zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 13:33 Uhr

Brüel : Tipps für den richtigen Schnitt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Gartenmeister Thomas Franiel vermittelte im Obstbaumschnittseminar viel Fachwissen, bevor es auf dem Baumlehrpfad praktisch wurde

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2017 | 05:58 Uhr

Bevor die Natur ins Grün explodiert, sollten die Obstgehölze im Garten ihren Schnitt für einen optimalen Ertrag bekommen.  Schneiden –  aber wie? Das fragen sich viele Gartenbesitzer unserer Region, u. a. auch Willfried Korth (63) aus Neperstorf und Christine Lohöfener (50) aus Brüel. Deshalb kamen sie, wie weitere etwa 22 Gartenfreunde, zum Obstbaumschnittseminar der Naturparkverwaltung Sternberger Seenland nach Brüel. Deren Leiter Volker Brandt konnte hierfür  Gartenmeister Thomas Franiel aus Crivitz gewinnen.  Im Brüeler Rathaus erfuhren die Gartenfreunde zunächst mit Hilfe einer PowerPoint Präsentation, dass der richtige Schnitt für Obstbäume wie eine Verjüngungskur wirkt. Er formt das Astwerk, lenkt die Saftströme und fördert Blütenreichtum sowie Ernteertrag. Und was nun beim Schneiden zu beachten ist, das zeigte Franiel anhand von vielen Beispielen erst einmal an der Tafel. Dazu erfuhren die Zuhörer auch eine Menge über Baum- und Strauchkrankheiten,  auftretende Schädlinge, deren Bekämpfung und Behandlung der Bäume.

Den praktischen und für die Interessierten der wichtigste Teil des Seminars führte Thomas Franiel als erstes auf einer kleinen, jungen Obstbaumwiese am Ende des Brüeler Baum- und Bienen-Lehrpfades durch. Hier stellte der Gartenmeister zunächst sein Werkzeug vor und machte sich dann an die Bäume, wie Kirsche, Apfel, Birne. Für die Gartenfreunde hieß es nun noch einmal richtig aufpassen, denn das Schneiden ging Schlag auf Schlag, natürlich nicht ohne erklärende Worte.

Willfried Korth, der zugab, dass seine Frau ihn zur Teilnahme an diesem Seminar gedrängt hatte, passte auch genau auf. „Ich habe zu Hause eher wenig geschnitten. Wie es richtig geht, wusste ich bislang nicht.“ Nun will der 63-Jährige es an seinen vier bis fünf Apfel- und Kirschbäumen fachgerechter versuchen.

Christine Lohhöfener hat gleich in der Nähe des Baumlehrpfades einen Garten mit jungen und alten Bäumen. „Wenn ich das hier nun so höre und sehe, habe ich doch einiges falsch gemacht. Ich hatte es nach Büchern und  Internet versucht. Aber die originalen Bäume sehen doch nicht so aus, wie da als Beispiele vorgegeben.“

Viele Gartenfreunde kamen aus Wismar und Umgebung. U. a.  Renate Welker (52). Sie hat drei sehr alte und hohe Bäume und glaubt eigentlich nicht, dass sie allein darangehen kann. Aber sie wolle noch junge Bäume pflanzen und damit von Anfang an alles richtig machen.

Auch Hannes Havran (30) und sein Schwiegervater Peter Gneiser (56) kommen aus Wismar. „Wir haben bislang selbst geschnitten“, erzählte der junge Mann. „Aber das ist so eine Sache. Man kann viele Bücher lesen und sich über YouTube Vorführungen anschauen, es ist trotzdem schwierig. Hier kann man all seine Fragen stellen und bekommt   das sehr umfassend erklärt.“  „Wir bewirtschaften beide ein Gartengrundstück mit vielen, vor allem alten Obstbäumen und das würden wir gern an unsere Kinder weitergeben können“, ergänzte Peter Gneiser.

Aus Klein Kussewitz bei Rostock ist Ingo Schramm (50) zum Seminar angereist, von dem er aus dem Internet erfahren hatte. Er besitzt eine Streuobstwiese, die er bislang immer schneiden ließ. „Nun möchte ich  selbst wissen, wie das funktioniert.“ Aber letztlich gaben so einige Teilnehmer hinterher zu, dass der fachgerechte Obstbaumschnitt gar nicht so einfach zu erlernen ist und vielleicht sogar ein zweites Seminar erfordere.  Thomas Franiel meinte aber, dass man es  einfach versuchen solle und am Ertrag dann sehe, ob man es richtig gemacht hat. Versuchen werden sie es sicher alle, auch Hannes Havran und Peter Gneiser, aber: „Wir werden auf jeden Fall wieder ein Seminar bei Thomas Franiel besuchen. Es dauert ja schließlich auch zwei bis drei Jahre, bis man sieht, ob es der richtige Schnitt war. Und dann ergeben sich die nächsten Fragen…“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen