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Vermisster Angler geborgen : Tragischer Tod auf dem Heidensee

vom

Für Angler aus der Gemeinde Kuhlen-Wendorf kam jede Hilfe zu spät

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2014 | 22:50 Uhr

Müsselmow Nicht nur   in  Kuhlen-Wendorf ist die Betroffenheit groß, nachdem  im Heidensee bei Müsselmow  am Donnerstagabend ein 74-jähriger Angler aus der Gemeinde nur noch  tot geborgen werden konnte. Angehörige des Mannes fanden  das Boot kieloben treibend und alarmierten sofort die Rettungskräfte. Die Familie  hatte mit der Suche begonnen, nachdem  der für den späten Nachmittag zurück Erwartete  nicht nach Hause gekommen war. 

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte sich der Rentner am Donnerstag gegen 13 Uhr auf den Weg   an den neun Hektar großen Heidensee gemacht.

Michael Ritz, seit 1994  Vorsitzender des Angelvereins „Heidensee Müsselmow“, war auch gestern noch  völlig fertig und fühlte sich  nicht in der Lage,  etwas zu sagen. Auch Bürgermeister  Ralf Toparkus  zeigte sich erschüttert. Er kannte den 74-Jährigen gut: „Das ist eine schlimme Sache. Er wollte  wieder einmal seinem liebsten Hobby frönen“,  weiß er.  Toparkus hatte   die Sirene  im Ort gehört. „Da horcht man als Bürgermeister auf, aber  als Landwirt natürlich auch. Brennt es irgendwo? Ein Haus, ein Stall, eine Strohmiete oder ist mit der Rinderherde etwas?  Da muss man los, ist mit dem Herzen dabei“, so der Bürgermeister.

Von der ganzen Tragik  erfuhr er dann am Heidensee. Da waren die freiwilligen Feuerwehren aus Wendorf, Gustävel und Brüel bereits vor Ort. Diese waren  um  20.07 Uhr alarmiert worden.  Ein Boot sei gekentert und eine Person werde  vermisst, hieß es im Einsatzplan.

Am See  entdeckten die  Blauröcke das  Boot rechtsseitig des kleinen Bootshauses. „Auch der Angler  wurde   im Bereich des Boots relativ schnell gefunden“,  so Brüels stellvertretender Wehrführer Mathias Ohms gegenüber SVZ. Die Brüeler Kameraden waren mit drei Fahrzeugen und  an die  20 Mann am Heidensee, die Gustäveler Wehr war zu  fünft. Die Wendorfer,  als Erste vor Ort, rückten zu acht an. Sie fanden den Angler, der  im Wasser trieb.  Der  Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

„Das Tückische  am See ist, dass er sehr verkrautet ist“, weiß Mathias  Hirsch, der Wendorfer Wehrführer.  Nach dem Einsatz habe er mit seinen  Kameraden  gesprochen, „um das Ganze zu verarbeiten. Es wurde auch die Möglichkeit einer psychologischen Betreuung  angeboten. Aber die hat keiner in Anspruch genommen“, so  Hirsch. Manchmal ist das aber auch erst nach Tagen nötig, darum gibt es für Einsatzkräfte spezielle Angebote –  darunter auch die Seelsorge.

Noch sind die Hintergründe, die zum Ableben des Rentners führten, unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt. Ob der Rentner mit dem Boot verunglückt und dann ertrunken ist oder ein akutes gesundheitliches Problem die Ursache war, kann derzeit nicht gesagt werden. Mit einem Ergebnis der Obduktion war  laut    zuständiger Polizeibehörde gestern nicht  zu rechnen.

2013 zwei tote Angler im Steeder See

Zuletzt hatte es in der Region im Jahr 2013 zwei vermisste Angler auf dem Steeder See  bei Warin gegeben. Hier konnten die Kameraden  aus der Zwei-Seen-Stadt sowie von Zahrensdorf/Langen Jarchow die  Männer nur noch tot bergen.

Glimpflicher ging der Fall vom Klein Pritzer See im August des Vorjahres aus. Nach einer Angeltour geriet hier ein Urlauber aus Sachsen-Anhalt beim Schwimmen an der Badestelle Schlowe wiederholt mit dem Kopf unter Wasser. Dabei beträgt die Tiefe im Stegverlauf, wo der Mann badete, maximal 120 cm.  Ein Begleiter und Bekannte zogen den Mann an Land.  Ein Rettungssanitäter und ein Rettungsschwimmer konnten ihn erfolgreich  wiederbeleben.

 

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