zur Navigation springen

Dreikönigstreffen der (Kunst)Nashörner : Tierwelt und Kunst begegnen sich

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Dreikönigstreffen der (Kunst)Nashörner in Neuhof fand Anklang bei Teilnehmern und Besuchern. Nächstes Jahr soll es eine Fortsetzung geben

von
erstellt am 09.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Er sei „positiv überrascht, dass es Menschen gibt, die so verrückten Einfällen folgen, einfach toll“, sagt Herbert Pils. Seine Familie und der Verein Initiative Schloss Neuhoff e.V. veranstalteten in dem Ortsteil der Gemeinde Bibow am Freitagnachmittag zum ersten Mal ein Dreikönigstreffen der (Kunst)Nashörner.

Entstanden war die Idee, als einer Einwohnerin der bunt bemalte Dickhäuter aus der „Claramanie“, eine Aktion, die zur Finanzierung des neuen Nashorngeheges im Schweriner Zoo beitrug, vor dem Herrenhaus missfiel. Der Bürgermeister sollte veranlassen, dass das Kunsttier dort weg kommt, der aber wollte nicht. Die Veranstaltung am Tag der Heiligen Drei Könige sei nun als „Reaktion auf Intoleranz und den Versuch, die Freiheit der Kunst zu beschneiden“, zu verstehen, so Herbert Pils im Vorfeld (wir berichteten).


Fünf Löwen und ein Dutzend Nashörner


Im Schweriner Zoo wurde die Idee „gern aufgenommen“, sagt Direktor Dr. Tim Schikora gegenüber SVZ. „Nashörner hatten wir noch und können so die ,Claramanie’ aufleben lassen.“ Zumal es mit der „Leomanie“ eine Neuauflage zur Finanzierung einer neuen Löwenanlage gebe. Er persönlich, so Schikora, möge ohnehin alte Gemäuer wie das Herrenhaus hier, das die Eigentümer schrittweise sanieren. Auch der jetzige Zustand habe seine Reize, die später verborgen seien. Und „die bizarre Kombination mit dem Zoo hat was Ungewöhnliches und Spannendes“, so der Direktor. Beim Verladen der Kunsttiere tags zuvor hätten Wetter und Vogelgrippe dem Zoo zwar „ein Schnippchen geschlagen“, doch nun verteilen sich fünf Löwen und ein Dutzend Nashörner aus Kunststoff auf dem Areal. Sie sind beliebte Fotomotive. Judith Braun aus Mölln, die mit Anja Jäpel, einer Bekannten, die Brandmalerei ausstellt, mitgefahren sei, hat es der in Antikgold bemalte Löwe besonders angetan. Sie sei kunstinteressiert und probiere zudem ihre neue Spiegelreflexkamera aus. „Ich finde es hier sehr schön. Man sieht, dass nicht alles fertig ist, aber die Atmosphäre ist klasse.“

Ein Wariner, der im Chor der Wismarschen Straße singt, seinen Namen aber nicht nennen möchte, weil er glaubt, die anderen Mitglieder würden ihn auslachen, hat den knallig-bunten Löwen am Rande abgelichtet. Die Aufnahmen gingen auf weite Reise zu den Töchtern mit Familie in Sao Paulo und Bangkok. Sie seien zum 60. Geburtstag der Tante im Urlaub bzw. vier Jahre lang
beruflich im fernen Ausland.

Passend zum Tag tragen die elfjährigen Zwillinge Emma und Nora Fischer aus Schwerin und Pony „Moskito“ Kronen als Heilige Drei Könige. Pferde gelten als Verwandte der Nashörner. Moskito aus der Herde von Nile Pils hätten sie schon einige Kunststücke beigebracht. Ihr Pony „Kuno“, dem Fischers wenige Tage vor seinem Schlachttermin das
Leben retteten, sei jetzt auch in der Herde aufgenommen worden und zu den Kindern brav, wie Anja Fischer, die Mutter der Zwillinge, erzählt. Erst nach dem Kauf hätten sie festgestellt, dass Kuno wild und böse ist und um sich beißt. Im Training durch Nile Pils
habe sich das dann geändert.

In der Galerie gibt es eine Uraufführung: Das Schattentheater von Anna Maria Schlemmer alias Anna Fabuli begleitet der international
bekannte Klarinettist Theo Jörgensmann aus Brüel. „Wir haben das vorher nicht
geprobt, sind aber beide Profi genug“, sagt die Hamburgerin, die in der ganzen Welt auftritt und an internationalen Festivals teilnimmt. Sie hat ein Bilderbuch in Arbeit und dafür „ganz viele Nashörner gemalt“. Voraussichtlich wird es im Sommer im Schweriner Zoo erstmals präsentiert. Das Dreikönigstreffen soll in
einem Jahr seine Fortsetzung finden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen