Sternberger Touristen-Information : Touristik-Angebote enger vernetzt

In Sternberg und Umgebung kennt sich Martin Bouvier (r.), seit Mai Leiter der Touristen-Information, bestens aus. Hier gibt er  Regina und Eddi Regetz aus Hamm vielfältige Ausflugstipps und erklärt ihnen die Routen. Die Leipziger zogen vor 19 Jahren nach Westfalen  und machen nun mit Sohn, Schwiegertochter und Enkel Laurin  (elf Monate) zwei Wochen Urlaub in Sternberg. Sie haben ein Ferienhaus gemietet, möchten viel  mit Fahrrädern unternehmen, spazieren gehen und entferntere Sehenswürdigkeiten mit dem Pkw erkunden. Foto: Rüdiger Rump
In Sternberg und Umgebung kennt sich Martin Bouvier (r.), seit Mai Leiter der Touristen-Information, bestens aus. Hier gibt er Regina und Eddi Regetz aus Hamm vielfältige Ausflugstipps und erklärt ihnen die Routen. Die Leipziger zogen vor 19 Jahren nach Westfalen und machen nun mit Sohn, Schwiegertochter und Enkel Laurin (elf Monate) zwei Wochen Urlaub in Sternberg. Sie haben ein Ferienhaus gemietet, möchten viel mit Fahrrädern unternehmen, spazieren gehen und entferntere Sehenswürdigkeiten mit dem Pkw erkunden. Foto: Rüdiger Rump

Die erste Neuerung hat Martin Bouvier, seit dem 1. Mai Leiter der Sternberger Touristen-Information, bereits verwirklicht. Touristikbetriebe und Gastronomen der Region erhalten einen so genannten Newsletter.

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19. Mai 2012, 04:00 Uhr

Sternberg | Die erste Neuerung hat Martin Bouvier, seit dem 1. Mai Leiter der Sternberger Touristen-Information, bereits verwirklicht. Touristikbetriebe und Gastronomen der Region erhalten einen so genannten Newsletter, der für jeweils eine Woche im Voraus Veranstaltungen im Bereich des Amtes Sternberger Seenlandschaft umfasst.

Er habe ein gut bestelltes Feld übernommen, sagt Bouvier. Das möchte er nun, um im Bild zu bleiben, noch fruchtbarer machen. Dabei setzt der 50-Jährige, der einmal Landwirtschaft studiert hat, dann Lehrausbilder für Pflanzenproduktion war und inzwischen zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit umschulte, auf noch mehr Zusammenarbeit über Sternberg hinaus im gesamten Amts bereich sowie mit seinen Kollegen in Warin und Neukloster. Stück für Stück, so die klare Ansage, solle die Vernetzung voranschreiten.

Bouvier selbst hat in seinem zweiten Beruf schon reichlich Erfahrung gesammelt. Vor 15 Jahren zog es den gebürtigen Greifswalder von Berlin zurück nach Mecklenburg-Vorpommern; er wollte aus der Großstadthektik heraus. Die Stadthalle in Brüel, zu der Zeit in kommunaler Hand, war seine erste Station mit dem Schwerpunkt, Veranstaltungen zu organisieren. Das gemeinsame Erntefest der Agrarbetriebe aus der Region gehörte auch dazu. Später leitete Bouvier eine Ferienpension der Volkssolidarität in Güstrow, kümmerte sich im Förderverein Kobrow um dessen Feriencamp, war dort für Gruppen- und Klassenfahrten zuständig, machte Rezeption und Buchhaltung im Ferienpark Retgendorf bei Schwerin.

Die Landschaft um Sternberg herum bis Warin findet der Tourismusfachmann "faszinierend". Er wolle sich zwar davor hüten zu sagen, hier sei es am schönsten, "weil jede Ecke ihren Reiz hat", aber durch die Endmoränen, die Seen und Wälder sei diese Gegend schon einmalig. Hinzu käme die günstige Lage des Naturparks nahe zu Hamburg und Berlin. "Das zu vermitteln, kann eine Traumaufgabe sein", sagt Bouvier aus voller Überzeugung. Ganz privat würde er das Warnowtal zwischen Groß Görnow und Klein Raden sowie "die wunderschöne Wanderung" vom Brüeler Kreuzsee über den Bullenberg zum Deichelsee und zur Warnow bei Kaarz hervorheben. Auch am Radebach in Blankenberg sei es herrlich. "Es gibt bei uns fantastische Ecken."

Die Touristen-Information hält umfassende Informationen über alle Sehenswürdigkeiten der Region bereit, Flyer und Karten, die den Naturpark detailliert vorstellen, für Radfahrer, Spaziergänger und alle weiteren Zielgruppen. Wer sein Glück beim Angeln versuchen möchte, erhält hier den Touristen-Fischereischein. Für alle Fragen zur Zimmervermittlung und weiteren touristischen Dienstleistungen wie Kanu- oder Fahrradverleih stehe die Tür ebenfalls offen, fügt Bouvier an. Er freue sich auch über Interesse von Einheimischen, zum Beispiel für Wanderkarten oder Kanu-Ein setzstellen. Am Informationsstand beim Landesrapsblütenfest sei er mehrfach danach gefragt worden. Beim Schlossfest am Pfingstsonntag in Kaarz gäbe es dazu übrigens die nächste Gelegenheit. Und Veranstaltungen, die im Schaukasten angekündigt werden, würden Einheimischen wie Urlaubern offen stehen. So findet montags um 10 Uhr vom Campingplatz organisiert eine Wanderung statt, donnerstags zur gleichen Zeit ein Stadtrundgang vom Rathaus aus. Künftig solle der Veranstaltungsplan langfristiger sein, etwa bis September.

Zu den nächsten Hauptvorhaben gehört ein neues Gastgeberverzeichnis. "Das brauchen wir für 2013/14 ganz dringend", sagt Bouvier. Es werde eine Arbeitsgruppe gebildet, in der die Touristiker mit im Boot seien, um ein Netzwerk zu knüpfen zwischen Übernachtungs- und Dienstleistungbetrieben, Vereinen und allen, die sich mit Tourismus und Veranstaltungen befassen. "Es ist eine Kette ohne Ende, die wir zusammenführen wollen", blickt Bouvier voraus. Zur Grünen Woche im Januar 2013 sollte dieses Verzeichnis vorliegen. Er hofft, die Einträge so hinzubekommen, dass die Quartiere online buchbar sind. Denn inzwischen würden Übernachtungen zu 70 bis 80 Prozent über das Internet gebucht. Ein gedrucktes Verzeichnis sollte es dennoch geben.

Etwa ab Mitte September möchte Martin Bouvier die Kaarzer Gespräche, bei denen sich Kollegen aus dem touristischen Metier zwanglos austauschen können, wieder ins Leben rufen. Jetzt stecke jeder Touristiker voll im Tagesgeschäft. Doch nach der Hauptsaison könnte diese gemeinsam ausgewertet und danach ein viele berührendes Themenspektrum behandelt werden. Immer mit dem Blick auf noch mehr Zusammenarbeit.

Die Touristen-Information in Sternberg hat Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr geöffnet, in der Hauptsaison, eventuell schon ab Juni, auch sonnabends von 9 bis 13 Uhr.

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