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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 12:18 Uhr

Bürgerbefragung : Thandorfer entscheiden über Windrad

vom

Die Entscheidung liegt in den Händen der Bürger: Im Frühjahr sollen die Einwohner von Thandorf in einer Bürgerbefragung darüber befinden, wie es mit dem Konzept "Erneuerbare Energie für Thandorf" weitergeht.

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erstellt am 24.Jan.2012 | 06:50 Uhr

Thandorf | Die Entscheidung liegt in den Händen der Bürger: Voraussichtlich im Frühjahr sollen die Einwohner von Thandorf in einer Bürgerbefragung darüber befinden, wie es mit der Realisierung des Konzeptes "Erneuerbare Energie für Thandorf" weitergeht. Dies teilte Bürgermeister Wolfgang Reetz jetzt bei einer Einwohnerversammlung zur Hälfte der Amtszeit der Gemeindevertretung mit.

Alle Einwohner, die älter sind als 16 Jahre, können dann ihre Stimme zu der Frage abgeben, ob die zwei vorhandenen Windenergieanlagen im Ortsteil Schlagsülsdorf abgebaut und durch eine modernere Anlage ersetzt werden sollen - oder nicht. Wie auch immer die Bürger wählen: Das Ergebnis des Votums ist für die Entscheidung der Gemeindevertretung bindend, wenn es die Mehrheit der gültigen Stimmen erreicht und diese Mehrheit mindestens 25 Prozent der Stimmberechtigten beträgt. Und: Die Entscheidung könnte Auswirkungen auf die Bemühungen des kleinen Ortes haben, zur so genannten 100-Prozent-Gemeinde zu werden (wir berichteten). "Die Entscheidung dafür, die zwei alten Anlagen abzubauen und durch eine modernere, effizientere zu ersetzen, die zu einer deutlichen Minderung der Belastung führen würde, würde unsere Bestrebungen, zum Energiedorf zu werden, deutlich untermauern", ist Bürgermeister Wolfgang Reetz überzeugt. Sie bilde eine wichtige Säule des Konzeptes.

Stimme die Mehrheit gegen das neue Windrad, sei die Idee 100-Prozent-Gemeinde zwar nicht gestorben, aber nur noch auf einem niedrigeren Niveau mit kleineren Maßnahmen umzusetzen. Denn nach Analysen von zwei Projektgesellschaften ist Windenergie der einzige gangbare Weg, wenn Thandorf, den Zielsetzungen der 100-Prozent-Gemeinde entsprechend, künftig zu 100 Prozent aus regenerativen Energien versorgt werden und dies einen wirtschaftlichen Nutzen bringen soll: Aufgrund der geografischen Lage sowie der Einbindung in die Biosphäre und der Art der Flächen und Bebauung gebe es keine anderen Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen, so das Fazit der Projektgesellschaften.

Das neue Zwei-Megawatt-Windrad indes könnte Thandorf "60 bis 80 Mal versorgen", so Reetz. Die Einwohner könnten dann direkt Strom abnehmen. Die Gemeindevertretung jedenfalls steht zu ihrem Beschluss, erneuerbare Energien für Thandorf zu fördern und unterstützt die verbliebene Möglichkeit. Wie sich jedoch die Einwohner entscheiden werden, vermag Bürgermeister Reetz nicht abzuschätzen. "Es gibt viele emotionale Einwände", berichtet er. "Gerade im Ortsteil Schlagsülsdorf sind vier bis fünf Bürger ganz massiv dagegen, es gibt aber auch zwei oder drei, die davon profitieren würden." Derzeit prüft eine Projektgesellschaft die Rahmenbedingungen und Rechtsgrundlagen des Projektes.

"Der nächste Schritt ist dann ein Informationstag in der ersten Märzhälfte, wo es noch einmal um das Windrad gehen soll", so Reetz. Zwei Wochen später findet ein Diskussionsabend statt. "Es geht darum, zu wissen, was Thandorf, aber auch jeder Einzelne davon hätte", betont Reetz. Für ihn liegen die Vorteile auf der Hand: Einsparmöglichkeiten für die Einwohner, gesicherte Einkommensmöglichkeiten für die Gemeinde und verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln.

"Dass es zwei bis drei Jahre dauern kann, bis die Vorbereitung abgeschlossen ist, ist normal. Gerade diese ersten Schritte muss man langfristig sehen", erläutert Bertold Meyer von der Akademie für Nachhaltige Entwicklung MV, Organisator der Initiative Bioenergiedörfer. Zugleich sei dies ein " spannender, interessanter und notwendiger Weg, um ökologische, wirtschaftliche und soziale Potenziale zu erschließen." Bislang haben weit über 100 Gemeinden in MV ihr Interesse bekundet, Bioenergiedorf zu werden. Rund 80 davon haben diesen Schritt in der Gemeindevertretung beschlossen.

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