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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. September 2017 | 13:55 Uhr

Moor-Renaturierung : Strietholz bekommt nasse Füße

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Kleinmoor-Renaturierung im Naturschutzgebiet „Upahler und Lenzener See“. 75.000 Euro für dieses und Projekt in Bayern übergeben

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Das Strietholz liegt malerisch oberhalb des Lenzener Sees. Dorthin fällt das Gelände besonders steil ab. Mit dem Upahler See gibt er dem Naturschutzgebiet (NSG) seinen Namen. Das Strietholz, in dem überwiegend Buchen, aber auch Erlen stehen, erreicht bis zu 48 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. In tiefer gelegenen Senken hatten sich für die Natur wertvolle Kleinmoore und -gewässer gebildet, aus denen das Wasser nicht abfloss. Doch seit sie an ein durch Meliorationsmaßnahmen angelegtes Grabensystem angeschlossen sind, ist dieser natürliche Lebensraum für eine Reihe von Tieren und Pflanzen bedroht. In normalen Sommern trocknet das Waldgebiet mehr oder weniger aus.

Überschüssiges Wasser vom Winter wird gehalten

Durch ein Gewässerschutzprojekt soll dieser Naturraum verbessert und möglichst der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden. Dazu übergaben die Unternehmensriesen Kaufland und Unilever am Mittwoch vor Ort einen Scheck über 75 000 Euro an den Verband Deutscher Naturpark (VDN). Dieser gibt das Geld zu gleichen Teilen an den Naturpark Sternberger Seenland, zu dem das NSG „Upahler und Lenzener See“ gehört,für die Kleinmoornaturierung im Strietholz sowie für ein ähnliches Projekt im Oberen Bayerischen Wald weiter. Die Restsumme zu den insgesamt benötigten 90 000 Euro steuert der Bundesverband bei. Dieser arbeitet seit 2007 mit Kaufland zusammen, so VDN-Präsident Dr. Michael Arndt. Der 2016 ausgelaufene Vertrag sei um weitere fünf Jahre verlängert worden.

Die jetzt von den Unternehmen zu gleichen Teilen bereitgestellte Summe resultiert aus einer gemeinsamen Aktion im Dezember vorigen Jahres. Für jede 500-Gramm-Packung der Halbfettmargarine „Lätta“, die in der Zeit bei Kaufland über die Kassen ging und für die Unilever die Markenrechte besitzt, flossen elf Cent in die Förderung der zwei Natur- und Gewässerschutzprojekte.

Das im Strietholz sieht vor, die Gräben zu verschließen und damit das meist im Winter überschüssige Wasser dauerhaft zu halten. So werde ein alter, aber nicht mehr funktionstüchtiger Meliorationsschacht im nördlichen Bereich zurückgebaut, erläutert Planerin Marion Schulz vom Ingenieurbüro IHU Geologie und Analytik Stendal, das in Groß Upahl eine Außenstelle hat. Für einen Graben, der aus Richtung Westen in den Lenzener See führt, ist ein überströmbarer Stau aus einem Lehm-Sand-Gemisch vorgesehen. Eine Pfahlreihe und Schotter sollen vor Erosion schützen, so Schulz. Für zwei Rohrdurchlässe unter Forstwegen sei ein Rückbau geplant und dafür die Errichtung von Furten für die Wirtschaftsfahrzeuge. Im späten Herbst dieses Jahres soll die Verwirklichung des Projektes starten.

Moorschutz sei seit vielen Jahren ein Thema und Mecklenburg-Vorpommern dabei ein Vorreiter, sagt VDN-Präsident Arndt. Jetzt stehe Moorschutz im Wald als neuer Schwerpunkt. Das verlange eine enge Zusammenarbeit mit den Forstbehörden, aber auch Absprachen mit angrenzenden Eigentümern. „Denn ein Landwirt findet es nicht lustig, wenn seine Kuh auf der Weide auf einmal bis zum Knie im Wasser steht“, so Arndt.

Deshalb sei auch bei diesem Projekt auf einen beabsichtigten Stau, „von dem ein Landwirt wenig begeistert war“, verzichtet worden, sagt die Planerin. Ralf Neuß, Leiter des Forstamtes Güstrow, das den größten Teil der rund 30 Hektar in Obhut hat, erwartet positive Auswirkungen auch für den Wald. Buchen und Roterlen würden bislang in trockenen Sommern leiden.

Für Dr. Harald Stegemann, Direktor des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung), sowie Olaf Ostermann, Referatsleiter für Großschutzgebiete im Schweriner Umweltministerium, ist das Projekt ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz in der Tier- und Pflanzenwelt und ebenso für den Klimaschutz, da die Moorvegetation dauerhaft Kohlendioxid binde.

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