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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. Oktober 2017 | 10:59 Uhr

Brüel : Übung auf Firmengelände

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Bei der MFG Mecklenburger Freizeitmöbel GmbH probte die Freiwillige Feuerwehr Brüel einen Einsatz mit Brand und vermisster Person. Das Unternehmen spendete 1000 Euro für die Jugendwehr.

von
erstellt am 18.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Es brennt im Sozialgebäude, das Feuer hat schon die Zwischendecke erreicht, im total verqualmten Raum wird eine Person vermisst. Das war am Dienstagabend bei der MFG Mecklenburger Freizeitmöbel GmbH in Brüel zum Glück nur das Szenario für eine Einsatzübung der freiwilligen Feuerwehr.

„Wir haben das ein bisschen dramatisiert, um das Zusammenspiel bei einem möglichen Ernstfall zu üben“, erklärt Wehrführer Torsten Reiher. Um 18.37 Uhr ertönt in Brüel die Sirene. Fünf Minuten später trifft das erste Tanklöschfahrzeug ein. Der Erstangriff erfolgt unter Atemschutz.
Bevor sich zwei Feuerwehrmänner so nahe wie möglich am Boden ins Gebäude begeben, notiert Gruppenführer Mathias Ohms, auch stellvertretender Wehrführer, den Luftdruck in beiden Geräten. Zugleich wird eine Schlauchleitung zum Regenrückhaltebecken gelegt, um an Löschwasser zu gelangen. „Das ist eine richtige Aufgabe. Mit der Haspel geht es nur bis zum Zaun. Dann müssen sich die Jungs Gedanken machen, wie sie weiterkommen“, sagt Torsten Reiher. Eile ist geboten, Hektik aber fehl am Platz. Schon nach kurzer Zeit der Ruf „Wasser marsch bis zum Verteiler!“ Ein Wasserschild, ein halbrunder Bogen etwa wie bei einem Pfau, nur viel größer, schützt das Gebäude von der Seite. Dann haben auch die beiden Männer am Strahlrohr Wasser, sie zielen über das Dach. Wie der Wehrführer erfährt, hat die Feuerlöschpumpe, Tragkraftspritze (TS) genannt, „zuerst nur Modder gezogen, aber dann ging es“.

Auf einer Trage wird die vermisste Person aus dem nicht mehr so dichten Qualm in dem Gebäude geborgen und an den fiktiven Rettungsdienst übergeben. Die Feuerwehr hat indes ihre gesamte Technik aufgefahren, sogar den Robur, Baujahr 1986, einst Einsatzfahrzeug mit Hänger. Jetzt wird damit ein Bahnrettungssatz transportiert, wenn ein Brandherd nur auf Schienen erreichbar ist.

„Alles ist ruhig abgelaufen. Wichtig war auch, dass es mit dem Funk und der Abmeldung geklappt hat“, resümiert der Wehrführer. Von der Rampe aus haben MFG-Produktionsleiter Ralph Michalzik, Finanzbuchhalterin Bianca Schütz und Technikleiter Andreas Keil das Geschehen beobachtet. Geschäftsführer Gerhard Diedrich, dem die Feuerwehr genauso am Herzen liegt, ist schon unterwegs nach Italien, um über Zulieferungen für die nächste Saison zu verhandeln. Zwischen Unternehmen und Feuerwehr gibt es guten Kontakt. „Es ist gut, wenn die Feuerwehrleute die lokalen Gegebenheiten bei uns kennen“, meint der Produktionsleiter und denkt an den 3. Juli 2015. Im Werk I in der Sternberger Straße, jetzt Ort der Einsatzübung, brach an einem Ofen für die Pulverbeschichtungsanlage ein Feuer aus und zerstörte diese. Ein technischer Fehler, bei dem ungünstige Umstände zusammentrafen. Mit dem neuen Werk II im Gewerbegebiet sei die zu Ende gehende Saison „gewuppt“ worden, wie Michalzik sagt. „Doch es hat weh getan. So was müssen wir nicht noch einmal haben.“ Der Brand habe gezeigt, wie wichtig die Feuerwehr sei und dass die regelmäßig übe, fügt Bianca Schütz an. Die Firmenvertreter übergeben symbolisch einen 1000-Euro-Scheck für die Brüeler Jugendfeuerwehr. Die brauche dringend ein neues Fahrzeug. „Der MB 100, unser Kastenbrot, wie wir sagen, ist eine alte Krücke“, so der Wehrführer. Dank zahlreicher Spenden, auch von kleinen Firmen und Geschäften, sei nun das Geld zusammen.

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