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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 04:11 Uhr

Witzin : Sternsinger in Witzin ausgesandt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Diesmal wurden Spenden für bedürftige Kinder auf den Philippinen gesammelt. Die Spender bekamen Segenswünsche an die Haustüren.

von
erstellt am 11.Jan.2015 | 18:51 Uhr

Das ungemütliche Wetter hielt die Mädchen der Witziner Kinderkirche nicht davon ab, sich auf den Weg durch ihr Dorf zu machen, um Spenden für Bedürftige ihres Alters zu sammeln. So wie es die christliche Tradition am 6. Januar eines jeden Jahres, dem Fest der Heiligen Drei Könige, vorgibt. Die katholische Kirche rief 1959 diese Tradition ins Leben.

An zwei Tagen zogen zwei Gruppen – Kinder der 1. bis 3. sowie der 4. bis 6. Klasse – von Haus zu Haus und baten um einen Obolus. Er soll in diesem Jahr den Kindern auf den Philippinen zugute kommen. Und die Witziner Familien waren spendabel, so dass am Ende eine respektable Summe zusammenkam – gleich am ersten Tage innerhalb kurzer Zeit 136 Euro.

Die Kinder der kleineren Gruppe, dazu gehörten Angelique, Lina, Joanna, Melissa, Kaja, Franka und Lena, waren als die Heiligen Drei Könige, als Sternträger bzw. als Weisen aus dem Morgenland verkleidet. Und sie brachten einen Segenswunsch mit, den sie an die Haustüren schrieben: „20+C+M+B+15“ – Christus mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus). Die Buchstaben C, M und B stehen also nicht, wie oft angenommen, für die Namen der Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar.

Auf ihrem Wege durch das Dorf kamen sie auch zu Familie Charborski im Witziner Gartensteig. Und die junge Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm ließ sich nicht lange bitten und steckte einen Geldschein in den Sammelbeutel. „Ich freue mich sehr, dass ihr hier seid“, so Anne Charborski, „und ihr könnt nächstes Jahr wieder zu uns kommen. Wir unterstützen gerne eure christliche Geste der Nächstenliebe.“ Auch bei der benachbarten Familie Scheefe gab es eine respektable Spende. Die Frau des Hauses hatte die Ankömmlinge schon vorab entdeckt und ihnen die Haustür geöffnet.

Doch bevor sich die Sternsinger auf den Weg durch ihr Dorf machten, hatten sie im Witziner Jugendkeller mit Gemeindepädagogin Helga Birkholz noch einmal ihr kleines Programm mit Wort und Gesang, das sie dann nach ihrer Aussendung in den einzelnen Häusern vortrugen, geübt. In Witzin wurden zum ersten Male in diesem Jahr Sternsinger ausgesendet.

Der Legende nach waren die Ausgesandten Priester-Astrologen der populären Zarathustra-Religion. Diese hat heute noch rund 200 000 Anhänger; auch in Deutschland. Kaspar bedeutet soviel wie „Meister der Schätze“. Melchior ist der „König des Lichts“. Balthasar heißt „Gott schütze den König“. Im Mittelalter spielten Gläubige sie oft so lustig nach, dass aus Kaspar später das Kasperle wurde.

Die Heiligen Drei Könige trugen persische Kleidung mit Zipfelmützen – wie heute die Gartenzwerge. Im 6. Jahrhundert wurden sie in der
Basilica „Sant’ Apollinare Nuovo“ in Ravenna/Italien dargestellt. Später wurden die Heiligen Drei Könige Christen. Der Legende nach taufte sie der Apostel Thomas. Ihre Gebeine ruhen, in Watte und weiße Seide gebettet, im Kölner Dom.

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