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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 22:53 Uhr

Brüel : Training vor dem Leistungspflügen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Paul Niemann vom Agrarhof Brüel nimmt zum dritten Mal am Wettbewerb der Landkreise Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg teil.

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Die Frühjahrsarbeiten auf den Feldern sind überall angelaufen. Auch Paul Niemann vom Agrarhof Brüel hat schon seine Runden mit dem Traktor gedreht, unter anderem mit Bodenbearbeitungstechnik im Schlepp. Doch gestern war für ihn Training angesagt – für das Leistungspflügen, das die Bauernverbände der Landkreise Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg am morgigen Sonnabend, 1. April, auf einem Schlag bei Gadebusch veranstalten.

Der 29-Jährige nimmt zum dritten Mal an dem Wettbewerb teil. Bei seiner Premiere 2015 in Holthusen sprang ein zweiter Platz im Drehpflügen heraus, im Vorjahr in Banzkow wurde er Vierter. Das fand er auch gut, „hat Spaß gemacht“. Jetzt mal den Siegerpokal mitzubringen, „wäre schön, aber die Hauptsache ist, dabei zu sein“, bleibt der junge Mann auf dem Boden. Die Teilnahme sei „ein bisschen Spaß an der Freude“, und er wolle „die Jugend anregen“, sich in den Beruf hinein zu knien. Er habe schon im Vorjahr einen Auszubildenden mitgenommen, damit sich dieser was von erfahrenen Pflügern abgucken könne und erkenne, „worauf es ankommt“, so Niemann.

Sein Chef Johannes Ullrich, Betriebsleiter vom Agrarhof Brüel, freut sich über „die Lust, das berufliche Können auch öffentlich zu zeigen und dafür keine Mühe zu scheuen“. Und er finde es gut, dass der Teilnehmer am Wettbewerb Lehrlinge einbeziehe, das bereichere die Ausbildung. „Seitdem sie das so hinkriegen, haben die Azubis noch einen Schritt voran geschafft“, so Ullrich.

Paul Niemann hat Fachkraft für Agrarservice gelernt und eine Meisterausbildung zum Staatlich geprüften Agrarbetriebswirt absolviert. Er sei seit Februar 2016 beim Agrarhof. Sein erster Betrieb im Schweriner Umland habe seinerzeit pfluglos gearbeitet, damit sich dort in dem sandigen Acker die Feuchtigkeit besser halte und Kosten gespart würden. Der Boden werde nur durchgemischt, nicht gewendet wie beim Pflügen. Der Grubber gehe zwar auch bis zu 25 Zentimeter tief, doch der Nachteil sei, dass Unkraut- und andere unerwünschte Samen oder Pilzsporen, die sich an der Oberfläche gesammelt haben, nicht nach unten ins Erdreich befördert werden, wo sie erschwerte Keimbedingungen haben. Somit könne das Pflügen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringern. Der damalige Betrieb sei auch dazu übergegangen.

Um Sorgfalt gehe es nicht nur beim Leistungspflügen. Die Bodenbearbeitung spiele eine große Rolle, damit die Saat gleichmäßig auflaufe und keine Fehlstellen entstünden, sagt Peter Kanneberg, der Paul Niemann auf dem Feld zwischen Sternberger Burg und Groß Görnow hilft, den Pflug richtig einzustellen. In der täglichen Arbeit sei das Ziel, eine gleichmäßige Oberfläche zu schaffen, beim Wettbewerb zählten zudem der Abstand der Furchen und größte Genauigkeit. Zuerst werde eine Spaltfurche gezogen, dann der Boden viermal in Arbeitsbreite des Pfluges dagegen geworfen, danach auf der vorgebenen Fläche ein Keil heraus gepflügt und von dort auf der anderen Seite wieder zu der Spaltfurche zurückgekehrt. Natürlich dürfe nicht einmal der schmalste Streifen ausgelassen werden. Der Teilnehmer müsse das vorher exakt berechnen.

Neben dem Drehpflügen, an dem Niemann teilnimmt, gibt es Wertungen im Beetpflügen und für Auszubildende. Bei Letzteren ist Gut Wamckow mit Jakob Schünemann, der eine zweijährige Ausbildung kombiniert mit einem Studium an der Fachhochschule Neubrandenburg absolviert, und Marc Fanter, erstes Lehrjahr zum Landwirt, zweimal vertreten. Und beide werden unterstützt von weiteren Azubis, freut sich Eckhard Muckermann, Verantwortlicher für Pflanzenbau im Gut Wamckow.

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