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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Dezember 2017 | 12:07 Uhr

Groß Labenz : Straße sanieren oder ausbessern?

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Einwohner von Groß Labenz fühlen sich seit Jahren hingehalten. Die jetzige Investitionssumme von 445 000 Euro ist im Haushalt gesperrt.

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 21:54 Uhr

Einwohnern ist längst der sprichwörtliche Geduldsfaden gerissen: Jahr für Jahr wurde die dringend nötige Sanierung der Straße von Klein nach Groß Labenz verschoben. Rolf Niederstrasser wohnt seit 1993 in dem am weitesten entfernten Ortsteil von Warin, und seitdem beschäftigt ihn der Zustand der Straße. Die sei mit dem Auto eine Zumutung und für Radfahrer gefährlich.

Die Verantwortlichen der Kommune wüssten das freilich, der Knüppeldamm habe es bei geplanten Investitionen weit nach vorn auf der Prioritätenliste geschafft, aber dann doch das Nachsehen gehabt, wenn es an die Verwirklichung ging, 2015 etwa durch die Seepromenade in Klein Labenz. Er wolle nicht falsch verstanden werden oder sich gar Neid nachsagen lassen, die Erneuerung der Seepromenade sei „bis auf Kleinigkeiten gut gelöst, auch in Groß Labenz freuen wir uns darüber, doch nun muss endlich was mit der Straße passieren“, betont Niederstrasser.


Geflickt worden ist schon oft genug


Umso verärgerter sei er, dass die Stadtvertretung beim Beschluss des Haushaltes 2016 die geplanten 445 000 Euro gesperrt habe, weil noch immer keine Förderzusage vorliege und deshalb nach einer günstigeren Variante gesucht werde, die die Stadt allein stemmen kann (SVZ
berichtete). Geflickt worden sei der 1954 gebaute Damm schon oft genug, aber gehalten habe das nie lange. „Kein Wunder, es gibt Gefällestrecken, da wird bei Regen alles schnell wieder herausgespült“, sagt der Groß-Labenzer. Dafür immer wieder „Geld reinzustecken“, bringe nichts. Als kürzlich der Schnee taute, sei das Wasser „wie ein Bach vom Acker auf die Straße gelaufen“. Die Bankette, ein Wort, das er gar nicht mehr hören könne, sei für Radfahrer unpassierbar. Auch die Pkw litten arg. „Wenn ich mit dem Auto zur Durchsicht bin, fragen die in der Kfz-Werkstatt oft, wo ich fahre, die Achsschenkelbolzen sind wieder ausgeschlagen“, sagt Niederstrasser.

Soviel er wisse, gebe es für die Straße ein Projekt aus dem Jahr 2011. Für ihn komme nur eine Sanierung in Frage, mit einer Reparaturvariante, wie jetzt anscheinend angedacht, könne er sich einfach nicht
abfinden. Es entstehe der Eindruck, „wir sind der A... der Welt“.

In der Sitzung der Ortsteilvertretung am Dienstagabend, an der Bürgermeister Michael Ankermann teilnahm, kam die Straße erneut zur Sprache. Die nur zu reparieren, bedeute Geld zu verbrennen, so der
Tenor. Im Ergebnis der Diskussion haben sich Ortsteilvertreter und Bürgermeister verständigt, mit Fachleuten aus der Region ein abgespecktes Projekt zur Sanierung zu erarbeiten, das die Stadt finanziell nicht überfordert. Wenn es auf dem Tisch liegt, sollte in Ausschuss und Stadtvertretung darüber beraten und an diese der Antrag gestellt werden, die Sperre im Haushalt aufzuheben.

Geld aus dem Programm zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung (Iler MV) sei beantragt, aber Jahr für Jahr nicht bewilligt worden, sagt der Bürgermeister auf SVZ-Nachfrage. Der Zuschuss für die Sanierung der Straße plus Radweg würde 65 Prozent umfassen, „ein grundhafter Neuaufbau“ über 440 000 Euro kosten. Für die Stadt bliebe ein Eigenanteil von 154 000 Euro.

Ländlicher Wegebau über Iler werde im Regelfall jedoch nur bis zu einer Straßenbreite von 3,50 Meter gefördert, erklärt Bauamtsleiterin Anke Mansour. Wobei Ausnahmen möglich seien. Der Förderantrag sei für 4,20 Meter gestellt worden, für genau die Breite, die der Damm mit Kopfsteinpflaster jetzt hat. Die Straße würde dann asphaltiert und auch von Radfahrern zu benutzen sein. Bei einem separaten Radweg müssten Regelbreiten, die der Gesetzgeber vorschreibt, eingehalten werden – bei Verkehr in zwei Richtungen 2,50 Meter. Das erfordere allerdings Grunderwerb.


Mittelweg mit Nutzen von Dauer


Nach bisherigen Überlegungen in der Stadtvertretung sollte das 20 bis 30 Zentimeter tiefe Kiesbett wo nötig erneuert werden und das Kopfsteinpflaster erhalten bleiben, die Bankette von einem Meter auf 75 Zentimeter verringert und auf der rechten Seite in Richtung Groß Labenz ein überfahrbarer, asphaltierter Radweg gebaut werden. Aber das wären erst Vorstellungen, über die mit Fachleuten vom Tiefbau gesprochen werden sollte, bevor eine Planung in Auftrag gegeben werde, die viel Geld koste.

Rolf Niederstrasser hofft, dass für die Straße endlich ein akzeptabler Mittelweg gefunden und zügig angegangen wird – und der langfristig von Nutzen ist.

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