Filmreife Verfolgungsjagd : Tatverdächtige in Sternberg gestellt

Die nächtliche Verfolgung ging bis Sternberg. Hier versuchten die Tatverdächtigen über den Spazierweg am See zu entkommen. Sie hatten in Bülow bei Güstrow einen Transporter aufbrechen und stehlen wollen. Fluchtauto war ein Ford Mondeo mit polnischem Kennzeichen.
1 von 3
Die nächtliche Verfolgung ging bis Sternberg. Hier versuchten die Tatverdächtigen über den Spazierweg am See zu entkommen. Sie hatten in Bülow bei Güstrow einen Transporter aufbrechen und stehlen wollen. Fluchtauto war ein Ford Mondeo mit polnischem Kennzeichen.

Zwei Männer wurden nach einem versuchtem Fahrzeugdiebstahl in Bülow verfolgt. Polizisten vom Sternberger Polizeirevier stoppten sie Flucht am See.

von
29. Januar 2016, 21:00 Uhr

Über Notruf verständigt ein Mann aus Bülow bei Güstrow die Polizei, dass unbekannte Täter versucht hätten, seinen Transporter aufzubrechen und zu stehlen. Er und ein weiterer Zeuge hätten das bemerkt, die mutmaßlichen Autodiebe sich aber mit einem anderen Fahrzeug aus dem Staub gemacht. Es ist etwa Viertel vor eins in der Nacht zu Freitag. Die Polizei leitet sofort Fahndungsmaßnahmen ein, in die Beamte des Polizeireviers Sternberg einbezogen werden, denn die Flüchtenden suchen zunächst auf der B 104 das Weite.

Der Streifenwagen postiert sich an der großen Kreuzung bei Prüzen, so Polizeihauptkommissar Martin Hogh gestern auf SVZ-Nachfrage. Tatsächlich rauscht wenig später das offensichtliche Fluchtauto aus Richtung Prüzen heran, ein roter Ford Mondeo mit polnischem Kennzeichen. Die Polizisten geben das Zeichen zum Anhalten, doch der Fahrer ignoriert es. Nun fordern sie Verstärkung an und nehmen die Verfolgung auf. Die Güstrower Kollegen sind derzeit noch am Tatort in Bülow.


Flüchtende biegen in Sackgasse ein


Die Hatz führt nach Sternberg hinein. Hier treffen die Flüchtenden, die sich nicht auskennen, die erste Fehlentscheidung, denn sie biegen in die Rudolf-Breitscheid-Straße ein – eine Sackgasse. Doch selbst dadurch lassen sie sich nicht aufhalten. Querfeldein erreicht das Fluchtfahrzeug den Spazierweg am See entlang. Die schmale Brücke über den Wittingsbach stellt auch kein Hindernis dar. Doch der Streifenwagen bleibt dicht dahinter, passt überall gerade so durch. Für den Vito der Güstrower Kollegen, die ebenfalls die Verfolgung aufgenommen haben, wäre es auf dem Fußweg zu eng geworden, meint Hogh. Zwischendurch habe der rote Ford ein paar Mal angehalten, doch sobald sich ein Polizist näherte, trat der Fahrer wieder auf das Gaspedal. Aufgeben wollen die Flüchtenden offenbar nicht.

Die Beamten sagen über Funk immer wieder durch, wo sie gerade sind. Jetzt entscheiden sich die Ortsunkundigen bei der Dunkelheit zum zweiten Mal falsch, denn sie fahren geradeaus direkt auf das eingezäunte Gelände des Angelsportvereins Sternberger See zu – und den Fußweg links versperren zwei Poller. Der Fahrer will zurücksetzen und rammt dabei seitlich den Streifenwagen. Der Ford bleibt stecken, die Beamten stellen die beiden Insassen. Wer weiß, wie weit sich deren Flucht noch fortgesetzt hätte, wenn sie wenige Meter vorher links abgebogen und über den Parkplatz am Seehotel entwischt wären. So kann der Einsatz gegen halb drei beendet werden. Passanten, die gestern Vormittag den verbeulten Mondeo abseits stehen sehen, vermuten auf den ersten Blick, dass ein Schrottauto unrechtmäßig entsorgt werden sollte.

Nach der Festnahme der beiden Tatverdächtigen entdeckten die Beamten mögliches Diebesgut und Tatwerkzeug im Auto. Zudem stand
der Fahrer des Fluchtwagens unter Drogeneinfluss, wie ein Schnelltest ergab. Dem Mann wurde später Blut abgenommen. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um Bürger aus Polen, erklärte Pressesprecherin Isabel Wenzel vom Polizeipräsidium Rostock. Sie seien inzwischen mit Hilfe einer Übersetzerin vernommen sowie in Haft genommen worden, sagt Wenzel. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Allerdings hätten sich die Tatverdächtigen zumindest wegen des Verdachts des versuchten Diebstahls und der Gefährdung des Straßenverkehrs zu verantworten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen