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Urlaubszeit: Zunehmende Zahl ausgesetzter Vierbeiner : Tierschützer wollen aufklären

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Zur Urlaubszeit gehören leider auch ausgesetzte oder vernachlässigte Haustiere. Hier greifen die Mitglieder der Tierschutzgruppe Sternberg ein. Viel lieber würden sie das Leid der Tiere mit Aufklärungsarbeit verhindern.

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erstellt am 26.Jul.2013 | 06:03 Uhr

Sternberg | Urlaubszeit. Zu der gehört leider auch ein unschönes Bild: ausgesetzte oder stark vernachlässigte Haustiere. Hier greifen die Mitglieder der Tierschutzgruppe Sternberg ein. Viel lieber würden sie das Leid der Vierbeiner oder gefiederten Freunde mit Aufklärungsarbeit verhindern. Vorsitzende Antje Cieslak: "Wer sich Hund, Katze, Vogel oder Zwergkaninchen halten möchte, muss sich vorher genau überlegen, ob alle Familienmitglieder einverstanden sind, ob im Krankheitsfall oder Urlaub jemand die Pflege übernimmt, ob genug Geld für Futter und Medikamente vorhanden ist. Wenn jetzt in der Urlaubszeit ein Tier ausgesetzt wird, zeige das deutlich, dass es zu leichtsinnig angeschafft wurde", erklärt sie. Eltern, die für ihre Kinder Tiere ins Haus holen, sollte ebenfalls klar sein, dass Tochter oder Sohn zwar in die Pflege mit einbezogen werden können, die Verantwortung für die Tiere aber die Eltern übernehmen müssen.

Im Winter haben die Tierschützer oft mit Vernachlässigung in Kleingärten zu tun. Im Sommer sind die Halter regelmäßig da, in der kalten Jahreszeit wird es unbequem, jeden Tag die Tiere zu versorgen, und sie werden sich selbst überlassen. Die Tierschützer beobachten diese Fälle und alarmieren das Veterinäramt, wenn Handlungsbedarf besteht. Pflegegehege und Unterbringungsmöglichkeiten hat die Tierschutzgruppe Sternberg nicht. Sie ist im Tierschutzverein Güstrow mit organisiert. Dieser übernimmt im Bedarfsfall Tiere.

Vorsitzende des Vereins ist Carmen Lahl. Für dessen Arbeit sei Seriosität extrem wichtig. So werde genau nachgewiesen, wofür die Spendengelder ausgegeben werden. Die Menschen müssten sich darauf verlassen können, dass sie bei der Vermittlung so viele Informationen wie möglich erhalten und die Tiere gesund sind. "Beispielsweise sind alle unsere Katzen grundsätzlich entwurmt, kastriert und gechipt", erklärt die Vereinsvorsitzende. Daher betrage die Vermittlungsgebühr 70 Euro.

Die Sternberger Gruppe wurde im Herbst 2009 von Antje Cieslak gegründet. Heute zählt sie 28 Mitglieder, die ehrenamtlich tätig sind und sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanzieren. Seinerzeit gab es in der See straße in Sternberg eine Gruppe mit 20 Katzen. Als diese nach dem harten Winter um die Hälfte dezimiert war, habe sie, so Cieslak, nicht länger weg sehen können, sie wollte helfen. "Von Anfang an war klar, dass wir uns nicht auf die Arbeit mit Katzen beschränken wollen", sagt die Initiatorin. "Leider sieht es in der Praxis immer noch so aus, dass wir die meiste Zeit und Mühe aufwenden müssen, um draußen lebende Katzen einzufangen und zur Kastration zu bringen." Die Ursache: Vorurteile von Katzenhaltern. Eine Katze sollte doch einmal Junge und ein Kater seinen Spaß haben. Die daraus resultierende starke Zunahme an Jungtieren im Sommer führt nicht nur zu Tierleid, sondern auch zu hohen Kosten von Ämtern.

"Allein im letzten Jahr hat der Tierschutzverein Güstrow etwa 5000 Euro für die Kastration der Katzen ausgegeben", benennt die Vorsitzende Carmen Lahl die Summe. "Dabei klappt die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt in Sternberg sehr gut". Das sei nicht in jeder Stadt so. Sie kennt Fälle, in denen Bürger falsch beraten werden oder die Verantwortung abgeschoben wird. Beispielsweise wissen viele nicht, dass jemand, der eine herrenlose Katze füttert, diese nach geltendem Recht in seinen Besitz übernimmt. Ein häufiger Fehler ist es, wenn Katzennester mit Jungen mitgenommen werden. Wie bei Wildtieren sollten die Jungtiere nicht berührt werden. Meistens ist die Mutter nicht weit. Es ist ratsam, das Nest erst einmal aus der Ferne zu beobachten. Werden die Tiere mitgenommen, sind die Bürger selbst verantwortlich. Der wichtigste Tierschutz bei Katzen ist die Kastration. So kann die Population kontrolliert werden.

Wer helfen möchte, kann Tiere melden und nach dem Einfangen idealerweise eine Spende geben. "So ist allen gedient", sagt die Vorsitzende des Güs trower Vereins.

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