Kreisstraße 13 : Tage der Alleestraße sind gezählt

Die künftige Fahrbahn wurde von der Baustoffüberwachung, Prüfstelle Wismar nochmals komplett erkundet.
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Die künftige Fahrbahn wurde von der Baustoffüberwachung, Prüfstelle Wismar nochmals komplett erkundet.

Abschnitt zwischen Zurow Mühle und Krassow weicht dem Kiesabbau. Vorher muss die Firma aber eine Ersatzstrecke bauen.

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11. April 2017, 05:00 Uhr

Aus den Regionen Warin und Brüel fahren nicht wenige nach Wismar zum Einkauf. Angesteuert wird vor allem der Supermarkt in Kritzow vor den Toren der Hansestadt. Ab Zurow kommt man dahin über die A 20 und dem Kreuz Wismar oder auf der Kreisstraße 13 mit ihren riesigen Alleebäumen.

Auf dem ca. zwei Kilometer langen Abschnitt zwischen Zurow Mühle und Krassow sind die Tage der K 13 allerdings endgültig gezählt. Straße samt Bäume weichen ab 2019 für den Kiesabbau.

„Der Kies darunter gehört seit den 90er-Jahren auch uns. Hier liegen neun Millionen Tonnen, das reicht für 30 Jahre“, erklärte Oliver Dörner bereits im Herbst 2014 gegenüber SVZ. Der 46-Jährige steht in dritter Generation der seinerzeit vom Großvater Otto Dörner gegründeten Firma vor.

Bisher kam man aber an den Rohstoff nicht heran. Doch seit 2013 existiert ein gültiges Planfeststellungsverfahren, wonach die K  13 und die Alleebäume auf dem Abschnitt weichen. Zuvor allerdings muss die Kiesfirma eine Ersatzstraße bauen. Der neue K 13-Abschnitt mit einer Breite von 6,50 Metern und 2880 Metern Gesamtlänge wird großteils parallel zur Autobahn   20 verlaufen. An der Kreisstraße sowie auch von der Autobahn in Richtung Rostock aus ist die Trassenführung bereits erkennbar.

Erste Erdbewegungen gab es 2014, doch dann passierte lange nichts. Nicht nur Zurows Bürgermeister Eckhardt Stelbrink fragte sich noch im Vorjahr, was aus dem Projekt werde und ob es überhaupt noch auf der Tagesordnung stehe. „Erst konnte es Dörner gar nicht schnell genug gehen mit dem Erwerb einer benötigten gemeindlichen Fläche. Und dann hörte man lange gar nichts mehr“, so Stelbrink vergangenen Herbst gegenüber SVZ.

Seit einigen Wochen jedoch ist Bewegung ins Projekt gekommen, waren Bagger und anderes Gerät auf dem Areal tätig. „Natürlich halten wir am Projekt fest, dafür wurde schon zu viel Geld ausgegeben. Jetzt beginnt es richtig mit Baufeldfreimachung. Die Baustoffüberwachung aus Wismar geht nochmals die gesamte geplante Trasse durch“, verkündete Wolfgang Walter, Prokurist in der Hamburger Dörner-Zentrale, auf SVZ-Nachfrage.


Alter, durch A 20-Bau trockengelegter Bachlauf


Dass 2015 und 2016 die Arbeiten vor Ort ruhten, hatte laut dem Prokuristen auch folgende Ursache: „Mit dem Landkreis (NWM – d. Red.) gab es ein bisschen Auseinandersetzungen darüber, was wir ohne Bauaufsicht machen dürfen.“ Zudem wurde im Untergrund in fünf Meter Tiefe eine zwei bis drei Meter große Torfstelle entdeckt, die für den Straßenbau nicht tragfähig ist und ausgetauscht werden muss. Torflinsen sind bei solchen baulichen Dimensionen immer einzukalkulieren; ein alter Bachlauf hingegen, der beim A 20-Bau trockengelegt wurde, eher weniger. „Davon wusste keiner mehr was“, betonte der Hamburger Prokurist. Alles in allem war es „ein ziemlich holpriger Beginn“, wie Wolfgang Walter eingestand.

Doch nun geht es los. 2018 sollen die Erdarbeiten für die neue Kreisstraße zu Ende sein. „Die Asphaltierung geht dann schnell“, betont Walter.

Dann geht der neue Abschnitt für null Euro an den Nordwestkreis über – und die Firma kann endlich „Kies“ auch mit den unter der Straße liegenden neun Millionen Tonnen des begehrten Rohstoffs machen.

Mitte der 90er hatte Otto Dörner Kies und Umwelt Mecklenburg GmbH & Co. KG das Kieswerk Krassow von der Firma IHB übernommen. Dem Unternehmen gehören in der Region gleich acht Kiesgruben.

In Krassow ist es im Nordfeld – dahinter wird der neue K 13-Abschnitt verlaufen – mit dem Nassschnitt „bereits in diesem Sommer vorbei. Im Südfeld mit dem Zurower Windmühlenberg können wir noch mindestens 15 Jahre abbauen“, betont Walter. Auch hier werde es aber voraussichtlich ab Herbst bereits den ersten Nassschnitt geben.

Nach 2050 soll dann das riesige Abbaugelände zu einem Baggersee renaturiert werden, in entsprechenden Plänen ist das so festgeschrieben. Fernere Zukunftsmusik. Erst einmal muss die K 13 weichen… 

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