Zülow/Sternberg : Träume und Schwarz-Weiß-Bilder

Benjamin Sagasser vor dem vor zwei Jahren aufgenommenen Bild „Birkenwald im Wamckower Moor“ – eine digitale Farbfotografie und dann schwarz-weiß bearbeitet.
Benjamin Sagasser vor dem vor zwei Jahren aufgenommenen Bild „Birkenwald im Wamckower Moor“ – eine digitale Farbfotografie und dann schwarz-weiß bearbeitet.

33-jähriger Benjamin Sagasser ist Mitglied der Band „Als wir träumten“, gründete gleichnamigen Verein und entdeckte die Fotoleidenschaft.

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03. August 2016, 11:39 Uhr

Benjamin Sagasser ist ein Träumer – im positiven Sinne. Der 33-Jährige träumt davon, „die Kulturschiene wieder mehr nach Sternberg und in die Region zu bringen. Die Szene ist weggebrochen. 2003 gab es in Sternberg noch fünf, sechs Bands. Die sind alle weg.“

Doch mancher kommt auch wieder – wie Benjamin Sagasser, der schon immer gern Musik machte und vor zehn Jahren mit drei Freunden eine Schülerband aufmachte. „Als wir träumten“ – so deren bezeichnende r Name. Das Quartett hat sich wiedergefunden und plant Aufritte: „Am 19. August spielen wir beim Kirchturmfest in Techentin bei Goldberg und dann am 2. September bei einem privatem Festival in Schönlage“, so Sagasser. Benjamin ist der Bassist, Sören der Mann am Keyboard, Heiko an der Gitarre und Martin der Schlagzeuger.

„Als wir träumten“ hat sich der Independent-Musik verschrieben; wenn der Schlagzeuger in den Vordergrund rückt, dann auch schon mal „Singer-Song-Writer“. 2014 wurde mit „Brecht aus“ die erste CD produziert, mit 12 eigenen Kompositionen. „Alle auf Deutsch“, betont Sagasser.

„Als wir träumten“ – so heißt auch der im Vorjahr gegründete sieben Mitglieder zählende Kulturverein, der sich um junge Flüchtlinge kümmert und für Jugendliche kulturelle Angebote organisieren will.

Benjamin Sagasser ist zurück zu seinem Wurzeln, wohnt wieder in Sternberg und hat sich 2012 selbstständig gemacht als Designer, Grafiker und Handwerker. Nach der Mittleren Reife im Jahr 2000 und der Zimmermann-Ausbildung in Warin verschlug es ihn drei Jahre später nach Münster, um hier seine künstlerische Ader zu verwirklichen. Der Ausbildung zum Metallgestalter schloss sich von 2007 bis 2010 ein Design-Studium an der „Akademie Gestaltung“ in Münster an. Dazu gehörten auch Grafik und Foto.

„Der Professor sagte, ich könnte schlecht fotografieren, aber dafür Bilder sehr gut bearbeiten“, erzählt Benjamin Sagasser. Am Fotografieren hat der 33-Jährige inzwischen weiter gefeilt, ist in der Region mit seiner Nikon samt Weitwinkel unterwegs. „Von 100 Bildern suche ich mir zehn zum Bearbeiten raus – und ein bis zwei bleiben letztlich übrig. Ich nehme mir nichts vor. Wenn’s anspricht, dann mache ich es fertig“, so der Sternberger, der auf dem Kugelberg wohnt. Dabei fotografiert Sagasser digital und in Farbe und bearbeitet die Bilder danach in schwarz-weiß. So überzeichnet und überspitzt er die Kontraste. Die Schwarz-Weiß-Fassung ermögliche ihm „die Minimalisierung von Mustern und gibt so eine surreale Abbildung vor“. Seine Sicht auf die Dinge lautet denn auch: „Ein Foto stellt die Wirklichkeit nicht dar: Es zeigt nur Perspektiven, wie jeder sie sehen kann.“

Wie Benjamin Sagassers Sicht auf die Dinge ist, zeigt eine Ausstellung derzeit in Zülow bei Ilona Bartels und Thomas Hansen. Gleich via-à-vis des Eingangs hängt ein überdimensionales Foto mit vielen eingearbeiteten weißen Kontrasten. „Den Birkenwald habe ich vor zwei Jahren im Wamckower Moor aufgenommen.“ Ein anderes Motiv, bei Kobrow entstanden, zeigt bearbeitet lediglich eine Überlandleitung vor weißem Hintergrund. „Eigentlich gehörte zum Bild auch noch der gelbe Raps und der Himmel war blau.“

Jetzt ist der Fokus auf die Freileitung gerichtet. Das andere kann man sich – so man es weiß – hinzudenken. Oder auch nicht. Benjamin Sagassers (bearbeitete) Fotos sind mehr als nur eine Momentaufnahme…

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