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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 15:01 Uhr

Jesendorf : Trecker Treck trotzt Dauerregen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

4. Kräftemessen der großen und kleinen Geländespezialisten vor Bremswagen in Jesendorfs Kieskuhle

„Resi, i hol di mit mei‘m Traktor ab. Resi, mit dem da mach i niemals net schlapp“, trällerte Wolfgang Fierek schon 1985, und auch am Sonnabend  verbreitete diese „Treckerhymne“ Optimismus über das  tiefgründig aufgeweichte Gelände der Kieskuhle Jesendorf. Daniela Fedtke und ihre Mitstreiter vom gleichnamigen Traktor Pulling Team aus Zurow hofften inständig, dass sich weder die teilweise von weit her mit ihrem schweren Gerät angereisten Akteure noch das im Vorjahr weit über Tausend zählende Publikum von dem anhaltenden Dauerregen entmutigen ließen. Organisatoren und Helfer, allen voran die freiwilligen Feuerwehrleute aus der Nachbarschaft, jedenfalls taten ihr Möglichstes für erträgliche Bedingungen und Stimmung rund ums Fahrerlager. „An Wettkämpfe aber ist heute wohl nicht mehr zu denken“, meinte Daniela Fedtke Sonnabendnachmittag und vertröstete auf Sonntag. „Wir beobachten alle das Regenradar.“

Sogar eine Handvoll Besucher näherte sich respektvoll den zur Ruhe gezwungenen PS-Giganten und ihren Fahrern und war froh, wenn ihre mitgeführte Wetterkleidung hielt. „Ohne Gummistiefel geht hier gar nichts“, stellte allerdings manch Ankömmling resigniert fest, der sich im Pkw von den außerordentlich gut vorbereiteten Zufahrtswegen hatte verlocken lassen.

Einer jedoch strahlte buchstäblich wie ein kleiner Sonnenschein, während er neben seinem Onkel auf dem mit einer flatternden Plane beschirmten „Bock“ einen feuerroten Treckers fuhr.

Dies hier sei Jan Kopplin, drei Jahre jung und Eigner jenes außergewöhnlichen Fahrzeugs, stellte Onkel „Jonni“ Kopplin vor. „Unsere Familie ist eigentlich mit einem 85 PS starken Belarus hier zum Traktor Pulling“, erklärte er. Weil diesmal aber neben den Landtechnik-Oldtimern auch andere geländegängige Fahrzeuge   bis hin zu Freizeitsport-Quads ihre Chance bekommen sollten, wollten Kopplins auch diesen Exoten anmelden. Es handle sich bei dem roten Mini-Trecker tatsächlich um eine Rarität, die in den letzten Jahren der DDR in knapp 1000 Stück – quasi als Nachfolger des legendären Universalgeräteträgers RS 09 – gebaut und ausgeliefert worden sei.

„Unser UT 082 hat gerade mal 13 PS und ist damit wohl das Leichtgewicht unter den hiesigen Traktoren“, erfuhren Wissbegierige, und dass dieser Frontlader seinerzeit in der Milchviehanlage Weltzin im Klützer Winkel eingesetzt war. Der dreijährige Jan Kopplin jedenfalls freute sich über die Ausfahrt mit seinem schmucken kleinen Trecker, egal ob das mit dem Wettkampf nun klappte oder nicht. 

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