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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. November 2017 | 04:54 Uhr

Zahrensdorf : Tempziner Glocke erhält Zuwachs

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Fördermittelbescheid über 30 000 Euro von Ostdeutscher Sparkassenstiftung und Sparkasse Parchim-Lübz.

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 18:20 Uhr

Die Glocke in der Klosterkirche Tempzin, die am Vormittag, zur Mittagsstunde und am frühen Abend zu Gebeten ertönt, bekommt Gesellschaft. Gestern übergab Joachim Ziegler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Parchim-Lübz, einen Fördermittelbescheid über insgesamt 30 000 Euro zur Erweiterung des Geläuts. Vier Fünftel dieser Summe trägt die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, an der 45 Geldinstitute in den vier neuen Bundesländern außer Thüringen beteiligt sind. Die übrigen 20 Prozent steuert die Sparkasse Parchim-Lübz bei. Dieser Anteil des Unternehmens aus der Region gilt als Bedingung für das Engagement der Stiftung, die jährlich zwei Mal über Förderanträge entscheidet.

Ursprünglich gab es zwei Glocken

Dass ein Objekt ein zweites Mal in diese Gunst kommt, sei ein Novum und unterstreiche die historische Bedeutung der Tempziner Klosterkirche, erklärte der Sparkassenchef. Zudem solle die Arbeit des überaus rührigen Fördervereins gebührende Unterstützung finden. Bereits die Restaurierung des Heiligen Antonius hatte die Stiftung maßgeblich finanziert, seinerzeit in D-Mark. Es handelt sich um eine im norddeutschen Raum einzigartige Sitzfigur aus Holz, die im 15. Jahrhundert vermutlich in einer Rostocker Werkstatt gefertigt worden ist.

Nachdem mit großem Aufwand die Gebäudehülle weitgehend in Ordnung gebracht wurde, hat sich der Verein Antoniter-Hospital-Tempzin das Ziel gesetzt, das Geläut zu komplettieren und dafür schon seit mehreren Jahren Geld gesammelt. Es bestand ursprünglich aus zwei Glocken. Die größere davon wurde in den Kriegswirren zum Einschmelzen nach Hamburg gebracht, hätten Nachforschungen ergeben. „Dort auf dem Glockenfriedhof verliert sich die Spur“, sagt Vereinsvorsitzende Dörte Gratz und freut sich, dass die Erweiterung des Geläuts nun angegangen werden könne. „Wir haben ordentlich paar Jahre dafür gesammelt.“ Der Verein steuert für das Vorhaben etwa 12 000 Euro bei und ist dankbar für jede weitere Spende. Die Gemeinden Zahrensdorf und Langen Jarchow, die mit Jahresbeginn unter dem Namen „Kloster Tempzin“ fusionieren, haben in ihren Haushalten 2015 jeweils 100 Euro für die Klosterkirche eingeplant. Außerdem habe sie erfreut festgestellt, so Bürgermeisterin Christa Richelieu aus Langen Jarchow, dass auch Betriebe aus den beiden Gemeinden „bereit sind“, das Vorhaben zu unterstützen.

Der Förderantrag an die Sparkassenstiftung basierte auf einer Kostenschätzung von 2010. Ob die darauf hin für das Geläut bewilligte Zuwendung heute noch ausreicht, wird sich erst im nächsten Jahr nach der Ausschreibung unter Glockengussfirmen zeigen. Hinzu kommen Aufwendungen um das Geläut herum. Aber zunächst beginnt im Förderverein „ein Findungsverfahren“, wie das neue Geläut genau aussehen soll. Vorgesehen sind zwei kleinere Glocken, die unterhalb der jetzigen ihren Platz bekommen sollen. Diese war von dem ursprünglichen Geläut die kleine Glocke und wird dann zur großen. Als ehrgeiziges Ziel hat sich der Förderverein gesetzt, dass der Glockendreiklang erstmals Ende nächsten Jahres zu hören ist. Der Adventsbasar, der seit 1998 in der Klosterkirche stattfindet und Besucher weit über die Region hinaus anspricht, wäre „ein schöner Anlass“, meint Dörte Gratz. „Ganz bestimmt aber beim 20. Adventsbasar ein Jahr darauf“, sagt die Brüelerin Rosemarie Hegemann, die sich der Klosterkirche sehr verbunden fühlt und aktiv im Förderverein mitwirkt.

In diesem sieht Rupert Schröder, der neue Pastor der Kirchengemeinde Brüel, zu der auch Tempzin gehört, einen Glücksfall. „Es ist toll, wie viele Leute sich engagiert einbringen. Sonst wären die ganzen Vorhaben wie auch jetzt die neuen Glocken sehr schlecht zu schaffen. Erstmal laufe ich da einfach mit, der Verein hat enorm viel an Vorarbeit geleistet.“ Und dass die neue Gemeinde Kloster Tempzin heißen wird, begeistert den Pastor vollends. Dies könne ein Begegnungsort für die gesamte Region werden, eine Stätte des Für- und Miteinander. Die Glocken läuten dann im Dreiklang.

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