Dabel : Stettins Polizei lotste Postkutsche über die Oder

Start der Hanse-Tour durch Postkutschenfahrer Helmut Deutschkämer vor dem Anklamer Rathaus. Fotos: Eckhard Schwertner
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Start der Hanse-Tour durch Postkutschenfahrer Helmut Deutschkämer vor dem Anklamer Rathaus. Fotos: Eckhard Schwertner

Helmut Deutschkämer zehrt immer noch von den Eindrücken seiner Hanse-Tour von Anklam bis ans Frische Haff.

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25. September 2015, 21:26 Uhr

Der Pferdealltag hat den Dabeler Postillon Helmut Deutschkämer wieder. Dennoch zehrt der 63-Jährige immer noch von seiner jüngsten Postkutschen-Reise. Nach 2013 – mit der Deutschlandtour über 1286 Kilometer von Kap Arkona bis zur Zugspitze – ging es nun im August/September auf die Hanse-Route. Sie führte über 15 Stationen und diesmal „nur“ 685 Kilometer von Anklam bis fast nach Königsberg. Fünf Kilometer vor der polnischen Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg) endete die Fahrt. Visaprobleme verhinderten die abschließenden 64 Kilometer bis in die alte Hansestadt (SVZ berichtete). Und der eigentliche Startpunkt Lübeck Holstentor scheiterte an den fehlenden zahlenden Mitfahrern durch Mecklenburg.

Der Reise mit der in den 90ern im polnischen Priewny bei Posen nach einem Original von 1806 nachgebauten historischen Postkutsche tat dies jedoch keinerlei Abbruch. „Die Fahrt ist sehr gut verlaufen“, sagt Deutschkämer, der ausdrücklich die Gastfreundschaft der Polen hervorhebt. „Am schönsten waren die Abschnitte direkt an der Ostsee entlang von Kolberg nach Köslin sowie die Schlussetappe am Frischen Haff von Elbing nach Braunsberg.“ Und dann muss der Dabeler schmunzeln, als er auf die Stettiner Episode zu sprechen kommt. „Da hatten wir eine sehr, sehr schöne Begegnung mit der Polizei, die an der Oder-Terrasse unsere Papiere kontrollieren wollte. Die Chefin war nämlich die Verantwortliche der Stettiner Reiterstaffel. Sie war von unserer Fahrt so begeistert, dass sie sich zu uns auf den Wagen setzte und selbst ein kurzes Stück die Zügel in die Hand nahm.“ Zudem lotste die Polizistin die Dabeler Kutsche per Blaulicht über die Oder durch den sechsspurigen Verkehr.

Unter den Mitfahrern waren u.a. Karl Ewert aus Kronskamp bei Brüel sowie Helmut Jäger und Wolfgang Tedge aus Blüthen in der Prignitz. Und eine Greifswalderin reiste die ersten zehn Tage mit, um nach nur 24 Stunden daheim vor lauter Sehnsucht in Danzig wieder dazuzustoßen. Den Begleit-Lkw lenkte der Thurower Eckhard Schwertner. 2013 zur D-Tour war er für zwei Tage „aus Neugier mit Pkw und Wohnwagen nach Neustrelitz gereist, um zu sehen, wie Helmut Deutschkämer das mit der Postkutsche so macht. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen“, so der Ex-Polizist (bis 2012). Dieser schützte u.a. einst in Weiße Krug den damaligen Ministerpräsidenten Dr. Harald Ringstorff.

Aus Schwertners Neugier wurde schnell mehr: „Das war mal ganz was Anderes“, so sein Fazit zur Hanse-Tour.

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