Sternberger Seenland : Über 13 Brücken muss es gehen

Der Zustand der geschichtsträchtigen Sagsdorfer Brücke über die Warnow erfordert die zweitgrößte Investition: gut eine Million Euro
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Der Zustand der geschichtsträchtigen Sagsdorfer Brücke über die Warnow erfordert die zweitgrößte Investition: gut eine Million Euro

Laut einem Gutachten sind fünf Brücken in und um Sternberg in einem sehr schlechten Zustand. Investitionen von 4,25 Millionen Euro erforderlich

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16. Januar 2018, 20:45 Uhr

Drei Brücken haben nur ein „Ungenügend“ erreicht, zwei ein „Nichtausreichend“, zwei ein „Ausreichend“ und sechs ein „Befriedigend“. Um in der Bewertungssprache der Schule zu bleiben: Über drei Brücken ist die Erreichung des Ziels in naher Zukunft gefährdet und eine Versetzung ist ausgeschlossen. Alle 13 Brücken in Sternberg und seinen Ortsteilen sind offenbar in keinem guten Zustand und das heißt, auf die Stadt kommen erforderliche Investitionen in Millionenhöhe zu. Genauer gesagt nach einer vorsichtigen Schätzung in den nächsten zehn Jahren 4,25 Millionen Euro, davon zwischen 2018 und 2022 der Löwenanteil von knapp 3,9 Millionen Euro. Das geht aus einem Papier hervor, dass seit Dezember letzten Jahres im Rathaus vorliegt.

„Wir haben uns im letzten Jahr entschieden, uns eine Entwicklungs- und Erhaltungsstrategie für alle unsere Brücken von der Ingenieurgesellschaft mbH Verkehrs- und Brückenplanung Raben-Steinfeld erstellen zu lassen“, erklärt Sternbergs Bürgermeister Armin Taubenheim im Gespräch mit der SVZ. Der ehemalige Offizier beschäftigte sich während seines Studiums auch mit Brückenbau, hat sogar schon selbst Brücken mitgebaut und daher ein Auge auf diese verkehrstechnisch wichtigen Bauwerke. Denn bei allen dreizehn Brücken, für die das Strategiepapier erstellt wurde, handelt es sich um Bauwerke für den Kraftfahrzeug- und Fußgängerverkehr. Taubenheims Fazit aus dem Papier: „Wir müssen in den nächsten zwei bis drei Jahren tätig werden, um den Zustand der Brücken zu verbessern.“

Im schlechtesten Zustand ist die Brücke über den Mühlenbach in der Straße Vor dem Pastiner Tor, dicht gefolgt von der Brücke über den Mühlenbach in der Kütiner Straße und der Schweinsbrücke in der gleichnamigen Straße. Sie haben eine Bewertung von 3,8 bzw. 3,7 und 3,5 von vier möglichen Punkten erhalten. Wobei vier die schlechteste mögliche Bewertung ist. Für diese drei Bauwerke ist eine erforderliche Gesamtinvestition von 610 000 Euro veranschlagt. Ein bedeutend größeres Loch im Stadtsäckel droht Sternberg jedoch durch die notwendigen Arbeiten an der Sagsdorfer Brücke über die Warnow und die Eisenbahnbrücke bei Groß Görnow. Bei ersterer sieht das Ingenieurbüro einen Investitionsbedarf von gut einer Million Euro, bei letzterer, die auch schon in den vergangenen Jahren durch bauliche Probleme auf sich aufmerksam gemacht hat (SVZ berichtete) , sogar von gut 1,4, Millionen Euro. „Und das ist eine vorsichtige Schätzung. Ich bezweifele, dass das ausreicht“, meint das Stadtoberhaupt mit Blick auf alle prognostizierten Kosten. „Wir wissen noch nicht, woher das Geld kommt. Es gibt keinen Fördertopf dafür. Wir hoffen auf Sonderzuweisungen durch das Land.“ Ob und wie hoch es diese geben wird, könne zu diesem Zeitpunkt noch niemand sagen. Und um Sonderzuweisungen zu beantragen, müsse die Stadt Planungen einreichen, für die sie in Vorleistung gehen müsse. „Ich werde diese Übersicht nutzen, um das Verkehrsministerium auf die notwendigen Investitionen aufmerksam zu machen, welcher finanzieller Aufwand da auf uns zukommt. Dann dürfte dem Land klar werden, dass wir das allein nicht stemmen können.“

Mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim hat der Bürgermeister schon geredet, der habe klargestellt, dass er keine finanziellen Mittel für den Brückenbau der Kommune zur Verfügung hat.

Leider müsse sich die Deutsche Bahn auch nicht an den anstehenden teuren Bauarbeiten für die Eisenbahnbrücke beteiligen, so Taubenheim.

„Der Landkreis steht mit seinen Brücken vor genau demselben Problem“, weiß Olaf Steinberg, Pressesprecher der Sternberger Stadtverwaltung und gleichzeitig Kreistagspräsident. Denn der Kreis ist für die Brücken auf seinen Kreisstraßen verantwortlich.

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