ohne Ergebnis.

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