zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 11:32 Uhr

Warin : Überrascht: Waldweg für Auto gesperrt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Unverständnis bei einem Wariner Pilzsammler, für das Forstamt ist die Sperrung legitim, denn das Befahren mit Kfz ist nur Eigentümer erlaubt.

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 17:33 Uhr

Bei den milden Temperaturen wachsen die Pilze noch, dachte sich der Wariner Bringfried Petschow. Bis zu den richtigen Stellen im Wald ist es weit, deshalb fuhr er wie sonst erst einmal mit dem Auto. Der Weg in Richtung Neukloster, der hinter der Gärtnerei in Sand übergeht, ist für Radwanderer ausgeschildert. Doch stoppte ihn weit im Wald überraschend ein Schild: Nichtöffentlicher Waldweg für das Befahren mit Kraftfahrzeugen durch Unbefugte gesperrt. „Das verstehe ich nicht. Hier ging es immer durch. Das haben mir auch ältere Wariner bestätigt“, so Bringfried Petschow, selbst in Warin geboren und aufgewachsen. Von Pennewitt und Neumühle aus stehen ebenfalls Sperrschilder, wie er sich vergewissert habe.

SVZ fragte im zuständigen Forstamt Schlemmin nach. Dessen Leiter Mathias Regenstein wusste auf Anhieb, worum es geht. Der Weg sei aus Gewohnheit mit Kraftfahrzeugen genutzt worden, aber „nie öffentlich gewesen“. Der Streit darum sei so alt, wie es die neue Forstverwaltung gäbe – über zwei Jahrzehnte. „Die Kommunen sollen ein Straßen- und Wegeverzeichnis führen. Die darin stehen, sind öffentlich“, so Regenstein. Im Amtsbereich Neukloster-Warin sei das nicht geschehen. Der einzige öffentliche Waldweg führe von Nakenstorf zum ehemaligen Polizeiobjekt und von dort nach Neumühle. Nun „einfach einen hineinzuschreiben“, reiche aber nicht aus. Es sei ein so genannter Widmungsakt notwendig. Mit dem werde geregelt, wer für den Unterhalt
aufkomme.

Im übrigen dürfe kein Waldweg motorisiert befahren werden, ob ein Schild stehe oder nicht. Einzige Ausnahme: Er ist öffentlich und wird von der Gemeinde unterhalten. Nach Paragraph 28 des Landeswaldgesetzes sei das Befahren mit Kfz nur dem Eigentümer erlaubt. Mit Fahrrad, Kinderwagen oder ähnlichem könne freilich jeder dort fahren.

Auf dem Weg, um den es hier geht, habe es eine Weile sogar einen Schlagbaum gegeben, von dem noch Reste zu sehen seien, geschätzt ca. 800 Meter hinter dem jetzigen Schild. „Ich bin aber nicht dafür, den wieder aufzustellen“, so der Forstamtsleiter. „Die Schilder stehen genau an der Eigentumsgrenze zwischen Stadtwald und Landesforst und deshalb so weit hinein.“ Die Anregung von SVZ, sich mit der Stadt zu verständigen, dass die Schilder an den Waldanfang versetzt werden, nehme er gern auf, sagt der Forstamtsleiter.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen