Sternberg : Täglich einer ohne Führerschein

Egal, ob alter oder neuer Führerschein – immer wieder werden Kraftfahrer erwischt, die keine „Fleppen“ mehr besitzen oder noch nie welche hatten.
Egal, ob alter oder neuer Führerschein – immer wieder werden Kraftfahrer erwischt, die keine „Fleppen“ mehr besitzen oder noch nie welche hatten.

Straftatbestand ist längst kein Einzelfall. 2015 deutliche Zunahme im Bereich der Polizeiinspektion Ludwigslust gegenüber Jahr zuvor

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23. März 2016, 12:00 Uhr

Fahren ohne Fahrerlaubnis bzw. ohne den erforderlichen Fahrzeugschein – in der Region ist das beileibe kein Einzelfall, wie die SVZ-Nachfrage bei den Polizeiinspektionen Ludwigslust und Wismar sowie im MV-Innenministerium ergab.

Die komplette 2015er-Polizeistatistik legt Innenminister Lorenz Caffier in ein paar Wochen vor. Was allein das „Fahren ohne Führerschein“ betrifft, so liegen die Zahlen für die PI Ludwigslust und Wismar bei „525 bzw. 313 Fällen“, wie SVZ auf Nachfrage aus der Pressestelle erfuhr. Darin enthalten ist nicht der Tatbestand „ohne erforderlichen Fahrzeugschein“.

Für den Ludwigsluster Bereich, zudem auch das Polizeirevier Sternberg gehört, bedeutet das einen deutlichen Anstieg gegenüber 2014. Damals wurden zwischen Sternberg und Dömitz „knapp 400 Fälle festgestellt. Das bedeutet einen Autofahrer täglich ohne bzw. die entsprechende Fahrerlaubnis“, so Pressesprecher Klaus Wiechmann.

In die 2014er-Statistik floss auch ein, wenn einer u.a. an seinem Pkw einen Hänger dran hatte, den er mit dem Auto nicht ziehen durfte. „Wie groß das Dunkelfeld ist“, darüber wollte der Polizeisprecher nicht spekulieren. Häufig sind es laut Wiechmann polizeiliche „Beifänge“, wenn einer nicht angeschnallt fährt oder alkoholisiert bzw. unter Drogen am Steuer sitzt.

Seine Kollegin von der PI Wismar, Karen Jung, gab die entsprechenden 2014er-Verstöße in ihrem Bereich mit 360 an. In NWM leben 155 000 Einwohner, 57 000 weniger als im LUP-Kreis.

Erfasst in der Statistik sind auch die Wiederholungstäter. So ist etwa ein damals 57-Jähriger aus der Region Brüel für die Sternberger Polizei kein Unbekannter. Bei einer Verkehrskontrolle vor Jahresfrist auf der B 192, in Höhe Abzweig Tempzin, legte dieser einen gefälschten Führerschein vor. Der angeblich in England ausgestellte Führerschein wies u.a. keine entsprechenden Hoheitszeichen auf. Wie SVZ seinerzeit erfuhr, soll der Mann, dem das Führen eines Fahrzeugs gerichtlich auf Lebenszeit versagt ist, das England-Dokument für 1000 Euro auf dem Schwarzmarkt erworben haben. Der Endfünfziger war 14 Tage zuvor an gleicher Stelle schon einmal den Beamten ins Netz gegangen. „Wir schreiben den Bericht, die Staatsanwaltschaft entscheidet, ob Anklage erhoben wird“, so die Sternberger Revierleiterin Kathrin Mach.

Erst in der Vorwoche erwischte die Polizei in Dabel einen weiteren „Bekannten“ (SVZ berichtete). Angehalten wurde der 19-Jährige, weil er nicht angeschnallt fuhr. Der junge Mann, der nach SVZ-Informationen in Dabel wohnt, war wieder einmal ohne gültige Fahrerlaubnis sowie ohne Zulassung und Versicherung unterwegs und stand laut Drogenvortest unter Einfluss verschiedener Betäubungsmittel. Am Pkw waren zudem ungültige Kennzeichen.

Der Dabeler hatte sich bereits am 20. Januar 2016 eine 30-km-Verfolgungsjagd mit der Polizei von Sternberg über Sternberger Burg, Lübzin, Mustin und Borkow geliefert. Über den Acker zu Fuß nach Dabel geflohen, fanden ihn die Beamten in einem Schrottauto-Versteck.

„Die Ermittlungen dauern an“, heißt es nun zu dem Januar-Fall von Seiten der Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwerin, Claudia Lange. Zugleich verwies sie darauf, dass Vorgeschichten des 19-Jährigen „unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis“ inzwischen beim Jugendrichter des Amtsgerichts Ludwigslust, Zweigstelle Parchim, anhängig sind. Bis zur Verhandlung kann das noch dauern. Richterin Renate Haller erklärte auf die Frage, ob der Fall demnächst verhandelt werde, dass sie „nur einen Verhandlungstag im Monat als Jugendrichterin“ habe.

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