Brahlstorf/Nutteln : Tragischer Unfall bewegt die Region

Die Unfallstelle: Das Auto der getöteten Fahrerin lag im Graben – die Frau starb noch vor Ort. Der 24-jährige Verursacher überholte nach einer Linkskurve und übersah wahrscheinlich den Wagen im Gegenverkehr.
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Die Unfallstelle: Das Auto der getöteten Fahrerin lag im Graben – die Frau starb noch vor Ort. Der 24-jährige Verursacher überholte nach einer Linkskurve und übersah wahrscheinlich den Wagen im Gegenverkehr.

In Dabeler Fahrschule war Unglücksfall heute auch ein Thema bei den Fahranfängern

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18. Juli 2014, 17:03 Uhr

Der tragische Verkehrsunfall vom Donnerstagabend, bei dem eine 72-jährige Frau starb, bewegt noch immer die Gemüter in der Region. Fahrschul-Inhaberin Kerstin Behrens aus Dabel hat darüber heute mit den Schülern in ihrem Ferienkurs gesprochen. „Ich habe viele 17-Jährige in meinem Kurs, mit denen ich die Umstände auch erst mal durchgehen wollte, denn die Bilder dazu waren schrecklich. Ich wollte, dass sie Verständnis für das richtige Verhalten im Straßenverkehr und besonders auf den Landstraßen bekommen“, so die Fahrlehrerin.

Ihr lag vor allem viel daran, da der Unfall durch ein Überholmanöver eines 24-jährigen Fahrers passiert sein soll. „Dort befindet sich ein Streckenabschnitt, in dem man zwar überholen darf, aber dennoch sollte bei diesen Lichtverhältnissen das oberste Gebot für jeden Autofahrer sein: Geschwindigkeit anpassen. Man kann nie abschätzen, wie schnell der Gegenverkehr unterwegs ist, und ob man das Manöver schafft, also lieber langsamer fahren.“ Sie plädiert zudem für gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr – von Jung und Alt.

Der 24-jährige vermutliche Verursacher des Unfalls zwischen Brahlstorf und Nutteln hatte ersten Erkenntnissen nach versucht, in einer Linkskurve mehrere Fahrzeuge zu überholen. Sowohl der junge Mann als auch die Frau im Gegenverkehr konnten nicht mehr ausweichen und es kam frontal zur Kollision. Ein Reisebus aus Hamburg wurde während des Unfalls ebenfalls beschädigt. Die Insassen des Busses blieben unverletzt. Der Sachschaden an allen drei Fahrzeugen wird auf etwa 10 000 Euro geschätzt. Der 24-Jährige wurde leicht verletzt. Die Bundesstraße 104 musste für mehrere Stunden voll gesperrt werden (SVZ berichtete kurz).


Über 65-Jährige sind Risikogruppe


Laut Verkehrsunfallstatistik aus dem Jahr 2013 vom Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern gehören die Autofahrer „über 65 Jahre“ neben den Gruppen der bis 35-Jährigen zu den Risikogruppen. „Der Anteil der über 65-Jährigen am Verkehrsunfallgeschehen in unserem Land zeigt, dass diese Altersgruppe aktuell nicht die Gefährder im Straßenverkehr sind“, macht Innenminister Lorenz Caffier (CDU) deutlich.


Nach langer Fahrpause Wissen auffrischen


Ältere Fahrer sollten keine Angst im Straßenverkehr haben. „Vor allem Senioren, die eine lange Fahrpause eingelegt haben, fahren sehr vorsichtig und bedacht, dennoch sind für sie Auffrischungs-Fahrkurse eine Überlegung wert“, so der Wariner Fahrlehrer Andreas Krege. In seiner Fahrschule hat er schon positive Erfahrungen mit „neuen alten Kunden“ gemacht. „Ich unterrichte schon seit vielen Jahren und habe immer wieder Schüler dabei, die ihr Wissen auffrischen wollen. Das finde ich sehr gut“, sagt Krege. Im Moment sei sein ältester Fahrschüler 65 Jahre alt, noch ausgeprägter ist der Wunsch nach Auffrischung bei Motorradfahrern.

Er selbst nutzt für die älteren Fahrer das Fahrprogramm für die Generation 50plus – „Mobil ein Leben lang“. „Das ist wirklich praktisch und gibt den alten Hasen auf der Straße einen sehr guten Überblick“, so Kreger weiter. Der Wariner rät seinen älteren Schülern: „Niemals von anderen Fahrern bedrängen und verunsichern lassen. Außerdem sollten sie an ihrer Fitness arbeiten.“

Fahrlehrer Peter Stave aus Dabel sieht den Programmen für die Generation 50plus skeptisch entgegen: „Ich habe viele Auffrischungskurse angeboten, aber diese wurden einfach nicht angenommen.“ Und dies obwohl Interessierte kostenlos teilnehmen konnten, denn das Projekt wurde u.a. vom Land gefördert. „Jeder sollte – so gut er die Straße auch kennt – sich immer genau umsehen und niemals den Schulterblick vergessen.“ Außerdem rät er jedem Autofahrer dazu, immer das Fahrlicht einzuschalten, denn so könnte man selbst bei Sonnenschein einfacher gesehen werden. „Andere Länder zeigen uns ja, wie gut das funktioniert.“

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