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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. August 2017 | 12:26 Uhr

Brüel : Straßenausbau bleibt immer aktuell

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Interview mit dem Brüeler Bürgermeister Jürgen Goldberg über das Jahr 2013 und einen Ausblick auf 2014.

Zu Anfang eines neuen Jahres ist Zeit für eine Rückschau auf die vergangenen zwölf Monate und einen Ausblick auf 2014. SVZ-Redakteurin Roswitha Spöhr im Gespräch mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister von Brüel Jürgen Goldberg.

Worüber haben Sie sich, Herr Goldberg 2013 besonders geärgert und worüber besonders gefreut?

Jürgen Goldberg: Rückblickend kann ich sagen, dass das Jahr 2013 für die Stadt und die Ortsteile überwiegend positiv verlaufen ist. Besonders erfreulich ist, dass eine Reihe von langfristig geplanten Investitionen verwirklicht werden konnten. Hierbei halfen die zur Verfügung gestellten Fördermittel von EU, Bund und Land sehr.

Geld, das auch in den Straßenausbau in Golchen fließt.

Eine der Investitionen. Die Baumaßnahmen im Ortsteil Golchen – ein gemeinsames Projekt von Brüeler Abwasserentsorgungsgesellschaft BAE und Stadt – sind bis auf Restarbeiten abgeschlossen.

Wo wurde noch investiert?

Das sogenannte Armenhaus in der Wariner Straße 11 wurde in hoher Qualität saniert. Vier der fünf Wohnungen sind vermietet. Gelungen ist die Umgestaltung des ehemaligen VS-Hotels in eine Kindertagesstätte. Die Gemeinden und die Stadt haben hierfür einen beachtlichen Beitrag geleistet. Der naturbelassene Waldspielplatz am Roten See hat Gestalt angenommen und wird 2014 erweitert werden.

Ich freue mich auch über die erledigten kleineren Vorhaben wie die Treppe in der Feldstraße, die erneuerte Beleuchtung an der Straße zur DHG, den Fahrbahnanschluss Schmiedestraße – Mühlenberg, den gestalteten Bienen- und Baumlehrpfad zum Galgenberg durch den Imkerverein mit dem Workcamp des Naturparks. Mehrere Tafeln und Hinweisschilder konnten über das Info-Direkt-Projekt aufgestellt werden. Gefreut habe ich mich auch, dass es gelungen ist, immer mehr Bürgerinnen und Bürger am kommunalen Leben zu beteiligen, dass sie aktiv werden und nicht nur lamentieren. Das Tun in und mit den Vereinen für die Stadt ist lobenswert. Ich bedanke mich für die Ratschläge, Hinweise und Überlegungen, das Leben hier lebenswerter zu machen.

Da ist es schon ärgerlich, wenn durch Vandalismus und Achtlosigkeit Bänke, Lampen oder Tafeln beschädigt werden, wenn Abfall u. ä. illegal entsorgt wird oder auch die Hinterlassenschaft von Hunden und Pferden nicht beseitigt wird. Dadurch entstehen doch erhebliche Kosten für die Stadt.

Zurück zu Golchen. Sind mit der Fertigstellung des Projektes alle großen Straßenbauvorhaben verwirklicht?

Es wäre schön, wenn nun alle Straßenbaumaßnahmen beendet wären. Aber Straßenbau bleibt wohl eine ständige Aufgabe.

Welche Pläne gibt es für dieses Jahr?

Für 2014 ist die Erneuerung der Fahrbahn vom Ortsausgang bis zum Parkplatz Roter See beantragt, ebenso die Erneuerung der Zugbrücke zwischen Siedlung und Stadt. Der Alleewegausbau wird nötig auch wegen des geplanten Radwegs in Richtung Blankenberg. Auch in der Bahnhofstraße, in der Feldstraße und Schmiedestraße gibt es Baubedarf. Notwendig ist die Erneuerung der Zuwegung nach Alt Necheln.

Im Verfahren der Flurneuordnung Brüel - Golchen soll später die Ortsverbindungsstraße erneuert werden. Auch die anderen Ortsverbindungsstraßen sind erneuerungsbedürftig. Es gibt also noch genug Arbeit!

Auf dem Gewerbegebiet wurden weitere Grundstücke verkauft. Jüngst haben Sie erklärt, es gebe nur noch zwei, drei größere zu vermarktende Stellen, alles andere sei so gut wie besiedelt, bebaut oder verkauft. Welche Investoren wünscht sich die Stadt?

Mein Wunsch wäre es, echt produzierende Gewerke anzusiedeln, z. B. die Veredlung landwirtschaftlicher Produkte. Im letzten Jahr ist viel gebaut worden, z. B. die Photovoltaikanlagen im Innenbereich. Von einer „beleuchteten Schafsweide“ dort kann nun keiner mehr sprechen.

Womit wirbt die Stadt für ihr Gewerbegebiet?

Wunderbar wäre es, man könnte sich Investoren herbeiwünschen. Das Gewerbegebiet wird über verschiedene z. T. vernetzte Portale beworben – Stadt, Amt, Landkreis, Land –, auch auf nationalen Messen ist die Region präsent.

Mit jedem möglichen Interessenten für eine Investition wird behutsam gesprochen, werden Verfahrenswege geebnet, so dass recht schnell eine Genehmigung erteilt werden kann. Ich bin zuversichtlich, dass es weitere Ansiedlungen im Gewerbegebiet geben wird.

Immer wieder in der Kritik sind leer stehende Häuser. Das so genannte Armenhaus wurde umfangreich saniert und ist bis auf eine Wohnung vermietet. Auch das Stift hat private Investoren gefunden, die kräftig sanieren. Auf welche stadteigenen Immobilien legt Brüel 2014 den Schwerpunkt?

Diese Kritik ist schon berechtigt. Das Stadtbild verliert sehr durch die unsanierten Häuser, besonders in der Schweriner und Sternberger Straße. Hier sind die Grundstücke/Gebäude alle in Privatbesitz. Dafür Investoren zu finden, ist äußerst schwierig, da die Grundstücke meist keine Zufahrt haben bzw. ungünstig zugeschnitten sind. Die Stadt ist nicht in der Lage, diese Immobilien zu erwerben und zu sanieren.

Wir werden mit den Eigentümern Kontakt halten. Besonders das Haus Sternberger Straße 21, Stewo-Eigentum, wird Gegenstand von Verhandlungen zwischen Stadt und Stewo sein. Die Notsicherungen sind keine Lösung.

Schwerpunkte 2014 werden für die Stadt die Vermarktung der ehemaligen Kita in der Schulstraße und der alten Sporthalle sein. Wir müssen eine sinnvolle, nachhaltige Nutzung der Grundstücke anstreben.

Zur Stadt gehören - neben Golchen – auch Alt und Neu Necheln, Keez und Thurow. Die geplante Milchviehanlage in Keez und die in Thurow und Neu Necheln vorgesehenen Gülletankbehälter ängstigen viele Anwohner. Wie groß ist das Mitspracherecht eines Bürgermeisters bei diesem landwirtschaftlichen Großvorhaben?

Seit längerem haben wir uns in der Stadtvertretung mit dem Investitionsvorhaben des Agrarhofes Brüel im Außenbereich Keez und den möglichen Auswirkungen auf die Natur und die Lebensverhältnisse der Einwohner beschäftigt. Sowohl die Stadt als auch die betroffenen Einwohner haben konkrete Anfragen und Forderungen für die Umweltverträglichkeitsprüfung der Großinvestition erhoben. Gemeinsam wurde die Ausweitung des Untersuchungsraumes auf fünf Kilometer gestellt. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden diese überprüft, beraten und eine Entscheidung muss getroffen werden.

Wann wird das sein?

Anfang 2014 wird der Entscheidungsträger für die Gülle/Gärrestebehälter, d.h., der Landkreis Ludwigslust-Parchim, noch einmal über die Bedenken und Ängste der Einwohner durch mich informiert; gleiches erfolgt für den Entscheidungsträger der Stallanlage Keez, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg/Schwerin. Das Mitspracherecht bei der Entscheidungsfindung bei dieser Großinvestition wird verantwortungsvoll in Anspruch genommen durch die Stadt und die betroffenen Bürger. Eine für alle Seiten vernünftige Entscheidung ist anzustreben.

Herr Goldberg, im Mai 2014 sind die Brüeler auch aufgerufen, einen Bürgermeister zu wählen. Kandidieren Sie für eine weitere Amtszeit?

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass mit vertrauensvollem Zusammenwirken aller ein gutes Ergebnis erreicht werden kann. Mir hat die ehrenamtliche Tätigkeit für die Stadt Freude bereitet, auch wenn der zeitliche Aufwand groß war und manches Private nicht erledigt werden konnte. Ich möchte im Mai 2014 erneut für eine weitere Amtszeit als ehrenamtlicher Bürgermeister für Brüel und die Ortsteile kandidieren. Die Entscheidung darüber treffen die Bürgerinnen und Bürger.

Das neue Jahr 2014 ist wenige Tage alt. Wenn Sie einen Wunsch für die Brüeler frei hätten...

Allen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie Gästen der Stadt möchte ich ein friedvolles, möglichst erfolgreiches und gesundes 2014 wünschen.

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von
erstellt am 05.Jan.2014 | 15:39 Uhr

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