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Überdüngung in Necheln? : Trinkwasser aus Brunnen ist tabu

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Wegen Uran und Nitratbelastung weichen einige Einwohner in Neu und Alt Necheln schon auf Mineralwasser aus.

von
erstellt am 23.Feb.2015 | 17:04 Uhr

In Alt und Neu Necheln kommt das Trinkwasser aus hauseigenen Brunnen. Die hatten die Grundstückseigner bauen lassen, als vor Jahren der zentrale Brunnen des Agrarhofes, der auch die Haushalte in den beiden Brüeler Ortsteilen mit dem lebenswichtigen Nass versorgt hatte, stillgelegt wurde.

Als bei einer Untersuchung des Grundwassers aus dem Hauswasserbrunnen für das Gutshaus in Alt Necheln erhöhte Uran-Werte gemessen wurden, waren auch die anderen Haushalte alarmiert. „Alle haben getestet“, sagt Nadine Borawski aus Neu Necheln. Sechs Hauswasserbrunnen gibt es in beiden Orten. Doch aus fünf würden sich die Familien gegenwärtig nicht mit Trinkwasser versorgen. „Die Uran- und Nitratbelastung ist zu hoch“, begründet Borawski, warum auch sie zu Mineralwasser greift.

Besonders extrem sind die Werte bei einem Brunnen für das sanierte Gutshaus in Neu Necheln – auch hier kommen deshalb nur noch Mineralwasserflaschen zum Einsatz. „Die Uranbelastung war so hoch, dass noch eine zweite Probe genommen wurde. Laut Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert bei 0,010 Milligramm pro Liter, gemessen wurden 0,095 Milligramm pro Liter Trinkwasser“, weiß sie.

Antwort auf die Frage, ab welchem Wert eine Gesundheitsgefährdung bestünde, gibt der Brüeler Dipl.-Geologe (FH) Hans-Werner Lübcke. Bei Erreichen eines Grenzwertes sei auch das Ende einer Messlatte erreicht. Jeder Körper reagiere anders, man denke nur an den eines Babys, gibt er zu bedenken.

Betroffene Haushalte aus Neu und Alt Necheln haben sich an die Stadt, den Landkreis Ludwigslust-Parchim und die mea, als Betreiber des Wasserwerkes in Brüel, gewandt. Und fühlen sich bisher allein gelassen. Um so mehr, wenn jetzt in Neu Necheln auch noch ein Gärrestelager gebaut werden solle (SVZ berichtete). Die Befürchtung: Dessen Inhalt lasse bei Ausbringung auf den dortigen landwirtschaftlichen Flächen die Uranwerte weiter ansteigen. Denn laut Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) habe die Landwirtschaft indirekt Einfluss auf die erhöhten Uranwerte.

 
Den ganzen Beitrag finden Sie in der Tageszeitung und auf Epaper.

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