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Kinder-Tagespflegerinnen aus dem Sternberger Seenland : Tagesmutter ist (k)ein Traumberuf

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Im Amt Sternberger Seenland werden derzeit 40 Kinder von 17 Frauen als Tagesmütter betreut. Acht von ihnen haben sich getroffen, um über die Anforderungen ihres Berufes und Arbeitsalltag zu berichten.

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erstellt am 13.Feb.2012 | 10:29 Uhr

Sternberg | Im Amt Sternberger Seenland werden derzeit 40 Kinder von 17 Frauen als Tagesmütter betreut. Acht von ihnen haben sich getroffen, um über die Anforderungen ihres Berufes zu berichten.

Die Gründe, warum Eltern eine Tagespflege für ihre Kinder in Anspruch nehmen, sind sehr unterschiedlich. Viele Eltern arbeiten länger, als die Krippen oder Kindertagesstätten ge öffnet haben. In solchen Fällen seien Tagesmütter häufig die ideale Möglichkeit, die Kinder gut umsorgt zu wissen - insbesondere wenn Familienange hörige nicht in der Nähe wohnen. And ere entschieden sich bewusst für diese Art der Betreuung. "Die Eltern mögen die kleinen Gruppen, die familiäre Atmosphäre und dass die Kinder und sie nur ein Bezugsperson haben, anstatt viele Erzieher wie in Kitas", berichtet Daniela Umlauf. Aber auch der finan zielle Aspekt spiele eine Rolle. Die Fürsorge der Tagesmutter sei häufig günstiger als ein Platz in der Krippe oder im Kindergarten.

Tagesmutter als Traumberuf? Nicht ganz. "Es ist nicht alles toll, nicht alles schön", gibt Umlauf zu bedenken. Die Tagesmütter raten, sich umfassend über den Beruf beim zuständigen Jugendamt zu informieren. Hilfreich seien darüber hinaus Gespräche mit anderen Kinder-Tagespflegern und Praktika.

Die Tätigkeit als Tagesmutter ist nicht immer einfach. Mehr als 50 Arbeits stunden in der Woche seien keine S eltenheit, wenn bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreut werden müssen. Das zehre an den körperlichen und psychischen Kräften, so Evelyn Schröder.

Beaufsichtigen sie nur wenige Kinder oder kein Kind, steige laut Katrin A lbrecht die finanzielle Belastung: "Wir sind freiberuflich tätig. Wenn wir keine Kinder zu betreuen haben, verdienen wir auch nichts." Dazu komme, dass sich Tagesmütter als Selbstständige e igenverantwortlich Haftpflicht- sowie Kranken-, Renten- und Pflegever sichern müssen. Das gehe ins Geld.

Gudrun Strack, die seit zehn Jahren als Tagespflegerin arbeitet, kümmere sich seit längerer Zeit nur um ein Kind. Nicht, weil sie es so will. Vielmehr sei derzeit scheinbar kein Bedarf an einer Tagesmutter in Sagsdorf bei Sternberg. "Ich hätte gern wieder mehr Kinder", sagt Strack. Ihr Haus liege in der Natur und hätte genügend Platz.

Wie wird man eigentlich Tagesmutter und was muss man beachten? Wer als Kinder-Tagespfleger arbeiten möchte, benötigt die Erlaubnis des Jugend amtes. Diese Genehmigung ist mit b estimmten Auflagen verbunden. Zum einen müssten Tagesmütter einen qu alifizierten Lehrgang absolvieren über die Anforderungen der Tages pflege. Dieser umfasse 405 Stunden, berichtet Ute Mewes vom Fachdienst J ugend des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Dazu kämen jährlich 20 Stunden Fortbildungen und alle zwei Jahre ein Erste-Hilfe-Kurs.

Des Weiteren müssten die Pflegepersonen einen Facharbeiter-Abschluss haben, nachweislich bei guter Gesundheit sein und ein tadelloses polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Zum anderen mache das Jugendamt Hausbesuche und überprüfe, ob im Haushalt der Tagesmütter eine kindgerechte Umgebung vorliegt. Bedingung seien einwandfreie hygienische Verhältnisse, ausreichend Platz, Schlafmöglichkeiten und altersgemäße Spielsachen. Auch die Persönlichkeit müsse zum angestrebten Beruf passen. "Man braucht starke Nerven, sollte Geduld haben und tolerant sein. Die Liebe zu den Kindern ist natürlich Grundvoraussetzung", berichtet Kerstin Marckwardt. Außerdem müssten sich Tagespfleger in die Bedürfnisse der Kinder einfühlen und sie liebevoll bei deren Entwicklung zu einer eigenverant wortlichen Persönlichkeit fördern k önnen, so Mewes. Weitere Voraus setzungen, die erforderlich sind, um als Tagesmutter tätig zu werden, erfahren Interessierte beim Fachdienst Jugend in Parchim. Eltern, die eine Pflegekraft s uchen, sollten sich ebenfalls an den Fachdienst wenden.

In einem Punkt sind sich die Tagesmütter einig: So mühsam ihr Beruf manchmal auch ist, die Zuneigung der Kinder zu ihren "Ersatz-Muttis" seien alle Anstrengungen wert.

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