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Trams : „Strecke ist wirksamste Wildschadensverhütung“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Vor dem Maislegen: Landwirte informierten Jäger und bedankten sich für gute Zusammenarbeit

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 05:33 Uhr

Am 12. April soll losgehen bei der Wariner Pflanzenbau eG mit dem Maislegen – das Tagespensum liegt dann zwischen 40 und 50 Hektar. Auch in diesem Jahr wird die Frucht wieder zwischen Groß Labenz und Jesendorf auf etwa 500 der insgesamt 6000 Hektar Gesamtfläche angebaut.

Im Vorfeld luden – schon traditionell – der Geschäftsführer der Pflanzenbauer, Wolf-Dietmar Vetter, sowie sein Stellvertreter Daniel Bohl die „Maisjäger“ aus den zwölf Jagdbezirken auf der Pflanzenbauer-Fläche in den Bürositz nach Trams-Ausbau ein. Man wollte „auf den Höhepunkt des Jahres für die Jäger einstimmen, damit aus gelegtem Mais auch Mais wird. Zugleich ist es ein Dankeschön für die 2015 von euch geleistete Arbeit“, so Vetter an die ca. 30 Anwesenden.

In MV gebe es eine Wildschadensausgleichskasse, „da können wir uns glücklich schätzen“, betont Wolf-Dietmar Vetter. Im Vorjahr sei die Kasse vom Wariner Pflanzenbau aber nicht in Anspruch genommen worden. Dabei gab es natürlich auch 2015 auf den Mais-Schlägen zwischen Groß Labenz, Mankmoos, Büschow, Jesendorf und Bibow Schäden durch Schwarzwild. Verhindern lasse sich das nicht, weiß Landwirt Vetter, der in der Runde ausdrücklich betont, dass er kein Jäger sei.

Mais ist nun mal die Lieblingsspeise der Wildschweine. Darum wünscht sich der Geschäftsführer auch für dieses Jahr „engagierte Jäger, die Schweine bedrängen“.

In den vergangenen vier Jahren wurden durch die Waidmänner der zwölf Jagdbezirke insgesamt über 1000 Schweine erlegt. „Es sind trotzdem noch genug da“, so Vetter. Mit einem an die Wand geworfenen 2015er-Schadensbild von einem Maisschlag bekräftigte der Geschäftsführer seine Aussage: „Wenn’s (im Mais) kracht, dann ist was los. Und wenn ein Hubschrauber gelandet ist, hat man verloren“, so Vetter. Klaus Fister aus Neperstorf, der bereits seit 1984 zu Jagd geht, merkt hierzu an: „Solche Löcher machen die in einer Nacht.“

In der Tat können Wildschweine großen Schäden anrichten, die sich schnell summieren. Bei einer Fläche von 100 mal 100 Metern betrage der Schaden 1500 Euro, bei 200 mal 200 Metern wären es bereits 6000 Euro, so Vetter, der darum auch verkündet: „Die Strecke ist die wirksamste Wildschadensverhütung“. Wenn die Schweine mal drei Wochen in Ruhe gelassen werden, seien drei, vier Hektar ganz schnell weg. An besonders neuralgische Stellen werden erneut auf ca. 20 Hektar Hirse statt Mais angebaut.

In der Diskussion ging es u.a. um Schneisen in den Ackerkulturen, damit die Jäger besser an die neuralgischen Stellen wie kleine Wasserlöcher oder Schilfgebiete herankämen. Ingolf Schröder, Vorsitzender des Hegerings und der Hegegemeinschaft (HR/HG) Weiße Krug, forderte in dem Zusammenhang auch Schneisen in großen Rapsschlägen. „Da müssen wir jagen können. Wenn der Raps erst mal hoch steht, kommt keine ,Sau‘ an die Sau ran“, so Schröder. Das Raps-Dickicht sei schlimmer als ein Urwald, um dort ein erlegtes Schwerin herauszuholen. Das gehe nur mit der Machete. Von Schneisen im Raps war die Pflanzenbauer-Spitze an jenem Abend freilich nicht zu überzeugen.

 

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