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Rührwerk im Sternberger Klärwerk knickte um : Taucher stiegen ins Klärbecken

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Ungewöhnliches konnten Besucher Ende dieser Woche im Sternberger Klärwerk beobachten: Taucher einer Spezialfirma trafen mit schwerem Gerät und Taucheranzügen ein. Für eine Reparatur tauchten sie in das Klärbecken.

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erstellt am 12.Okt.2012 | 09:39 Uhr

Sternberg | Ungewöhnliches konnten Besucher Ende dieser Woche im Sternberger Klärwerk beobachten: Taucher der Spezialfirma TAI GmbH aus Falkenhagen trafen mit schwerem Gerät und Taucheranzügen ein. Ein großer Kran positionierte sich neben dem Klärbecken. TAI steht für Taucher-, Atemschutz- und Industriearbeiten und umfasst alles, was unter der Wasseroberfläche an Arbeiten zu erledigen ist, beispielweise Demontagen und das Unterwasser-Betonieren. Im aktuellen Fall hatten die Spezialisten die Aufgabe, im sechs Meter tiefen Klärbecken nach einem plötzlich verschwundenen Rührwerk zu fahnden.

"Am Montag lief bei uns eine Störung auf und nachdem wir alles nachgesehen hatten, entdeckten wir, dass eines der beiden Rührwerke verschwunden war", erinnerte sich Karl-Heinz Parwulski, der Chef des Sternberger Klärwerkes. Hoffentlich wird das keine teure Sache, hoffte der Klärwerksleiter und mit ihm Kerstin Pohl, die für Technik bei den Sternberger Stadtwerken zuständige Mitarbeiterin. Um nachzusehen, wurden die Spezialtaucher angefordert und ein Kran sollte das umgeknickte 200 Kilogramm schwere Teil bergen. Die stabilen Rührwerke sind notwendig, um den mit Sauerstoff versetzten Schlamm im Bioreaktor in ständig kreisender Bewegung zu halten, damit Milliarden von Mikroorganismen entstehen und die eigentliche Kläraufgabe erledigen können.

Taucher Nils Berthold (41) hatte die Aufgabe, vorsichtig ins Klärbecken zu steigen und im Schlamm tastend zu ermitteln, was eigentlich geschehen war. Gesichert von seinen beiden Kollegen Günther Dreiucker und Sebastian Kort stieg er in die Tiefe. Eine Tätigkeit, die er an diesem Tag mehrfach wiederholen musste. Dazu musste er den 30 Kilo schweren Taucheranzug und zum Schluss den 13 Kilogramm schweren Helm anlegen.

Über ein Tauchertelefon gab er schon bald die Mitteilung, dass das gesuchte Rührwerk auf dem Boden des Klärbeckens liegt. Eine Befestigung war abgeknickt. Zwei Bolzen hatten sich gelöst, zwei noch vorhandene, aber verkeilte, ließen sich nicht bewegen. Erst mit einer herangeschafften Hydraulikflex schnitt er die verkeilten Bolzen auf dem trüben Klärbeckengrund weg. Erst dann konnte der Kran Rühr- und Ständerwerk aus dem Schlamm nach oben hieven, wo sie in den nächsten Stunden repariert und am gestrigen Freitag neu installiert wurden.

"Wir haben ganz großes Glück gehabt, weil das Rührwerk auf das Ständerwerk gefallen ist und nicht umgekehrt. Sonst wäre viel mehr kaputt gegangen", meinte der Klärwerkschef erleichtert. Und dass einige Bolzen den Geist aufgegeben haben, war für ihn keine große Überraschung. Immerhin tun sie ihren Dienst seit 1999, als das Klärwerk feierlich eingeweiht worden war.

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