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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 03:58 Uhr

Sternberg : Stöbern und mitnehmen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Beim Tag der offenen Tür in der DRK-Kleiderkammer konnten sich Bedürftige kostenlos einkleiden. Groß war die Nachfrage bei Schuhen und Kindersachen.

svz.de von
erstellt am 28.Sep.2016 | 12:00 Uhr

„Die nächsten Zwei können hereinkommen“, ruft Walli Romaiko, ehrenamtliche Mitarbeiterin im DRK-Ortsverein Sternberg, von der Tür aus in die Warteschlange. Es ist Dienstagmorgen, 9 Uhr. Vor dem alten DRK-Gebäude in der Sternberger Karl-Marx-Straße stehen Frauen und Männer, teils komplette Familien. Sie besuchen die dortige DRK-Kleiderkammer. Denn heute ist Tag der offenen Tür. Und das bedeutet: „Stöbern und mitnehmen.“


Mehr Platz in Regalen schaffen


„Vor allem Bedürftige können sich an zwei Tagen kostenlos einkleiden und schaffen Platz in den Regalen“, erklärt Romaiko. Über zwei Stunden geht es hier zu wie im Wartezimmer einer Arztpraxis – ein ständiges Kommen und Gehen.

Auch Martina Schulz aus Sternberg schaut sich um. Ihre Tasche füllt sich langsam. „Ich schaue öfter vorbei und suche dann Kleidung für mich und meinen Mann“, sagt sie und greift nach einer Bluse. „Vielleicht finde ich auch noch eine passende Hose“, hofft sie.

Walli Romaiko zeigt ihr ein Modell. Ob es die richtige Größe ist? „Am besten probierst du sie mal an“, sagt sie. Das Problem: Es gibt keine Umkleide. Hier zählt also das Augenmaß oder man sucht sich eine kleine Ecke, wo man kurz ungestört ist. Die Hose passt Martina Schulz leider nicht, dafür findet sie aber Unterwäsche und T-Shirts. Der Besuch war erfolgreich.

Einen Kleiderständer weiter stöbert Jana Scheefe aus Dabel zwischen den noch vorhandenen Kleidungsstücken. „Die Idee, hierher zu fahren, hatte meine Nachbarin. Vielleicht finde ich ja auch noch was“, sagt sie.

Wer was sucht, der findet es auch in den zahlreichen Regalen. „Besonders gefragt sind Kindersachen, Schuhe und Jacken. Bei der Bettwäsche tut sich nichts“, stellt Sigrid Maier, ebenfalls ehrenamtliche Mitarbeiterin im Ortsverein, fest, als sie sich einen Überblick verschafft.

Auch Kinder besuchen die Kleiderkammer, alleine oder mit ihren Eltern. Während ihre Mama die Kindersachen durchsucht, interessiert die 14 Monate alte Theresa eine Wäschetonne voll mit Kuscheltieren und wird fündig: Ein Teddybär lässt das Herz der Kleinen höher schlagen, und sie gibt ihn nicht mehr her.

Seit 1991, also kurz nach der Wende, kümmert sich der DRK-Ortsverein Sternberger Seenlandschaft unter anderem um den Erhalt der Kleiderkammer. Die Initiative sei damals vom DRK-Kreisverband ausgegangen, so Romaiko. Hier wird gespendete Kleidung angenommen, sortiert, aufbereitet und dann für einen kleinen Preis an bedürftige Menschen ausgegeben.


Spendenbereitschaft der Bürger ist groß


„Die Spendenbereitschaft der Einwohner ist groß“, weiß Romaiko. Sigrid Maier nickt. „Die Sachen sind noch immer top in Ordnung und sauber. Nur wird das Angebot viel zu wenig in Anspruch genommen“, sagt sie und ergänzt: „Außer wenn Tag der offenen Tür ist, weil es dann kostenlos ist. Dann kommen wir gar nicht so schnell hinterher mit dem Sortieren.“ Haushaltsgegenstände und Kleinmöbel werden hingegen nicht entgegengenommen. Dafür reicht der Platz nicht aus.

Zu Beginn dieses Jahres sei das Angebot der Kleiderkammer auch von Flüchtlingen angenommen worden. „Die haben säckeweise Kleidung mitgenommen“, erinnert sich Maier. Doch mit der Zeit sei es weniger geworden. „Viele ziehen ja wieder weg“, sagt sie.

Die Kleiderkammer ist montags und dienstags von 9 bis 11 Uhr geöffnet.

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