zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. September 2017 | 02:26 Uhr

Talent aus Warin : Traum von einer Musical-Karriere

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

17-jährige Warinerin Paula Giesler nimmt seit vier Jahren Gesangsunterricht

von
erstellt am 11.Feb.2017 | 15:00 Uhr

Singen kann sie zu jeder Tages- und Nachtstunde, selbst im Unterricht singe sie, dann natürlich leise, vor sich her, bekennt die 17-jährige Paula Giesler, die am Gymnasium „Am Sonnenkamp“ in Neukloster die elfte Klasse besucht. Und auch zu Hause, wenn sie etwa mit ihrem Border Collie unterwegs ist, darf der Gesang nicht fehlen.

Die Warinerin liebt vor allem „Musical und Klassik, Pop finde ich hingegen ganz scheußlich. Es gibt ganz weniger Pop-Lieder, die ich mag; Alligatoah, einen Rapper, finde ich ganz gut“, verkündet Paula. Ihre Leidenschaft gehört jedoch ganz klar dem Musical.

Seit vier Jahren nimmt die Warinerin Gesangsunterricht bei Relia Paul in Neukloster an der Außenstelle der Kreismusikschule „Carl Orff“ des Nordwestkreises. Und ihr großer Traum nach dem Abitur ist eine Musical-Ausbildung. „Da reinzukommen, wird aber ganz, ganz schwer“, weiß sie. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt… Vielleicht kommt Paula Giesler z. B. an der Hochschule für Musik in Rostock an.

Von der Stimmlage her hat sie eine Mezzosopran-Stimme, auch „Halbsopran“, genannt. Mezzosopran liegt zwischen Alt und Sopran und zeichnet sich gegenüber dem Sopran durch ein dunkleres Timbre sowie einen etwas tiefer liegenden Stimmumfang (etwa a bis f’’) aus. Letzteres sagt freilich nur den Kenner etwas. Für Paula hingegen sind solche Termini normal. Sie möchte unbedingt einmal E3, ein hoher Ton beim Singen, können. „Das ist der höchste Ton zum Schluss von ,Phantom der Oper‘“, erzählt die leidenschaftliche Musical-Liebhaberin. Gegenwärtig sei sie bei C3 und arbeite gesangstechnisch an D3.

„Phantom der Oper“ – natürlich hat sie die Aufführung in Hamburg schon live gesehen wie auch „Aladdin“ und „König der Löwen“. Im vergangenen Herbst war sie in Berlin bei „Tanz der Vampire“. Als nächstes soll es, ebenfalls in der Bundeshauptstadt, der „Glöckner von Notre Dame“ sein. „Mein Lieblings-Musical ist allerdings ,Les Miserables‘“. Sagt sie und stimmt mal so eben aus dem Stehgreif „One My Own“ an.

Dabei hat alles einmal mit Gitarrenunterricht begonnen. „Doch ich wollte nur singen und habe den Gitarrenlehrer ,gezwungen‘, dass er spielt und ich singe“, so Paula. Am Ende einigte man sich, dass Gesangsunterricht wohl besser wäre. Nur eines musste noch geklärt werden: Ob es stimmlich dafür auch reiche. Bei Paula Giesler ist es der Fall – und so nimmt sie nicht nur seit vier Jahren Unterricht bei Relia Paul, sie gehört mittlerweile auch dem Blasorchester in Grevesmühlen und seit einem halben Jahr der Bigband der Kreismusikschule an.

Der Gesangsunterricht bei Relia Paul ist natürlich kein Wunschkonzert. Und so musste die 17-Jährige kürzlich den Titelsong „Küss mich, halt mich, lieb mich“ aus dem alle Jahre zu Weihnachten wieder über die TV-Bildschirme flimmernden tschechisch / deutschen Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ singen. „Küss mich, halt mich…, das finde ich so kitschig“, bekennt sie.

Zur Weihnachtszeit trat die Teenagerin „auf Drängen meines Opas“, Karl Giesler aus Zahrensdorf, wieder mit ihm auf. „Ich sang, er spielte Saxofon. Dabei kann er gar keine Noten, er spielt nach Gehör“, betont die Enkelin. Nicht schlimm, zumal sich Karl Giesler damit in illustrer Gesellschaft befindet: So bekannte kein Geringerer als Startenor Luciano Pavarotti vor Jahren, dass er keine Noten lesen könne…

Bei Auftritten am Gymnasium in Neukloster wie zum „Tag der offenen Tür“ wird Paula Giesler vom Neuklosteraner Moritz Niens aus der Parallelklasse 11 b am Klavier begleitet. Klavier spiele er seit fünf Jahren. „Angefangen hat es jedoch mit Geige“, so Moritz zu seinem eigentlichen Lieblings-Instrument. Geige spiele er denn auch im Sinfonieorchester der „Carl Orffler“.

Und dann wird es im Gespräch regelrecht philosophisch: „Musik sagt das aus, was nicht gesagt werden kann, aber gesagt werden muss!“, verkündet Paula Giesler.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen