Brüel : Stürmisch, einfallsreich und spannend

Spiel als Trio:  Albrecht Maurer (Geige), Hagen Stüdemann (Gitarre) und Gastgeber Theo Jörgensmann (Klarinette).
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Spiel als Trio: Albrecht Maurer (Geige), Hagen Stüdemann (Gitarre) und Gastgeber Theo Jörgensmann (Klarinette).

Ungewöhnliche Formation jazzte im Brüeler Kulturknastfenster ungewöhnlich gut.

svz.de von
09. Dezember 2013, 16:18 Uhr

Mit der Formation Geige, Gitarre und Klarinette überraschte Gastgeber Theo Jörgensmann am Sonnabendabend seine Gäste des Free-Jazz-Konzertes im „Kulturknastfenster“. Kontrabassist Hagen Stüdemann, Rostock, hatte zur Konzertgitarre gegriffen. Dieses Melodieinstrument ist im Free-Jazz eher ungewöhnlich. Nach drei Duos, Geige – Klarinette; Gitarre – Klarinette und Gitarre – Geige, spielten die Musiker sich als Trio in ihre musikalische Extraklasse hinein. Ruhig bis stürmisch, einfallsreich und unendlich spannend.

Interessant auch die Körpersprache der Musiker. Beim Kölner Geigenvirtuosen Albrecht Maurer ist der ganze Körper emotional Musik, begleitet Gestik und Mimik sein Spiel. Dazu singt er passend und treffsicher Töne, die Tonlagen aufnehmen, weiterleiten, verstärken, dass sie kaum vom Spiel der Instrumente zu unterscheiden sind. Das und auch der lange Bogenstrich, klassisch bis melancholisch, machen das Besondere im Spiel dieses Ausnahmegeigers aus. Hagen Stüdemann und seine elektrisch verstärkte Konzertgitarre erscheinen als geschlossene Einheit, konzentriert, in sich gekehrt, fast statisch. Wenn da nicht die schnellen Läufe wären, die Arbeit der Hände und Finger. Besonders im Trio, als Stüdemann in sein Gitarrenspiel immer stärker die Spielart des Kontrabasses einbrachte, stieg er endgültig ein in die musikalische Kommunikation des Trios. Der Brüeler Jazzklarinettist Theo Jörgensmann lässt die Klarinette kreisen und steigen. Er strahlt unendlich viel Spielfreude aus und steigerte sich an und mit seinen Partnern zu Höchstleistungen. Es ist die Begeisterung für seine Musik, die den Mittsechziger bewundernswert und hörenswert jung aufspielen lässt.

Es gab viel und herzlichen Applaus nach diesem Konzert. Den Kommentar einer Besucherin: Ich hätte noch stundenlang zuhören mögen, ja, den will und kann man durchaus teilen.









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