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Investitionen auf Mecklenburgring in Sternberg geplant : Supermörtel soll Lärmpegel senken

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Der Einsatz von Supermörtel an den Kanaldeckeln soll im kommenden Frühjahr den Verkehrslärm am Sternberger Mecklenburgring reduzieren. Die beteiligten Akteure kündigten Investitionen in Höhe von fast 200 000 Euro an.

svz.de von
erstellt am 13.Dez.2011 | 09:33 Uhr

Sternberg | Der Einsatz von Supermörtel an den Kanaldeckeln soll im kommenden Frühjahr den Verkehrslärm am Sternberger Mecklenburgring reduzieren. Die an dem Projekt beteiligten Akteure - Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt, Stadtwerkechefin Kerstin Pohl und Heike Bremer vom Straßenbauamt Schwerin - kündigten dafür Investitionen in Höhe von fast 200 000 Euro an.

Anwohner hatten in der SVZ massive Kritik am Lärm in der Sternberger Durchgangsstraße, die die Bundesstraßen 104 und 192 vereint, geäußert, der insbesondere durch die schweren Laster verursacht wird.

Mit den für 2012 angekündigten Bauarbeiten soll jetzt einem der größten Übel der Garaus gemacht werden - dem für Anlieger oft unerträglichen Krach, wenn die schweren Laster über die Kanaldeckel fahren. Auf dem Mecklenburgring zwischen der Ampel am Abzweig Güstrow/Dabel und der Seestraße werden die Einfassungen der Kanalisationsdeckel erneuert bzw. die Deckel verschwinden gänzlich.

"Der Baugrund ist das Problem", sagt Heike Bremer. Durch die starke Beanspruchung des im Jahr 1993 erneuerten Mecklenburgrings haben insbesondere die Abdeckungen der Kanäle Schaden genommen. Die Schwachstellen sind an der Verbindung zwischen dem Kanal deckel und dem darunter liegenden Schacht sowie an der Einfassung rund um den Deckel auf der Fahrbahn.

Zwei Kanäle liegen unter der Straße nebeneinander - einer für den Regen- und einer für Schmutzwasserkanal. Einer der beiden ist genau in der Fahrspur der Autos platziert. Insbesondere die schweren Lkw zerren am Material. Die Belastung durch die Überfahrt eines 40-Tonners sei so stark wie durch 70 000 Pkw, erklärt Heike Bremer. Um künftige Schäden zu minimieren, kommt bei den Reparaturen an den Kanalabdeckungen ein spezielles Material zum Einsatz, bei dem Kunstharze in den Beton eingeschlossen sind. Dieser neue elastische Kunststoffmörtel wurde in diesem Jahr erstmals auf der Schweriner Umgehungsstraße eingesetzt, erklärte Bremer. Von diesem Supermörtel versprechen sich die Experten mehr Flexibililät und eine längere Haltbarkeit. Um das Material zu verarbeiten, muss es allerdings trocken und relativ warm sein, so Bremer. Es sind mindestens Temperaturen von sieben Grad notwendig. Deshalb werden die Arbeiten für den Mai ausgeschrieben.

Wo besonders viele Kanaldeckel liegen, wird gleichzeitig die Deckschicht auf der Bundesstraße erneuert. Auf einem anderen Abschnitt wird die Fahrbahn hingegen quasi nur geflickt.

Von den derzeit 49 Schächten am Schmutzwasser- und Regenwasser kanal werden 23 zugebaut, erklärte Stadtwerkechefin Kerstin Pohl. Die Schächte werden verfüllt. Damit entfallen fast der Hälfte der Kanaldeckel. Das ist möglich, da heute andere Normen für den Abstand von zwei Kontrollschächten gelten als vor zwei Jahrzehnten. Die Schächte werden vor allem benötigt, um Kanäle zu spülen und um sie mit Kameras zu untersuchen. Die fahrbaren Kameras können heute in den Kanälen bereits Strecken von 60 bis 80 Meter zurücklegen - und das von jedem Schacht natürlich in beide Richtungen. Dadurch ist es auch kein Problem, die Abstände zwischen den einzelnen Schächten von derzeit maximal 50 Metern nahezu zu verdoppeln - auf 80 bis 100 Meter.

Ob die Anwohner am Mecklenburgring nach den Bauarbeiten wirklich Ruhe haben, bleibt abzuwarten. Denn Überrollgeräusche lassen sich selbst bei Top-Kanal-Abdeckungen wohl nie ganz ausschließen.

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