Brüel : Studenten beschenken Region

Geschafft! Die nachempfundene Biberburg hat wieder ihre Abdeckung ganz nach Vorbild aus Naturmaterial.
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Geschafft! Die nachempfundene Biberburg hat wieder ihre Abdeckung ganz nach Vorbild aus Naturmaterial.

Teilnehmer des internationalen Jugendworkcamps in Brüel bauen Biberburg neu, setzen Trockenmauer und bessern Wanderweg aus.

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21. August 2015, 22:05 Uhr

Die Arbeit ist schwer und ungewohnt. Es staubt und die Wärme drückt. Statt in ihren Semesterferien zu faulenzen, haben sich neun junge Leute dazu entschieden, im Naturpark Sternberger Seenland gemeinnützige Arbeit zu leisten. Zum vierten Mal in Folge findet in
Brüel ein internationales Jugendworkcamp statt. Nach Bienenprojekten in den drei Vorjahren nahmen sich die Studenten dieses Mal das Außengelände vom Haus Biber & Co. in Alt Necheln und den ca. sieben Kilometer langen Naturlehrpfad bis Schloss Kaarz vor. „Die Wanderwege wurden vor zehn Jahren über ABM angelegt. Die Biberburg war als solche gar nicht mehr erkennbar“, zählt Rita Klammer, die für die Organisation verantwortlich ist, nur zwei Gründe auf. „Wenn Besucher kommen, schließe ich das Haus auf. Die Biberburg konnte ich zum Schluss gar nicht mehr zeigen“, sagt Caroline Lindemann, die „Biber & Co.“ ehrenamtlich betreut. Sie profitiere sehr von der Arbeit der Studenten und nun auch jeder, der nach Alt Necheln komme.

Die Teilnehmer aus Tschechien, Frankreich, Italien, Spanien, Mexiko, Japan und Russland arbeiten für zwei Wochen unentgeltlich, bezahlen den Flug selbst und einen Teilnehmerbeitrag zwischen 300 und 500 Euro.

Mit dazu gehört Svetlana. Die 22-Jährige studiert antike Literatur und Geschichte und kommt „auch aus einer Kleinstadt mit 300 000 Einwohnern in der Nähe von St. Petersburg“, erzählt sie schmunzelnd. In Deutschland ist die Studentin das erste Mal. „Ich möchte Leute und die deutsche Kultur kennen lernen“, begründet die 22-Jährige. Und sie möchte etwas für die Umwelt tun. Wenn sie und die anderen Teilnehmer an diesem Wochenende wieder nach Hause fahren, nimmt Svetlana viel Positives mit. Neue Erfahrungen beispielsweise und dass sie vieles ausprobieren konnte. Obwohl sie ein bisschen Höhenangst habe, sei sie beim Natur-Erlebnis-Festival am Roten See ein Stück den Baum hochgeklettert, erzählt die 22-Jährige. Nicht bestätigt habe sich ihre Angst, dass es bei den verschiedenen Kulturen vielleicht Konflikte geben könne. „Die Gruppe hat sich zum Besten entwickelt“, resümiert sie. Schockierend sei jedoch der Einbruch in die Brüeler Sporthalle gewesen, wo die Studenten während ihrer Zeit in Brüel schlafen. (SVZ berichtete). Sie habe nicht gedacht, dass so etwas passiere, sagt Svetlana.

Auch wenn die Russin Deutsch spricht, Umgangssprache im Camp ist Englisch. Als Dolmetscher und Teamerin agieren Sunny Thies und Laura Hübner. „Am Mittwoch waren sogar zwei Gaststudenten hier, Freunde von Laura. Sie sind auf Deutschlandtour und haben dann hier mitgemacht“, freut sich Rita Klammer. Wer große Lust zum Arbeiten verspüre und Englisch spreche, sei eingeladen, sagt sie. Und Klammer erzählt, dass sich in diesem Jahr fortsetze, was im vergangenen begonnen habe. „Dass sofort Hilfe kommt, wenn ich sie brauche.“ Um die spontane Idee, eine Steinmauer zu setzen, verwirklichen zu können, habe der Agrarhof erst zwei Fuhren Steine und dann noch eine nach Alt Necheln gebracht. René Veit habe Schlete (geschälte Baumstämmchen) beigesteuert, die DHG Folie und Kies und Carl Evert drei Eichenstämme. „Man muss niemanden überreden. Alle wissen, dass hier etwas für die Region gemacht wird, der Naturpark die Arbeiten professionell begleitet und etwas Nachhaltiges entsteht. Das ist ein Geschenk für Brüel“, sagt Klammer, verbunden mit dem Wunsch, dass der Lehrpfad intensiver genutzt wird.  

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